BUND Limburg-Weilburg: "Freibäder später öffnen"

Für ihre langjährige aktive Mitarbeit im Kreisvorstand werden von Gerd Zimmermann (Mitte) Marlis Zimmermann und Hermann Maxeiner geehrt. Foto: BUND

"Angesichts der Energieprobleme" sollen Kommunen in Limburg-Weilburg ihre Freibäder weniger beheizen und später öffnen - das fordert der Umweltverband BUND.

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LIMBURG-WEILBURG. "Wir leben in einer Zeit, in der das Umweltbewusstsein erfreulicherweise stark gestiegen ist. Allerdings hat dies nur wenige Auswirkungen", kritisierte der Kreisvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Gerd Zimmermann aus Runkel-Ennerich, auf der diesjährigen Hauptversammlung.

Man wisse, was zu tun sei, handele aber weiter wie bisher. Als Beispiele nannte er den zunehmenden Straßenbau, den steigenden Flächenfraß durch Baumaßnahmen und die weiter bestehende Orientierung hin zu immer mehr Wachstum.

"Bedrückende und bedrohende Probleme"

Zimmermann: "Nicht einmal ein Tempolimit kann von der Regierung durchgesetzt werden, obwohl es zum Nulltarif spürbare Energieeinsparungen bringen würde."

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Mit dem Klimawandel, der Corona-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine, der Energiekrise, dem weltweiten Hunger und der Arbeitslosigkeit gebe es eine Fülle von "bedrückenden und bedrohenden Problemen", die eigentlich alle gleichzeitig gelöst werden müssten.

"Auf keinen Fall dürfen wir nur ein Problem lösen und die anderen vernachlässigen, denn wie bei einem an mehreren Stellen undichten Deich hilft es wenig, nur eine Stelle abzudichten." Auch in Sachen Energiewende könne es nicht heißen Windkraft oder Fotovoltaik. Es gehe darum, alle Möglichkeiten des Energiesparens und der CO²-Reduzierung auszunutzen und sich für den Schutz der Natur und die Artenvielfalt einzusetzen. In seinem Rückblick hob er besonders die Stellungnahme von Jörg Rau zum Regionalplan Mittelhessen, das Engagement für den Mensfelder Kopf und die Verleihung des Umweltpreises "Süße Orange" 2021 an den Limburger Manfred Lorenz hervor.

Eine sehr gute Aktion sei auch die Gründung eines runden Tisches gewesen, in dem der BUND-Kreisverband sich gemeinsam mit anderen Verbänden und Interessierten für einen natur- und umweltfreundlichen Umgang mit den Weg- und Straßenrändern einsetze. Zimmermann: "Hier geht es uns in erster Linie darum, zu erreichen, dass weniger gemäht wird, um so Flächen für den Artenschutz zu erhalten."

Als neue Aktivitäten vereinbarte der Kreisverband ein Eintreten gegen Einweggeschirr und eine Aufforderung an die Gemeinden, angesichts der Energieprobleme ihre Freibäder geringer zu heizen und später zu öffnen. Auch weiterhin werde sich der BUND-Kreisverband den Umweltthemen vor Ort widmen, monatliche Sitzungen abhalten und regelmäßig Wanderungen anbieten. Im Auftrag des BUND-Landesverbandes Hessen überreichte Zimmermann den "Ehrenpflasterstein" für über dreißigjährige aktive Mitarbeit im Kreisvorstand an Marlis Zimmermann (Ennerich) und Hermann Maxeiner (Kirberg).

"Ehrenpflasterstein" für langjährige Mitglieder

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Seit 1991 ist Marlis Zimmermann Pressewartin im Kreisvorstand, Hermann Maxeiner ist stellvertretender Vorsitzender.

Die Ortsvorsitzenden von Runkel und von Weilburg, Marlis Zimmermann und Wilhelm-Friedrich Grote, berichteten von der erfolgreichen Arbeit vor Ort, aber auch von Schwierigkeiten, die es immer wieder bei der Natur- und Umweltschutzarbeit gebe, und von den anstehenden Vorhaben. Mit seinem Bildervortrag "Der Natur und Martin Luther auf der Spur" veranschaulichte Hermann Maxeiner seine Reise durch mehrere Bundesländer im Nordosten und Osten Deutschlands.