Schnellinien bis zum Bahnhof

(red). Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs in Wettenberg will die CDU umsetzen, teilt die Partei in einer Presseerklärung mit. Ein besseres Konzept sei erforderlich...

Anzeige

WETTENBERG. (red). Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs in Wettenberg will die CDU umsetzen, teilt die Partei in einer Presseerklärung mit. Ein besseres Konzept sei erforderlich als Service für die Bürger und als Voraussetzung für die Verkehrswende. Nur bei einem passenden Angebot für Fahrten innerhalb der Gemeinde oder für Berufspendler an den Bahnhof werden Bürger bereit sein, ihr Auto auch einmal in der Garage stehen zu lassen. Hierzu haben bei einer öffentlichen Veranstaltung Peter Neidel, Bürgermeister in Gießen und Landratskandidat der CDU, gesprochen wie auch der Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP, Andreas Heuser.

Neidel schilderte das unzureichende Angebot öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis Gießen. Als er mehrere Monate in Frankfurt arbeitete, brauchte er mehr Zeit mit dem Bus von seinem Wohnort Heuchelheim an den Gießener Bahnhof als von dort zur Hauptwache. Für Berufspendler aus allen Orten seien die Strecken der bisherigen Linien unattraktiv, die aber für die sonstigen Nutzer durchaus sinnvoll sind. Parallel dazu sollten deshalb für Wettenberg Schnelllinien zu den entsprechenden Zeiten geschaffen werden mit nur wenigen Haltestellen in Biebertal und Wettenberg und dann direkter Fahrt zum Bahnhof. Da die Anfahrt zum Haupteingang des Gießener Bahnhofs gegenwärtig nur mit unattraktivem Umsteigen an Marktplatz oder Berliner Platz möglich ist, schlägt Neidel vor, diese Schnellbusse direkt am Hintereingang des Bahnhofs in der Lahnstraße anfahren zu lassen. Vergleichbare Konzepte wünscht er sich für alle Orte im Landkreis, um Autoverkehr unnötig zu machen, mit allen günstigen Auswirkungen für Straßenbelastung, Parkhausbedarf und Umwelt.

Für den innerörtlichen Verkehr in Wettenberg lobte Andreas Heuser das Bussi: „Gut, dass wir es haben, es könnte aber noch besser werden.“ Die große Runde führt zu einer langen Fahrtzeit. Die Haltestellen sind dennoch so weit auseinander, dass die nötigen Fußwege beschwerlich sind, erst recht mit vollen Einkaufstaschen. Die Folge ist, dass das Bussi oft leer herumfährt, weil es den eigentlichen Bedarf nicht erfüllen kann. Er schlägt deshalb den Wechsel zu einem Anrufsammeltaxi vor, bei dem zu den Fahrplanzeiten je nach Anforderung ein Pkw oder ein Kleinbus zum Einsatz käme. Die Zahl der Halteplätze könnte wesentlich erhöht werden, die Häufigkeit der Fahrtangebote gegebenenfalls auch. Fahrten kämen nur nach vorheriger Anmeldung zustande, wären jedoch wesentlich kürzer, weil direkt zu den gewünschten Haltestellen der verschiedenen Fahrgäste. Ein solches Netz an Haltepunkten könnte noch attraktiv erweitert werden mit Anschluss an einen Knoten zu dem innerörtlichen Verkehr in Biebertal oder an den Bahnhof in Lollar. Für manche Pendler könnte der Bahnanschluss dort eine sinnvolle Alternative zur Fahrt nach Gießen sein.

CDU-Vorsitzender Dr. Gerhard Noeske dankte den Referenten für ihre gut durchdachten Vorschläge. Der nächste Schritt sei ein Prüfungsauftrag an den ZOV mit dessen kompetenten Verkehrsplanern. Alle neuen Ideen dürften nicht den Bestand der gegenwärtigen Linien gefährden, was angesichts der ausgefeilten Verbesserungsvorschläge nicht zu erwarten sei. Auch mit öffentlichen Zuschüssen müsste mit einem gemeindlichen Zuschuss gerechnet werden. Das sei aber sinnvoll angelegtes Geld, so Noeske. „Statt Geld für Berater und Gremien auszugeben, sollten wir es für konkrete Maßnahmen verwenden, die dem Bürger Service bieten und Umwelt und Klima direkt nutzen.“