Im Kreis Limburg-Weilburg sind 800 Minijobs weggefallen

In der Pandemie geht die Zahl der Minijobs im Kreis Limburg-Weilburg deutlich zurück.  Symbolfoto: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Das erklärt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf die Pandemie-Zeit. Sie beruft sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Und sie stellt Forderungen.

Anzeige

WEILBURG. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Minijobs im Kreis Limburg-Weilburg deutlich zurückgegangen.

Mitte vergangenen Jahres habe es im Landkreis rund 15 800 Stellen auf 450-Euro-Basis gegeben. Das seien 800 weniger als zwei Jahre zuvor, oder minus fünf Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Presseerklärung mit. Besonders betroffen sei das Gastgewerbe: Hier seien im selben Zeitraum 370 Minijobs verloren gegangen - ein Einbruch von 21 Prozent. Die NGG berufe sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

"450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Pandemie. Von der Küchenhilfe im Restaurant bis zur Verkäuferin an der Bäckereitheke - viele Minijobber leben in ständiger Angst, gekündigt zu werden. Dabei haben sie weder Anspruch auf das Arbeitslosen- noch auf das Kurzarbeitergeld", kritisiert Peter-Martin Cox, Geschäftsführer der NGG-Region Rhein-Main. "Wenn die Bundesregierung die Verdienstgrenze bei den Minijobs anhebt, dann dürfte das viele reguläre Arbeitsplätze verdrängen. Für die Betroffenen, zu einem Großteil Frauen, wird das zur Karrierefalle. Und spätestens im Alter ist Armut vorprogrammiert", so Cox. Abhilfe könne langfristig nur eine grundlegende Reform schaffen: Für Minijobs müsse bereits ab dem ersten Euro die Sozialversicherungspflicht gelten. Nach Einschätzung von NGG-Regionalchef Peter-Martin Cox hätte dies positive Effekte vor Ort: "Im Kreis Limburg-Weilburg klagen vor allem Hoteliers und Wirte, kein Personal mehr zu finden. Aber Fachleute gewinnt man nicht, indem man kaum abgesicherte Stellen mit wenigen Wochenstunden bietet, sondern reguläre Arbeitsverträge mit Perspektive und sozialem Netz. Davon würden am Ende alle profitieren - die Beschäftigten, die Betriebe und durch höhere Einnahmen auch der Staat und die Sozialversicherungen."