Meinung

Kommentar zu Energieversorgung: Verwöhnt

Mika Beuster

Was wäre, wenn im Kreis Limburg-Weilburg der Strom ausfallen würde? Über diese Infrastruktur macht sich kaum einer Gedanken. Ein Kommentar zur Energieversorgung von Mika Beuster.

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Im Alltag kümmert es uns kaum, es funktioniert einfach. Stecker in die Dose, schon kommt der Strom. Wir verlassen uns darauf; 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Bequem und bislang vergleichsweise günstig. Über das "dahinter", oder wörtlich das "darunter" - die Infrastruktur - macht sich kaum einer Gedanken. Kein Wunder, wir sind geradezu verwöhnt.

Echte Stromausfälle kennen wir nicht. Dabei ist das gar nicht selbstverständlich. In anderen Ländern - nicht Bananenrepubliken, sondern reichen Industriestaaten - wundert sich niemand, wenn das Licht mal ausgeht. Sogar in den USA "Rolling Blackouts", weil Energieversorger bisweilen nicht genug Strom ins Netz speisen. Sind wir zu sorglos geworden, vertrauen blind der Technik bisweilen sogar unser Leben an? Es scheint so. Gewarnt wurden wir aber.

Autor Marc Elsberg hat in seinem Roman "Blackout" beschrieben, welche Horrorszenarien sich entfesseln können, wenn es lange Zeit keinen Strom gibt - das Werk wurde 2012 hoch und runter besprochen, hatte damals sogar die Politik schockiert. Und heute? Kaum etwas ist geschehen.

Wie komplex das Thema auch Limburg-Weilburg betrifft, ist nun im Energie-Ausschuss des Kreistags zu erfahren gewesen. Kreisbrandinspektor Georg Hauch blätterte einen ganzen Blumenstrauß an Bereichen auf, die betroffen sind - und bei denen Vorsorge getroffen werden muss. Der Landkreis hat bereits vieles getan, scheint gut aufgestellt. Der größte Feind dabei ist die Bequemlichkeit von uns Bürgern. Es geht nicht darum, wie manche Verschwörungsmythiker glauben machen wollen, sich ganze Vorratskeller anzulegen, um Wochen autark zu sein. Doch in manchen Haushalten gibt es nicht mal Taschenlampe oder Batterien. Da kann jeder seine eigene kleine Vorsorge treffen.