Warum ist Limburg beim Glasfaserausbau ein schwieriges Pflaster?

Martin Rudersdorf ist der Breitbandkoordinator des Landkreises Limburg-Weilburg. Der frühere Bürgermeister von Beselich hält in seinem Büro in Obertiefenbach ein Glasfaserbündel in der Hand. Er betreibt dort eine eigene Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft.

Rund um Limburg hat sich beim Ausbau des schnellen Internets viel getan. Was in der Kreisstadt anders ist, erklärt der Breitbandkoordinator des Landkreises, Martin Rudersdorf.

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Wie viele Unternehmen gibt es im Landkreis Limburg-Weilburg, die Glasfaser verlegt haben oder noch verlegen werden?

Die Deutsche Glasfaser ist in einigen Kommunen im Süden des Landkreises vertreten und die Deutsche GigaNetz im früheren Oberlahn-Kreis inklusive einiger Gemeinden im Norden. Eine Sonderrolle nimmt Beselich ein: Hier ist die Telekom aktiv geworden, in Elz gibt es eine Kooperation der Telekom mit dem Energieunternehmen Syna, in Hadamar Kernstadt haben sowohl die Syna/Telekom als auch Vodafone Glasfaser für private Haushalte verlegt.

Was ist mit den vielen Aussiedlerhöfen an den Ortsrändern, bekommen die auch Glasfaser?

Aussiedlerhöfe, die von diesen Unternehmen nicht direkt mit Glasfaser angebunden werden, müssen nicht auf das schnelle Internet verzichten. Sie sollen im Rahmen der Breitbandförderung des Bundes und des Landes sowie mit finanzieller Unterstützung durch den Landkreis und die Kommunen erschlossen werden. Ein entsprechender Förderantrag ist in Vorbereitung. Das mittelfristige Ziel ist: Glasfaser überall im Landkreis, für jedes Unternehmen und jeden Privathaushalt.

Was wird öffentlich gefördert und was nicht?

Die Maxime lautet: Markt vor Staat. Nur wenn kein Unternehmen eigenwirtschaftlich einen Glasfaserausbau vornimmt, können Fördermittel beantragt werden. In unserem ersten Bauabschnitt wurde 2016 landkreisweit der Glasfaserausbau bis zu den grauen Verteilerkästen gefördert, die jeder schon mal gesehen hat. Auf der „letzten Meile“ liegen noch die alten Kupferkabel mit begrenzten Bandbreiten. Uns war damals schon bewusst, dass das eine Übergangslösung ist, zukunftssicher ist der Glasfaserausbau bis in die Wohnung oder in das Unternehmen. Auch der Glasfaserausbau an den Schulen und in den Gewerbegebieten im Landkreis ist öffentlich gefördert worden, weil das ein wichtiger Standortfaktor ist.

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Woher kommen Firmen wie Deutsche Glasfaser und Deutsche GigaNetz?

Weil in Deutschland in der Vergangenheit viel zu wenig Glasfaserleitungen verlegt worden sind, sind rund 30 dieser Unternehmen entstanden. Dahinter stecken oft internationale Rentenfonds, die die Investition ins deutsche Glasfasernetz tätigen, weil sie es als interessantes Renditeobjekt betrachten. Hinter der Deutschen GigaNetz steckt zum Beispiel ein britischer Rentenfonds. Die Telekom als Platzhirsch mit ihrem technisch veralteten Kupfernetz hat inzwischen auch auf die geänderten Marktgegebenheiten reagiert und die GlasfaserPlus gegründet, dahinter steckt ebenfalls ein großer Finanzinvestor.

In Ihrer Aufzählung der heimischen Kommunen mit Glasfaser-Perspektive fehlt Limburg.

Limburg ist ein spezieller Fall im Landkreis. 2019 hat die Deutsche Glasfaser hier vergeblich versucht, genügend Privathaushalte von ihrem Angebot zu überzeugen. Noch bis Ende Februar will das nun die Deutsche GigaNetz erreichen, hat aber auch noch nicht genügend Haushalte erreicht, damit sich ein eigenwirtschaftlicher Ausbau rentiert. Ich hoffe sehr, dass es klappt: Glasfaser mit sehr hohen Bandbreiten, also schnellem Internet, gehört die Zukunft.

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Diese Karte vom Landkreis Limburg-Weilburg zeigt farblich markiert die Unternehmen, die den Glasfaserausbau für Privathaushalte privatwirtschaftlich vorantreiben: Orange steht für die Deutsche GigaNetz im Nordkreis und in weiten Teilen des früheren Oberlahnkreises, das Blau in einigen Südkreis-Kommunen steht für die Deutsche Glasfaser, der Magenta-Ton für die Telekom in Beselich und Elz (in Kooperation mit der Syna), und das Rot in Hadamar für Vodafone, wobei dort auch die Telekom aktiv ist. Limburg ist noch ein weißer Fleck, weil noch nicht fest steht, ob die Deutsche GigaNetz hier tätig werden wird.
Diese Karte vom Landkreis Limburg-Weilburg zeigt farblich markiert die Unternehmen, die den Glasfaserausbau für Privathaushalte privatwirtschaftlich vorantreiben: Orange steht für die Deutsche GigaNetz im Nordkreis und in weiten Teilen des früheren Oberlahnkreises, das Blau in einigen Südkreis-Kommunen steht für die Deutsche Glasfaser, der Magenta-Ton für die Telekom in Beselich und Elz (in Kooperation mit der Syna), und das Rot in Hadamar für Vodafone, wobei dort auch die Telekom aktiv ist. Limburg ist noch ein weißer Fleck, weil noch nicht fest steht, ob die Deutsche GigaNetz hier tätig werden wird. (© Martin Rudersdorf)

Warum ist Limburg ein schwieriges Pflaster?

