In eigener Sache: Bilanz von drei Monaten Kooperation

Weilburger Tageblatt und Nassauische Neue Presse wachsen zusammen,

Drei Monate dauert die „Zeitungs-Ehe” der Nassauischen Neuen Presse (NNP) und Weilburger Tageblatt (WT) schon an. Zwar ist einiges geschafft, aber auch noch ganz viel zu tun.

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Limburg-Weilburg.Nassauische Neue Presse und Weilburger Tageblatt wachsen zusammen. Seit Oktober sind sie unter dem Dach der „Schnitzler Verlags- und Kinne-Beteiligungsgesellschaft“ eine neue wirtschaftliche und publizistische Größe für den Landkreis Limburg-Weilburg. Was ist erreicht? Wie geht es weiter? Was ist der Plan?

Normalerweise machen sich Medien nicht selbst zum Gegenstand der Berichterstattung. Bei solchen Veränderungen allerdings muss das schon mal sein, weil es auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, betrifft.

Zunächst ein kurzer Rückblick: Nach langen Gesprächen wurde die Herauslösung der beiden mittelhessischen Tageszeitungen aus der Frankfurter Societäts-Medien GmbH und der VRM Wetzlar mit dem Flaggschiff der Wetzlarer Neuen Zeitung besiegelt. In der Zwischenzeit haben die Arbeiten an der Fusion der Traditionsmedien an Fahrt aufgenommen. Mit viel Administration. Vor allem technische Fragen galt und gilt es zu beantworten, damit Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, möglichst geräuschlos und ungestört von den Veränderungen weiter auf das Nachrichten-Geschehen konzentrieren können. Das betrifft auch die Zusammenarbeit mit unseren Dienstleistern, die uns helfen, dass eine Zeitung produziert und vor allem auch zugestellt wird – gerade in den Wintermonaten gar keine so einfache Aufgabe, wie wir in den vergangenen Tagen sehen konnten.

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Erfolg ist, wenn sich Routinen schnell einspielen und neue gemischte Teams gemeinsam ans Werk gehen. Das ist auch beim „WT“ und der „NNP“ das Wichtigste.

Sichtbar ist schon jetzt: Mehr Autoren mit ihren Beiträgen sind in den Blättern zu lesen. Beide Titel können sich spezialisieren – wir alle profitieren davon. Sie haben bereits einige Co-Produktionen in der Zeitung wahrgenommen. Die Weilburger lesen jetzt Hintergründiges aus der Kreisstadt oder aus den Mittelzentren Hadamar und Bad Camberg. Umgekehrt profitieren auch Limburger Leser. Ein wichtiger Schritt: Der Kreis wächst medial zusammen!

Das macht die Redaktion natürlich nicht allein. Denn die Zeitung lebt neben Nachrichten auch vom Werbemarkt: Dafür haben wir ab Neujahr die VRM Mittelhessen Media Sales als Partner an Bord, kurz „Mesa“ genannt. Seit Anfang Dezember ist ein zehnköpfiges Team bei den Kunden in Limburg-Weilburg unterwegs, um darüber zu informieren, welche Werbemöglichkeiten es ab 2. Januar in der NNP, dem Weilburger Tageblatt, dem Camberger Anzeiger sowie im Digitalen gibt. Zusammen mit Andrea-Susanne Kost, Sales Managerin für das Weilburger Tageblatt, und Susanne Breier für den Camberger Anzeiger wird Martin Magnus für die Belange der Werbekunden im Verbreitungsgebiet der NNP zuständig sein. Die VRM Mittelhessen Media Sales GmbH löst damit die Rhein Main Media als Vermarkter ab. 

Was auch geschehen ist: Mehr Nachrichten aus Limburg, Hadamar und Bad Camberg finden Leser auf mittelhessen.de, der Online-Plattform, auf der wir unsere digitalen Nachrichten ausspielen. Hinweise darauf gibt es vermehrt auf unseren Facebook-Auftritten, sodass Sie sicher mit dem Wichtigsten versorgt sind.

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Soweit, so arbeitsreich. Aber es geht noch weiter. Nicht wundern!

Ziele sind hoch gesteckt

Denn jetzt geht es erst richtig los. Unser größtes Ziel ist: Wir arbeiten gemeinsam an der Profilierung der lokalen Berichterstattung. Unsere Heimat hat eine gute Zeitung verdient, dafür wollen wir die Kräfte bündeln. Die Zeitungen werden jeweils für ihr Verbreitungsgebiet Teile eigenständig veröffentlichen, in wichtigen Themenfeldern aber auch gemeinsam veröffentlichen. Und wir werden das ab dem 2. Januar, in einem gemeinsamen Rheinischen Format tun. Das betrifft die NNP-Leserinnen und -Leser. Im Gegensatz zu dem großen Nordischen Format der Frankfurter Kollegen ist das Rheinische bequemer, die Seiten werden aufgeräumter, handlicher und kompakter. Daran werden Sie sich schnell gewöhnen, und Sie werden es zu schätzen lernen: Die Arme werden Ihnen nicht einschlafen, Sie brauchen keinen Tisch mehr, um die Zeitung abzulegen, und: Eine etwas größere Grundschrift wird Ihren Augen guttun. Damit Sie nicht irritiert sind, werden wir die Ordnung in der Zeitung in ganz großen Teilen beibehalten, so wie sie ist.

Einen solchen Übergang bekommt man hin, ohne Inhalte zu verlieren! Wie das geht? Ganz einfach: Großes muss groß, kleines klein präsentiert werden. Zeitung machen heißt: Prioritäten setzen – und darauf zu achten, dass wir vernünftig mit Ihrer Zeit umgehen. Große Erzählungen, Porträts und Hintergründe – da muss der Autor schon mal Platz haben; in Servicemeldungen muss aber eben nur das drinstehen, was man braucht. Der Grundsatz bleibt: Alles hat seinen Platz, wir sorgen für das rechte Maß.

Das Lokale ist die DNA

Was wir in den vergangenen Wochen in vielen Gesprächen gehört haben, ist eines: Macht mehr Lokales! Das hören wir gerne. Weil das Lokale unsere DNA ist, es ist unsere Stärke. Und da wollen wir bei unseren Leisten bleiben. Die große Politik wollen wir gern den Kollegen der Mantelredaktion in Mainz überlassen. Wir aber sind in Schupbach oder in Elkerhausen zu Hause. Um da hinzukommen, brauchen wir kein Navi. Wir arbeiten in der Provinz, aber sind nicht provinziell. Und unsere Leser schon gar nicht. Wir betrachten die aktuelle Lage immer unter dem Blickwinkel: „Was heißt das für uns?“ Darauf kommt es an. Und auf unsere Nachbarn und Bekannten, die wir in der Zeitung abgebildet sehen.

Das führt uns zu unserem Kerngeschäft: Kommunikation. Gesellschaft, vor allem eine lokale, braucht das Gespräch. Und Gespräch ist nicht – wie in Sozialen Medien oft der Fall – wenn alle gleichzeitig und durcheinander babbeln. Da kommt doch vergleichsweise wenig heraus. Und was zeichnet ein gutes Gespräch aus? Zuhören und Achtgeben. Darum muss es gehen. Auch wenn man unterschiedlicher Meinungen ist. Das hat was mit Kultur zu tun, dafür wollen wir eintreten und arbeiten.  

In den nächsten Wochen möchte ich Sie über die Hintergründe unsere Arbeit und ihre Perspektiven informieren, damit Sie hinter den Vorhang blicken können, wie „Ihre Heimatzeitung“ funktioniert.