Immer mehr Kunden fahren mit dem elektrischen Lahnstar

Der Lahnstar, hier an der Haltestelle Offheim, ist in Limburg seit vergangenem November unterwegs. Er reagiert flexibel auf Kundenwünsche und steht auf Abruf zur Verfügung. Die Fahrzeuge sind mit E-Motoren ausgestattet und die Buchung funktioniert per Smartphone über eine App oder durch telefonische Kontaktaufnahme.  Foto: Stadt Limburg

Das "Taxi" auf Abruf, das der Limburger Nahverkehr seit sieben Monaten anbietet, übertrifft die Erwartungen. Weitere Verbesserungen des Angebots sind geplant.

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LIMBURG. Am 13. November vergangenen Jahres hat der Lahnstar in Limburg das Anrufsammeltaxi (AST) abgelöst. Er fährt elektrisch, kommt auf Abruf und bedient erstmals seit 50 Jahren im Limburger Nahverkehr tagsüber auch die Stadtteile. Über 93 000 Kilometer hat der Lahnstar inzwischen mit Personen zurückgelegt, die ihn gebucht haben. Mehr als 200 Haltestellen im gesamten Stadtgebiet fährt der Lahnstar an. Diese Haltestellen sind so verteilt, dass möglichst fünf Minuten Gehzeit nicht überschritten werden, um sie zu erreichen.

Bald geht's auch ins "Ausland"

Stadtrat Michael Stanke (CDU) zeigte sich erfreut über die Bilanz: "Unsere Erwartungen sind bisher übertroffen worden. Im vergangenen Monat haben wir zum ersten Mal die Fahrgastzahlen aus den besten Tagen des AST übertroffen." Die Rückmeldungen der Fahrgäste seien durchweg positiv.

Verbesserungen sind geplant beziehungsweise stehen unmittelbar bevor. So fährt der Lahnstar bald auch ins "Ausland": Mit der Haltestelle Diez-Ost erreicht er die Nachbarstadt Diez und überquert dabei die Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz.

Der Verkehr in Limburg wird maßgeblich durch das Umland mitgeprägt. Alle, die mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder dem Lahnstar in die Stadt kommen, entlasten die Straßen und tragen zur Reduzierung der Luftschadstoffe bei.

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Mit drei Fahrzeugen ist der Lahnstar von morgens 6 Uhr an unterwegs. Um die Nachmittagszeit kommt dann ein viertes Fahrzeug hinzu. Das AST startete seinen Betrieb erst dann, wenn die Busse der Stadtlinie quasi ihre Fahrten einstellten. Das Angebot des Lahnstar war von Anfang an als Ganztagsangebot geplant, wobei die zentrale Innenstadt erst in der Zeit nach 19 Uhr bedient wird.

Hicham Azzou von der Abteilung ÖPNV in der Stadtverwaltung sieht den Lahnstar auf einem guten Weg, denn das Angebot ist bis zum 30. Juni von 2176 Nutzern gebucht worden. Mitte Februar lag die Zahl noch bei 1257. Für Professor Mathias Kowald von der Hochschule RheinMain, der das Lahnstar-Projekt wissenschaftlich begleitet, ist der hohe Zustrom an Neukunden bemerkenswert: "Wir beobachten bei vielen neuen Mobilitätsangeboten, dass nach anfänglichen Anmeldungen aus Neugier die Zahl der Kunden stagniert. Der kontinuierliche Anstieg der Kundenzahl beim Lahnstar spricht für eine hohe Zufriedenheit der Kunden."

Lahnstar ist Teil eines Pilotprojekts des RMV

Seit siebeneinhalb Monaten ist der Lahnstar in Limburg unterwegs. In den ersten Wochen gab es doch zahlreiche Buchungsanfragen über die App, die negativ beschieden wurden.

Zu den Kunden kam dann das Signal, dass kein Fahrzeug zur Verfügung stehen würde. Dabei wäre jedoch eine Mitfahrt in einem der unterwegs befindlichen Kleinbusse möglich gewesen. Zusammen mit "ioki" als Anbieter des Buchungsprogramms wurden hier Verbesserungen vorgenommen, sodass die Buchungsanfragen deutlich seltener abschlägig beantwortet werden.

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Das On-Demand-Angebot (auf Abruf) der Limburger Stadtlinie ist Teil eines Pilotprojekts des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Es umfasst zehn Städte und Landkreise mit einer Bevölkerung von 1,8 Millionen Menschen. Überall ist für die Fahrten ein Beförderungstarif mit einem Komfortzuschlag zu zahlen. In Limburg beträgt der Tarif 2,20 Euro. Der Komfortzuschlag beträgt 1,50 Euro.