Gewerkschaft warnt im Kreis Limburg-Weilburg vor Mietenkeule

"Haushalte nicht wie eine Zitrone auspressen": Die IG Bau fordert stabile Mieten. Foto: Dreyling

Die IG Bau fordert Vermieter auf, Maß zu halten. Angesichts der derzeitigen Inflation könnten die Haushalte nicht "wie eine Zitrone" ausgepresst werden.

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LIMBURG-WEILBURG. Der Landkreis Limburg-Weilburg wohnt auf insgesamt rund 9,2 Millionen Quadratmetern, verteilt auf 83.840 Wohnungen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die IG BAU beruft sich dabei auf aktuelle Daten zum Wohnungsbestand vom Statistischen Bundesamt.

Demnach haben rund 19.400 Wohnungen im Kreis Limburg-Weilburg sieben oder sogar mehr Räume. "Wer so eine große Wohnung hat, die ihm auch noch gehört, hat eine Sorge nicht: die Angst vor steigenden Mieten", sagt Karl-Heinz Michel. Der Vorsitzende der IG BAU Wiesbaden-Limburg warnt die Immobilienwirtschaft davor, die Mietenspirale weiter nach oben zu drehen und damit die Inflation zusätzlich anzuheizen.

Michel fordert Privatvermieter genauso wie Wohnungsgesellschaften auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Dies bedeute, bei den Mieten Maß zu halten und auf Steigerungen weitgehend zu verzichten.

"Gerade jetzt geht es darum, eines für den Wohnungsmarkt klar auszusprechen: Es ist ungehörig, die Zitrone weiter auszupressen. Ein Großteil der Haushalte wird durch die Kostenexplosion bei den Heizkosten ohnehin schon finanziell in die Knie gezwungen. Da darf nicht auch noch die 'Mietenkeule' hinterherkommen", so Michel.

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Darüber hinaus warnt die IG BAU vor einer "Lähmungsphase beim Wohnungsbau". Angesichts der aktuell schwierigeren Neubaubedingungen - hier vor allem Materialengpässe, steigende Materialpreise, hohe Baulandpreise und anziehende Bauzinsen - sei es dringend nötig, nach alternativen Wegen zu suchen. "Was wir jetzt brauchen, ist Flexibilität: Die Schaffung von neuem Wohnraum muss der Situation angepasst werden", sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Michel.

Vor allem Wohnungsbaugesellschaften seien jetzt gefordert, Bauvorhaben anzupassen: "Wenn der Neubau nicht realisierbar erscheint, bietet gerade das Umbauen von vorhandenen Nicht-Wohngebäuden zu Wohnungen große Chancen.

Der Umbau braucht deutlich weniger Material - und ist schon deshalb der passende Weg zu mehr Wohnungen in der Krise. Allein durch den Umbau von Büros, die durch das Etablieren vom Homeoffice nicht mehr gebraucht werden, können viele neue Wohnungen entstehen. Und das deutlich kostengünstiger als im Neubau", so der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Darüber hinaus biete die Dachaufstockung bei Wohnhäusern, die in der Nachkriegszeit bis zum Ende der 90er-Jahre gebaut wurden, ein enormes Potenzial: "Viele neue Wohnungen sind allein hier durch On-Top-Etagen möglich - und ebenfalls günstiger als jeder Neubau", sagt Karl-Heinz Michel. Es lohne sich, eine "Dachaufstockungs- und Umbau-Offensive" zu starten.