Sanierung in vollem Gange

Jürgen Leib, Polier Sören Buchenau (Denkmalplan), Lars Eisenhuth (Planungsbüro HAZ), Andreas Kraft, Charlotte Bairstow (Untere Denkmalbehörde), Ulrich Homberger, Gerhard Schmidt und Karlfried Philipp (v.l.) an der Burg-Baustelle. Foto: Mattern

(mav). Laut Satzung ist die Erhaltung der denkmalgeschützten Burg Gleiberg der wichtigste Auftrag des Gleiberg-Vereins. Alle baulichen Fragen werden vom „Burgbaumeister“,...

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WETTENBERG. (mav). Laut Satzung ist die Erhaltung der denkmalgeschützten Burg Gleiberg der wichtigste Auftrag des Gleiberg-Vereins. Alle baulichen Fragen werden vom „Burgbaumeister“, dem Architekten Ulrich Homberger, und dem Vorsitzenden, Andreas Kraft, gemeinsam bearbeitet. Nachdem die „Turmkletterer“ im vergangenen Frühjahr Schäden an der „Nördlichen Schildmauer“ und an der Stützmauer im Albertusgarten festgestellt hatten, begann die Sanierungsplanung durch das Büro HAZ.

Das Sanierungskonzept wurde mit der Oberen Denkmalbehörde in Wiesbaden, Dr. Kathrina Benak und der Unteren Denkmalbehörde beim Landkreis Gießen, Charlotte Bairstow, abgestimmt. Die Abstimmung mit den Denkmalbehörden in Wiesbaden und Gießen, unter anderem wegen der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung, der finanziellen Bezuschussung und des vorzeitigen Baubeginns, war Aufgabe des zweiten Vorsitzenden Gerhard Schmidt. Die Planungs-, Ausschreibungs- und Bauleitungskosten (circa 30 000 Euro) sind nicht förderfähig, sondern müssen vom Gleiberg-Verein allein getragen werden.

Aufgrund einer beschränkten Ausschreibung für die Mauersanierung und die Gerüstbauarbeiten Ende vergangenen Jahres ergeben sich Baukosten von circa 180 000 Euro. Wie bei den früheren Maßnahmen wurde auch dieses Mal eine anteilige Mischfinanzierung zwischen Land Hessen, Gemeinde Wettenberg und Gleiberg-Verein angestrebt. Die Gemeinde Wettenberg mit Bürgermeister Thomas Brunner hat 2020 bereits 40 000 Euro überwiesen. Ein weiterer Betrag soll in diesem Jahr noch zur Verfügung gestellt werden. Vom Land Hessen liegt ein positiver Bescheid über 60 000 Euro vor und auch der Landkreis Gießen hat aus seinen Denkmalmitteln 4000 Euro beigesteuert. Seit Anfang April führt die Firma Denkmalplan in bewährter sach- und fachkundiger Weise die Sanierungsarbeiten aus. Die Fertigstellung ist für Juli vorgesehen.

Problematische Umsetzung

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Diese Maßnahme dient nicht nur dem Erhalt des mittelalterlichen Gemäuers, sondern ist auch eine vorbeugende Maßnahme zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht, für die Menschen, die sich auf dem Burghof aufhalten und die Fahrzeuge, die unterhalb der Mauer oft parken. Die Umsetzung des von Elmar Martin erstellten und von der Bauaufsicht des Landkreises Gießen im November 2020 genehmigten Brandschutzkonzeptes gestaltet sich schwieriger als zunächst angenommen. Die Brandschutztüren und die Brandschutzvorhänge im Nassauer-Bau sind beauftragt. Für die Zusammenschaltung der Brandschutzmelder wird derzeit noch eine Lösung gesucht. Der neue Notausstieg aus dem Dachgeschoss des Albertus-Baus in die Oberburg ist realisiert. Insgesamt werden circa 50 000 Euro für Brandschutzmaßnahmen aufzuwenden sein.

Unvorhergesehene Probleme gab es mit der Abflussleitung aus der Toilette der Albertus-Klause. Die Grundleitung wurde von einer Fachfirma saniert. Wegen des insgesamt schlechten Zustandes der jetzigen Toilettenanlage hat der Vorstand entschieden, die komplette Anlage zu erneuern (Kosten circa 40 000 Euro). Die Arbeiten stehen unmittelbar vor dem Abschluss.