Meinung

Kommentar zum Start der Getreideernte: Täglich Brot

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VRM Redaktion
Vom Mähdrescher in den Transporthänger und dann los. Auf den Straßen sind jetzt vermehrt Erntefahrzeuge unterwegs. Foto: Jürgen Vetter

"Unser täglich Brot": Zum Start der Getreideernte im Landkreis Limburg-Weilburg kommentiert unser Redakteur Jürgen Vetter.

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Um gesunde, wachstumsstarke Pflanzen und gute Erträge zu bekommen, setzen die Bauern schon spätestens seit der Antike auf wohlgeplante Abwechslung auf ihren Feldern. Auf Nutzpflanzen, die dem Boden besonders viel von bestimmten Nährstoffen entziehen, folgen welche, die sich in genau diesem Bereich zurückhalten, lautet eine der Regeln dazu. Auch Schädlinge und Pilze können so viel besser im Zaum gehalten werden. Diese Praxis nennt sich Fruchtfolge und wird den Landwirten mittlerweile in Teilen auch vorgeschrieben.

Und sie ist ein wichtiger Grund, warum die heimischen Bauern keine sehr große Rolle spielen können, wenn es darum geht, die durch den Ukrainekrieg ausgelöste weltweite Getreideknappheit zu lindern. Etwas mehr ginge wohl schon, glaubt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, doch auch dafür müssten Regelungen vorübergehend außer Kraft gesetzt werden. Unsere Landwirte können uns hier in Deutschland also zwar unser täglich Brot gut sichern, darüber hinaus wird es aber eher schwierig.

Bei aller Misere dürfen wir nicht vergessen, dass die meisten Menschen in unserem Land sich auch bei verdoppelten Erzeugerpreisen für Getreide noch Produkte leisten können, für deren Herstellung Mehl gebraucht wird. In vielen anderen Ländern ist das nicht so. Dort entscheidet der Brotpreis über hungrig oder satt.

Von Jürgen Vetter