Der Corona-Schock lässt nach

Es geht - zumindest laut der Herbstumfrage der IHK Limburg - wieder voran: Das Transportgewerbe im Landkreis Limburg-Weilburg ist wieder im Aufwind und plant verstärkte Investitionen.  Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Laut aktueller Umfrage der IHK Limburg wollen 29 Prozent der befragten Betriebe in Zukunft wieder mehr investieren, 53 Prozent wollen etwa gleich viel investieren.

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LIMBURG-WEILBURG. Die Investitionsneigung der gewerblichen Unternehmen der Region Limburg-Weilburg hat sich nach zwei Jahren wieder in den positiven Bereich gedreht. Das zeigt die Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg.

Nach dem Corona-Schock im Frühjahr 2020 waren die Investitionspläne eingeschränkt oder ganz auf Eis gelegt worden. Laut aktueller Umfrage wollen 29 Prozent der befragten Betriebe in Zukunft wieder mehr investieren, 53 Prozent wollen etwa gleich viel investieren.

Zurückhaltend sind die Investitionspläne vor allem noch bei den von den Corona-Einschränkungen besonders betroffenen personenbezogenen Dienstleistungsbranchen wie Reisebüros, Fitness- oder Kosmetikstudios, Messebau und Tanzschulen. Auch Investitionsgüterproduzenten sind noch eher vorsichtig.

Selbst das Gastgewerbe will mehr investieren

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Abwartend sind die Vorleistungsgüterproduzenten und der Einzelhandel. In diesem Bereich halten sich die Unternehmen, welche mehr investieren wollen, die Waage mit der Zahl der Unternehmen, welche weniger investieren wollen.

Wieder Fahrt aufgenommen hat das Investitionsgeschehen vor allem bei den Ge- und Verbrauchsgüterproduzenten und im Baugewerbe. Aber auch der Großhandel, das Verkehrsgewerbe und die unternehmensbezogenen Dienstleister wollen deutlich mehr investieren, ebenso wie das Gastgewerbe sowie das Kredit- und Versicherungsgewerbe.

Der Großteil der geplanten Investitionen der regionalen Unternehmen fließt in den Ersatz von Maschinen und Anlagen sowie in den Bestand von Gebäuden. 60 Prozent der Betriebe geben Ersatzbedarf als ein Hauptmotiv für ihre geplanten Investitionen an. Mehrfachantworten waren dabei möglich. Eine Kapazitätserweiterung spielt nur bei 22 Prozent der Investitionen eine Rolle. In früheren Umfragen diente fast jede dritte Investition der Kapazitätsausweitung.

Treiber für geplante Investitionen sind vermehrt kostensparende Rationalisierungen (32 Prozent). Produktinnovation spielen zu 25 Prozent eine Rolle. Auffallend ist, dass inzwischen bei jeder vierten Investition der Umweltschutz eine Rolle spielt. Dies sei sehr viel deutlicher als in früheren Umfragen, erläuterte ein IHK-Sprecher.

IHK-Präsident Ulrich Heep warnt: "Die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie ist kein Selbstläufer. Die Produktion gerät ins Stocken." Verantwortlich dafür seien auch lang anhaltende Lieferengpässe und enorme Preissteigerungen bei Rohstoffen, Vorprodukten und Energie.

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Lieferengpässe und enorme Preissteigerungen

"71 Prozent unserer heimischen Industrieunternehmen sehen laut aktueller Umfrage darin ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig müssen sich unsere Unternehmen fit machen für die anstehenden Herausforderungen beim Strukturwandel. Unsere Wirtschaft braucht jetzt einen spürbaren Investitionsruck", betonte Heep. Dazu brauche es aber verlässliche Perspektiven und eine Entlastung von politisch gesteuerten Kosten, vor allem im Bereich der Energie. "Die Unternehmen müssen schließlich nicht nur die Verluste der Corona-Krise ausgleichen, sondern auch die für die Unternehmen wichtigsten Zukunftsthemen Klimaschutz, Digitalisierung und Fachkräftemangel meistern", bekräftigte der IHK-Präsident.