Das klassische "AnrufSammel-Taxi" fährt weiter durch Limburg

Was tun, wenn kein Bus (mehr) fährt? Seit 2015 ist es den Limburgern möglich, das AST genannte "AnrufSammel-Taxi" zu ordern. Nun soll das System modernisiert werden. Archivfoto: Stadt Limburg

Weil Bieter bei einer Ausschreibung zur Modernisierung geschlampt haben, verzögert sich die Modernisierung des "AnrufSammel-Taxis" in Limburg.

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LIMBURG. Das klassische "AnrufSammel-Taxi" (AST) wird optional noch bis Ende des Jahres in Limburg unterwegs sein - weil bei der Vergabe neuer Technologien Bieter geschlampt haben.

Ursprünglich war geplant, den Dienst ab Juni zu einem sogenannten On-Demand-Dienst (Fahrten auf Abruf) auszubauen. Dazu gehören der Einsatz von E-Fahrzeugen und eine Buchungsapp. Bei Anschaffung respektive der zentralen Ausschreibung der Elektro-Fahrzeuge für den neuen On-Demand-Dienst kam es zu Verzögerung. Um weiterhin Fahrten am Abend und in der Nacht anbieten zu können, haben sich der Magistrat und die Betriebskommission der Stadtlinie dazu entschlossen den bestehenden Vertrag für das "AnrufSammel-Taxi" zu verlängern. Dies teilte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) der Stadtverordnetenversammlung mit.

Das "AnrufSammel-Taxi" gibt es seit 2015. Seitdem sind die Nutzerzahlen stetig gestiegen und lagen vor Corona bei rund 3000 Nutzern im Monat. Durch die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen sind die Zahlen zwar etwas gesunken, aber nicht wie bei anderen Anbietern im Öffentlichen Personennahverkehr eingebrochen.

Seit 2020 arbeitet die Stadtlinie an der Erweiterung des Angebots. Ziel ist die Ausweitung der Fahroptionen rund um die Uhr und vor allem in den Stadtteilen. Künftig soll es schon tagsüber möglich sein, Verbindungen zwischen den Stadtteilen und in Teilen der Kernstadt wie zum Beispiel Blumenrod, in denen heute keine Direktverbindungen existieren, mit dem neuen Angebot zu nutzen.

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Dahinter steckt das Projekt Mobilität-On-Demand, welches gemeinsam durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und neun weiteren Partnern umgesetzt wird und durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie das Land Hessen unterstützt wird.

Der englische Begriff Mobilität-On-Demand bedeutet zu Deutsch Mobilität auf Abruf. Per App oder Anruf wird ein Fahrzeug bestellt, das den Nutzer zum gewünschten Ort bringt. Gleichzeitig gehen Anfragen anderer Nutzer ein und eine Software berechnet die günstigste Strecke, sodass mehrere Nutzer gemeinsam fahren können. Gefahren wird dabei ohne Emissionen mit Elektrofahrzeugen.

Gemeinsam mit den Projektpartnern hat die Stadt Limburg eine europaweite Ausschreibung für Elektrofahrzeuge durchgeführt. Durch formale Fehler und Nicht-Einhaltung der Vergaberichtlinien seitens der Bieter muss die Ausschreibung wiederholt werden. Daher wurde eine zweite, überarbeitete Ausschreibung veröffentlicht, welche bis Ende März laufen wird.

Mit einem Zuschlag wird Mitte April gerechnet, sodass der Betriebsstart des On-Demand-Dienstes zum 1. Juni gefährdet wäre. "Um eine Unterbrechung im Angebot zu vermeiden, werden die Verträge für das ,AnrufSammel-Taxi' verlängert", sagt der Erste Stadtrat.