Mittelhessen-Wetter: "Achterbahnfahrt der Wetterlagen"

Es wird mit viel Regen zu rechnen sein. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Herbst schien endlich angekommen, als sich der Sommer wieder leise nach Mittelhessen zurückschlich. Wetterexperte Dominik Jung schaut sich das Auf und Ab etwas genauer an.

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MITTELHESSEN. Der September brachte an einigen Orten schon mehr Regen als der gesamte August. Zumindest wenn es nach der Einschätzung von Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met geht. Das nasse Wetter mache allerdings am heutigen Montag eine Pause. "Es wird sonnig und warm", sagt Jung und führt weiter aus: "Wie schon vor Tagen angekündigt macht sich bei uns ein Ex-Hurrikan mit dem Namen Danielle bemerkbar. Dieser pumpt die warmen Luftmassen von der Iberischen Halbinsel bis zu uns nach Deutschland."

Als Ergebnis dieser warmen Luftmassen in Deutschland erwartet der Experte auch in Mittelhessen Temperaturen um die 25 Grad und mehr. Am Dienstag seien im Südwesten sogar bis zu 30 Grad möglich. Im Anschluss komme jedoch eine markante Luftmassengrenze am Mittwoch und die brächten stellenweise sintflutartigen Regen.

Wenn zwei Luftmassen aufeinandertreffen"

Unter einer Luftmassengrenze verstehen Meteorologen ein Gebiet, in dem zwei Luftmassen unterschiedlicher Temperatur oder Feuchte aufeinandertreffen und keine der beiden die andere verdrängen kann. Diese Grenzen sind im Normalfall zwischen 20 bis zu 200 Kilometer breit. An der Luftmassengrenze entstehen oft große Niederschlagsmengen, da die Grenze teilweise stunden- oder sogar tagelang örtlich stabil bleibt.

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Auch besagte Luftmassengrenze sorge laut Jung immer wieder für stundenlangen, starken Regen. "Es ist eine sehr scharfe Grenze", stellt der Meteorologe klar und warnt vor vollen Kellern und Aquaplaning. "Dabei kommen bis zu 95 Liter Regen zusammen", schätzt er und mutmaßt, dass das an manchen Stellen für einige Bäche zu viel sein könnte.

Deutschlandweit der schönste Tag

Doch vorher werde es, wie bereits erwähnt, noch einmal sehr warm werden. "Wir bekommen deutschlandweit den schönsten Tag dieser Woche", stellt der Diplom-Meteorologe im Hinblick auf den 12. September in Aussicht und ergänzt: "Am Dienstag wird es zwar noch etwas wärmer werden, aber eben nicht mehr so sonnig, dann sind mehr Wolken unterwegs."

Ab Donnerstag, 15. September, würden die Höchstwerte dann in den Kellern stürzen. Die Tageswerte lägen ab Donnerstag nur noch um 15 bis 20 Grad, nachts teilweise unter 10 Grad, stellenweise nächste Woche unter 5 Grad. "Es wird richtig frisch werden", fasst Jung zusammen. "Der Herbst scheint sich langsam einzunisten."

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Der Herbst setzt sich also in der zweiten Wochenhälfte voll durch. Der Experte spricht sogar von einer "Achterbahnfahrt der Wetterlagen". Dominik Jung fasst zusammen: "Erst Sommerwetter, dann Vollherbst und teilweise schon Frühwinter durch die recht kalten Nachtwerte. Ein sehr warmer Altweibersommer ist aktuell nicht in Sicht. Es könnte zwar nächste Woche sonniger und schöner werden, doch die Höchstwerte bleiben meist ziemlich weit im Keller."

So geht es in den kommenden Tagen weiter:

Montag: 20 bis 28 Grad, viel Sonnenschein und trocken Dienstag: 19 bis 30 Grad, aus Norden mehr Wolken, aber wenig Regen, im Süden Sommerwetter Mittwoch: 17 bis 26 Grad, in der Mitte und im Süden stellenweise Dauerregen und Überflutungen Donnerstag: 15 bis 19 Grad, durchwachsen mit Schauern und Gewittern Freitag: 15 bis 18 Grad, wechselhafter Start ins Wochenende, kühl und Schauer Samstag: 13 bis 17 Grad, in den Alpen Schnee bis auf 1500 m Sonntag: 11 bis 15 Grad, in den Alpen Schnee bis auf 1300 m Montag: 13 bis 17 Grad, meist trocken mit Sonnenschein