Kreis Groß-Gerau überschreitet vierte Corona-Warnstufe

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Kreis Groß-Gerau wird zum Corona-Risikogebiet. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
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Nach Offenbach und Frankfurt hat nun auch der Kreis Groß-Gerau mit 51,1 Neuinfektionen pro hunderttausend Einwohnern einen neuen Höchststand erreicht.

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KREIS GROSS-GERAU. Der Kreis Groß-Gerau hat bei der Corona-Inzidenz am Sonntag mit 51,1 Neuinfektionen pro hunderttausend Einwohnern in sieben Tagen einen neuen Höchststand erreicht und gilt jetzt als Risikogebiet. Das Robert-Koch-Institut schreibt von insgesamt 1330 Fällen im Kreis; das sind 38 Fälle mehr als am Samstag. Es blieb bisher bei 17 Todesfällen in Zusammenhang mit Corona. In Hessen erreichen derzeit nur Offenbach mit einer Inzidenz von 80,6 und Frankfurt mit 63,7 höhere Werte.

Im Kreis Groß-Gerau ist damit die vierte Warnstufe des überschritten, die ein "konsequentes Beschränkungskonzept" und eine enge Zusammenarbeit mit dem Covid-19-Planungsstab des hessischen Sozialministeriums vorsieht. "Es überrascht mich nicht", sagte Landrat Thomas Will (SPD) am Sonntag. Die Inzidenz bilde das Infektionsgeschehen von vor 14 Tagen ab. Der Anstieg im Kreis habe sich im Verlauf der Woche abgezeichnet. Das sei eine Tendenz im gesamten Rhein-Main-Ballungsraum, wo alles miteinander vernetzt sei. Der Landkreis habe schon in der jüngsten Allgemeinverfügung reagiert und die Zahl der Gäste bei Familienfeiern auf 25 begrenzt. Manche Regionen täten dies erst jetzt ab einer Inzidenz von 50.

Nun werde man zu Wochenbeginn beraten, ob die Regeln weiter verschärft werden müssten. Am Dienstag wolle man zudem in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt neue Regeln für die Zeit nach den Herbstferien bekannt geben. Ohne vorausgreifen zu wollen, sei dabei die Primarstufe mit den Klassen 1 bis 4 anders zu bewerten als die Klassen ab 5 aufwärts.

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Anders als im Frühjahr, als viele ältere betroffen waren, seien jetzt viele Infizierte der "Szene der jungen Erwachsenen zuzuordnen" mit Jahrgängen Ende achziger und der neunziger Jahre, sagte Will. "Wir feiern, wir machen Party", beschrieb er das Lebensgefühl dieser Generation. Selbst Begrüßungen mit Küsschen links und rechts sehe man mittlerweile wieder.