Dieses Problem gibt es in vielen Städten, in denen es bereits eine gute Breitbandversorgung mit VDSL der Telekom gibt; die alten Kupferkabel wurden hier vor einigen Jahren technisch mit Vectoring oder Super Vectoring aufgerüstet, um höhere Bandbreiten von maximal bis zu 250 Mbit zu erreichen. Damit ist jedoch technisch das Ende der Fahnenstange erreicht. Dazu kommt das Kabelnetz von Vodafone, mit dem nicht nur Fernsehen geschaut werden kann, sondern auch Internet-Bandbreiten von 600 bis 800 Mbit im Download möglich sind. Das entspricht zumindest den hohen Bandbreiten von Glasfaser, die sie zum Beispiel zum Streamen von Filmen in sehr hoher Bildqualität benötigen. Die Achillesferse beim Internet über Kabelnetz sind die geringen Upload-Bandbreiten von nur bis zu 50 Mbit. Bei Glasfaser sind symmetrische Bandbreiten möglich, die Upload-Rate ist so hoch wie beim Download. Das ist wichtig, wenn Sie große Datenmengen wie Fotos per E-Mail verschicken wollen.

Ist das noch zu gute Angebot der Grund, warum in der Kernstadt in Limburg die Nachfrage nach Glasfaser deutlich geringer ist als in den Stadtteilen?

Ja. Überall, wo Vodafone Bandbreiten aus seinem Kabelnetz anbietet, hat es die Deutsche GigaNetz sehr schwer, diese Haushalte von ihrem Angebot zu überzeugen. Das gilt für die Kernstadt, Teile von Linter und Staffel sowie für Offheim und Eschhofen. Der größte Zuspruch für Glasfaser in Limburg gibt es dort, wo es kein Internet über Kabel gibt: Das ist in Ahlbach, in Dietkirchen und in Lindenholzhausen der Fall.

Was passiert, wenn die GigaNetz nicht genügend Haushalte in Limburg von Glasfaser überzeugt?

Die gute Nachricht ist: Limburg ist für die Telekommunikationsunternehmen ein interessanter Standort und wird eigenwirtschaftlich mit Glasfaser ausgebaut, egal von wem und wann. Die Telekom hat vergangenes Jahr angekündigt, auf eigene Kosten in die Limburger Privathaushalte Glasfaser verlegen zu wollen. Die Frage ist nur, wann konkret ein flächendeckender Ausbau in Limburg erfolgt, denn das passiert aktuell in sehr vielen größeren Städten, und die Baukapazitäten sind begrenzt. Unternehmen ohne Bestandsnetze wie die Deutsche GigaNetz oder die Deutsche Glasfaser haben ein hohes Eigeninteresse daran, Glasfaser schnell und vor allem flächendeckend zu verlegen, weil sie erst dann mit den monatlichen Entgelten von den Verbrauchern Erträge erzielen können. Die Telekom oder die Vodafone können sich wegen ihrer vielen Bestandskunden da mehr Zeit lassen, sie verdienen ja schon mit dem Kupfernetz und Kabelnetz Geld.

Wie ist das für Privatkunden, die sich für Glasfaser entscheiden: Kann ich nach der Mindestvertragslaufzeit zu jedem beliebigen Anbieter wechseln?

Ja, das geht dem Grunde nach, aber es ist durchaus möglich, dass der neue Anbieter andere Endkundenprodukte anbietet. Es hängt davon ab, für welche anderen Anbieter diese Netze geöffnet werden. Bei einem eigenwirtschaftlichen Ausbau, also ohne öffentliche Gelder, gibt es dazu keine Verpflichtung. Trotzdem öffnen die Unternehmen, die Glasfaser auf eigene Kosten verlegt haben, ihre Netze später für andere Anbieter. Diese müssen dann dafür ein Entgelt an den eigentlichen Netzbetreiber zahlen.

Ich habe in diesem Fall also nicht die volle Auswahl?

Letztlich können die Kunden wieder auf das weiterhin vorhandene Kupfernetz ausweichen, allerdings ist dann das Internet wieder langsamer. Das Problem sind Telekom und Vodafone als sogenannte marktbeherrschende Unternehmen. Weil sie ein eigenes Netz und viele Bestandskunden haben, öffnen sie dieses aktuell noch nicht oder sehr eingeschränkt für andere Mitbewerber. Ich bin davon überzeugt, dass sich das ändern wird, wenn überall Glasfaser liegt. Das wird dann wie bei der Stromversorgung sein, wo die Verbraucher die Versorger wechseln können, egal, wer das Netz betreibt.