Hörer erleben mitreißendes Orchester

Konzert für Oboe und kleines Orchester, D-Dur, AV 144 von Richard Strauss in Limburg: Die Oboistin Johanna Stier bot eine beeindruckende Leistung und zog die Hörer in ihren Bann.   Foto: A. Jung

Das letzte Konzert der Saison hat sich in die Folge der klangvollen Hörereignisse in den vergangenen Monaten eingereiht. Mit ausgezeichneten Musikern und ansprechender...

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Limburg. Das letzte Konzert der Saison hat sich in die Folge der klangvollen Hörereignisse in den vergangenen Monaten eingereiht. Mit ausgezeichneten Musikern und ansprechender Werkauswahl bot es einen würdigen Abschluss der Konzertreihe in der Limburger Stadthalle.

Ein in jeder Hinsicht junges Orchester war an diesem Abend in Limburg zu hören. Die Französische Kammerphilharmonie wurde erst im Jahr 2014 von dem Deutsch-Franzosen Philip van Buren gegründet, aber auch die Ensemblemitglieder selbst sind fast ausnahmslos ganz junge Leute, die mit sichtbarer Begeisterung und mit viel musikalischem Engagement bei der Sache sind.

Das selbst gegebene Motto „Jede Note zählt“ wird in diesem Ensemble feinsinnig ausgelebt. Filigrane Transparenz steht neben kraftvollem Zupacken, kleine Motive in den Nebenstimmen werden genauso fein zur Geltung gebracht wie die Hauptmelodien. Der sympathische Philip van Buren leitet das Orchester effizient, aber ganz ohne Getue. So erschließen sich auch dem begeisterten Hörer alle Facetten einer Komposition.

Am Anfang und Ende des Abends standen zwei Werke der Klassik, eines davon von einem eher unbekannten Meister. Joseph Bologne, Chevalier de Saint Georges war der uneheliche Sohn eines französischen Steuerbeamten und seiner dunkelhäutigen Geliebten auf der Insel Guadeloupe. Ein paar Jahre vor Mozart geboren und drei Jahre nach ihm gestorben, entsprechen seine Werke dem Stil der Frühklassik, wie ihn in Frankreich beispielsweise Francois-Joseph Gossec pflegte. Auch Einflüsse der Mannheimer Schule sind unüberhörbar. Das griffen die Musikerinnen und Musiker mit Verve auf. Starke dynamische Kontraste, rasant gesteigerte Crescendi und pfiffige Akzentuierung gaben der Symphonie G-Dur, op.11,Nr.1 des Franzosen schwungvolle Lebendigkeit.

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Den Abschluss des Abends bildete eine der großen letzten Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart, die sogenannte „Große“ g-moll-Sinfonie Nr.40, KV 550. Schön stellte das Orchester hier die bekannten Themen heraus, aber auch sonst oft durch allgemeines „Lärmen“ verdeckte musikalische Ideen, zum Beispiel in den Holzbläsern bekamen hier einen anderen Stellenwert. Intensiv zelebrierte Motivarbeit ohne das große Ganze aus dem Auge zu verlieren, das zeichnete auch hier den Interpretationsstil des Ensemble aus.

Das Konzert für Oboe und kleines Orchester von Richard Strauss wird zu einem großen Hörerlebnis

Ein besonderes Hörerlebnis stand im Mittelpunkt der Veranstaltung: das Konzert für Oboe und kleines Orchester, D-Dur, AV 144 von Richard Strauss. Auch wenn es aus einer ganz andere Epoche stammt, teilt es mit den beiden umrahmenden Werken die Sanglichkeit und beschwingte Heiterkeit.

Die junge Oboistin Johanna Stier bot eine beeindruckende Leistung und zog die Hörer schnell in ihren Bann. Ein wunderschöner Ton, brillante Atemtechnik, die weit ausgespielte Linien erlaubte, und sensible Gestaltung machten das Werk zu einem außergewöhnlichen musikalischen Genuss.

Auch hier zeigte das Orchester seine Qualitäten, indem es fein abgestuft begleitete, aber auch zu dem für Strauss typischen Schwelgen in Tönen und Harmonien aufblühte. Bestens gerieten auch die Dialoge der Oboe mit einzelnen Holzbläsern oder mit den Violinen.

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Ein toller Konzertabend, der zum Ende der Reihe 2017/2018 noch einmal aufs Schönste das hohe Niveau der Limburger Meisterkonzerte demonstrierte.