Limburger Dom leuchtet wieder bis 22 Uhr 

Der angestrahlte Dom in Limburg. Aus Sicherheitsgründen wird er wieder mit Scheinwerfern angestrahlt, die auch für gutes Licht auf dem Domplatz sorgen. Um 22 Uhr endet die Beleuchtungszeit.

Um Energie zu sparen, wurde auf die Beleuchtung des Limburger Wahrzeichens verzichtet. Das Licht diene auch die Sicherheit, sagt die Stadt. Zuvor hatte es Beschwerden gegeben. 

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Limburg (red/dick).Der Limburger Dom wird abends wieder angestrahlt. Bis 22 Uhr wird er nun beleuchtet, teilt die dafür zuständige Stadt Limburg mit. „Es ist notwendig, Energie zu sparen, aber wenn die Sicherheit von Menschen davon betroffen ist, dann muss der Aspekt in begründeten Einzelfällen zurückstehen“, sagt Bürgermeister Marius Hahn (SPD) in einer Pressemitteilung. „Mit der Beleuchtung kommen wir unserer Verkehrssicherungspflicht nach.“

Vermehrt sei die Stadt auf die unzureichende Ausleuchtung des Domplatzes aufmerksam gemacht worden. Vor allem aufgrund der vorgelagerten Stufe des Domplatzes sind nach Angaben der Stadt Beschwerden eingegangen, wonach dort Personen im Dunkeln gestürzt seien, unter anderem auch bei Führungen.

Aufgrund der Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen, war auf die abendliche Beleuchtung des Doms seit September verzichtet worden, auch die Lubentius-Basilika in Dietkirchen steht seitdem im Dunkeln, und es gibt weitere Maßnahmen der Stadt, um den Energieverbrauch zu senken. Die Beleuchtung des Doms lässt jedoch nicht nur das Bauwerk selbst in einem hellen Licht erscheinen, sondern beleuchtet auch die Flächen vor dem Dom, erklärt die Stadt Limburg.

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„Lichtverschmutzung“ war 2020 ein Thema

Angestrahlt wird das Limburger Wahrzeichen mit sogenannten Gasentladungslampen, die von ihrer Effektivität den energieärmeren LED-Leuchten nicht sehr viel nachstehen sollen. Wie die Stadt weiter mitteilt, endet die Beleuchtung um 22 Uhr, vor der Verordnung wurde der Dom sogar bis 24 Uhr angestrahlt.

Schon vor mehr als zwei Jahren, im September 2020, war die Beleuchtung des Doms Thema in der Stadtverordnetenversammlung, also lange vor der derzeitigen Energiekrise. Das damalige Argument, den Dom zwei Stunden früher im Dunkeln zu lassen, war die „Lichtverschmutzung“ in der Nacht. Wie sich diese reduzieren lasse, wollte die Sozial-ökologische Fraktion (SÖFL) vom Magistrat wissen (die seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr politisch nicht mehr aktiv ist) und hatte selbst mehrere Vorschläge unterbreitet, die damals von der Stadtverwaltung geprüft und bewertet worden waren.

Die SÖFL hatte unter anderem vorgeschlagen, die Beleuchtung des Doms schon um 22 Uhr abzuschalten - zwei Stunden früher als bislang. Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) hatte in seiner Antwort darauf hingewiesen, die Dom-Beleuchtung früher abzuschalten, sei „eine politische Entscheidung“, könnte also jederzeit umgesetzt werden, sofern dies eine Fraktion im Stadtparlament beantragt und dafür eine Mehrheit gefunden habe.

Innenstadt-Beleuchtung kostet 28 900 Euro

Im Sommer dieses Jahres hatte sich die FDP-Fraktion mit Blick auf die Energiekrise mit einer Anfrage des Themas „nächtliche Beleuchtung“ allgemeiner angenommen. Denn die Beleuchtung von Gebäuden und Plätzen in der Limburger Innenstadt kostet die Stadt pro Jahr immerhin rund 28 900 Euro an Strom, was nach der zum Jahreswechsel angekündigten drastischen Strompreiserhöhung deutlich mehr sein dürfte.

Der Erste Stadtrat hatte in seiner Antwort betont, auch wenn der Magistrat zurzeit alle Energieverbräuche in Limburg vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung überprüfe, „werden dabei keine Abstriche bei der öffentlichen Sicherheit gemacht, wenn die Beleuchtung der Nahmobilität bzw. der Sicherheit auf Fuß- und Radwegen dient“, stellte er klar. Insgesamt gebe es neben der Beleuchtung des Doms 20 weitere Lichtpunkte zur Anstrahlung von Gebäuden oder Plätzen in der Innenstadt, darunter unter anderem Bodenstrahler auf dem Europaplatz (neben dem Rathaus) sowie auf dem Kornmarkt und der Plötze in der Altstadt.

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Auch Leberecht war die unangenehme Dunkelheit im Herbst auf dem Domplatz aufgefallen. Wer dort den Sonntag mit der Abendmesse ausklingen lassen wolle, brauche eine gute Orientierung. Wer sich nicht auskennt, könnte die hohe Stufe übersehen, die auf die Domplatte führt. Gerade ältere Menschen fühlten sich aus Sorge vor möglichen Stürzen unsicher.