Ignatz richtet im Kreis Limburg-Weilburg kleinere Schäden an

In der Bahnhofstraße 7 in Löhnberg ist während des Sturms am Donnerstag die Giebelwand einer im Hof stehenden Scheune auf den angebauten Schuppen gestürzt.  Foto: Harry Masuch

Umgestürzte Bäume blockieren Straßen und Bahngleise, doch die Feuerwehren beseitigen die Hindernisse schnell: Der Sturm hat den Kreis größtenteils verschont.

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LIMBURG-WEILBURG. Ein paar umgestürzte Bäume, Äste auf den Straßen und vereinzelt abgelöste Gebäudeteile - das Sturmtief Ignatz hat den Landkreis Limburg-Weilburg durchgepustet, aber Feuerwehren und die Polizei sprechen aktuell von geringen Schäden und einer überschaubaren Zahl an Einsätzen.

"Wir hatten kleinere Einsätze, aber nur in geringer Zahl", sagt Thomas Schmidt aus der Leitstelle in Limburg, die die Einsätze der Feuerwehren im gesamten Kreis koordiniert. Straßen hätten nicht länger gesperrt werden müssen, es seien bisher auch keine Menschen zu Schaden gekommen durch die orkanartigen Böen, sagt Schmidt.

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Das bestätigt auch ein Mitarbeiter der Polizei-Pressestelle in Wiesbaden, die zentral Auskunft gibt. Dort heißt es, dass die Polizisten im heimischen Kreis zwar zu mehreren Einsätzen gefahren sind, aber noch keine Sachschäden verzeichnet wurden. Auch dem Polizeisprecher waren keine Informationen zu größeren Straßensperrungen bekannt.

Umgestürzte Bäume waren fast immer die Ursache für die Einsätze der Feuerwehren. So wurden die Villmarer Einsatzkräfte um 6.35 Uhr alarmiert. Ein Baum war aus einem Hang heraus auf die Straße "Unterau" gestürzt. Ein Teil der großen Fichte landete auf den benachbarten Gleisen der Lahntalbahn, berichtet Villmars Gemeindebrandinspektor Lars Falkenbach.

Zehn Feuerwehrleute rückten sofort mit zwei Fahrzeugen und dem nötigen Gerät an. Unterstützt von Mitarbeitern des Bauhofs schnitten sie den Baum klein und entfernten das Holz von Bahnstrecke und Fahrbahn. Nach einer Dreiviertelstunde war alles wieder frei, sagt Falkenbach.

Auch die Feuerwehren Runkel/Schadeck und Hofen/Eschenau waren im Einsatz. Im Wald in Richtung Eschenau hatte der Sturm Bäume umgerissen, einige davon waren auf die Straße gefallen. Knapp 25 Einsatzkräfte seien vor Ort gewesen und hätten die Bäume zügig von der Fahrbahn entfernen können, sagt Runkels Stadtbrandinspektor Andreas Schuld.

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Zum Teil lockerten die Sturmböen Gebäudeteile und rissen sie ab. Das geschah beispielsweise am Limburger ICE-Bahnhof oder in Löhnberg, wo in der Bahnhofstraße die Giebelwand einer Scheune einstürzte.

Verhandlung verlegt, da es im Zelt zu laut ist

Es ist glücklicherweise nichts eingestürzt, aber die Lautstärke des Sturms machte einer laufenden Verhandlung am Landgericht Limburg einen Strich durch die Rechnung: Das weitläufige Zelt war wegen der Corona-Pandemie für Verhandlungen eingerichtet worden. „Heute Morgen hat das Zeltdach aufgrund des Sturms geflattert“, teilt ein Sprecher des Landgerichts auf Nachfrage mit. „Diese Geräusche haben die Konzentration auf die Verhandlung gestört.“ Deshalb sei die Sitzung ins Landgerichtsgebäude verlegt worden. Die Stabilität des Zelts sei aber nicht in Gefahr gewesen. Menschen seien ebenfalls nicht zu Schaden gekommen. Hessen Mobil teilt mit, dass die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Oberweyer seit dem frühen Morgen im Kreisgebiet im Dauereinsatz waren. Bäume hätten schnell geräumt werden können, sodass keine längeren Sperrungen in Limburg-Weilburg nötig gewesen seien.