Zwölfjähriger aus Mengerskirchen gewinnt Orgelwettbewerb

Er kann eine fünfköpfige Jury auf der ganzen Linie überzeugen: Der zwölfjährige Leonard Grütel (Mitte) hat beim Orgelwettbewerb in Laubach einen "Klangzauber" entfacht und sich so den ersten Platz im Wettbewerb gesichert.  Foto: : Angela Stender/Dekanat

Leonard Gürtel hat einen "Klangzauber"entfacht. Damit hat der Schüler auf der ganzen Linie eine fachkundige Jury überzeugt - und den ersten Preis beim Orgelwettbewerb eingespielt.

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MENGERSKIRCHEN. "Er ließ gleich aufhorchen, weil er einen Klangzauber entfachte". Nicht nur damit beeindruckte der zwölfjährige Leonard Gürtel aus Mengerskirchen. Der diesjährige Sieger im fünften Orgelwettbewerb für nebenamtliche Organistinnen und Organisten überzeugte die fünfköpfige Jury in Laubach auf der ganzen Linie. Und so stand der Kleinste der fünf Teilnehmenden am Sonntag nach dem Gottesdienst mit strahlendem Lächeln vor der applaudierenden Gottesdienstgemeinde und nahm die Orgelpfeife für den Sieger und den Scheck der Sparkasse Laubach-Hungen aus den Händen von Sparkassenvorstand Heiko Laidig entgegen.

Der Schüler aus dem evangelischen Dekanat an der Dill nimmt erst seit drei Jahren Orgelunterricht. Die Jury lobte ihn auch für sein liturgisches Orgelspiel. Dabei "sprüht er vor guten Ideen, die die Gemeinde zum Mitsingen motivieren".

Jury lernt ein neues Stück kennen

Nicht weniger glücklich strahlten Anna Pauline Dückert, Jonathan Beyer und Laurin Zeissler. le drei hatten bei den beiden Vorspielen am Freitag und Samstag exakt dieselbe Punktzahl erreicht und teilten sich den zweiten Platz. Anna Pauline Dückert aus Kronberg im Taunus (Dekanat Kronberg) ist ebenfalls zwölf Jahre alt und die Jüngste im Wettbewerb. Jonathan Beyer kommt aus Heuchelheim im Dekanat Gießen. Seit 2019 nimmt der 18-jährige Laurin Zeissler aus Seeheim (Dekanat Bergstraße) Unterricht.

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Obwohl es für diesen Orgelwettbewerb weniger Anmeldungen aus den Propsteien der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gab als sonst, ist Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wegen der Corona-Pandemie, den schwierigeren Bedingungen für den Orgelunterricht und die Gottesdienst-Ausfälle habe man sich im Vorfeld gefragt, wie sehr die Pandemie dem Wettbewerb schaden werde. Corona machte im letzten Moment noch aus den eigentlich sechs Anmeldungen fünf - ein Kandidat war wenige Tage vor dem Wettbewerb erkrankt und musste seine Teilnahme absagen.

Bemerkenswert sei für sie neben dem sehr niedrigen Altersdurchschnitt der Spaß der Teilnehmenden am Ausreizen der Klangvielfalt der Laubacher Orgel. Die Literaturauswahl war so breit, dass auch die fachkundige Jury ein neues Stück kennenlernen durfte.

Mit der stilistischen Vielfalt und der Lust am Experiment der dargebotenen Leistungen seien die Teilnehmenden am fünften Laubacher Orgelwettbewerb "ein Schatz für unsere Kirche", betonte Christa Kirschbaum in ihrer Laudatio. Sie dankte in diesem Zusammenhang den insgesamt 3300 Menschen, die in der Landeskirche neben Beruf, Schule, Ausbildung oder Studium regelmäßig Gottesdienste mit ihrem Orgelspiel bereichern. Ihr Dank galt ebenfalls der Sparkassenkulturstiftung und der Sparkasse Laubach-Hungen mit ihrem Vorstand Heiko Laidich, der Stadt Laubach sowie dem Evangelischen Dekanat Gießener Land, das am Sonntag durch Dekanin Barbara Lang vertreten war. Sie beteiligte sich auch an der Gestaltung des Gottesdienstes zusammen mit der Laubacher Pfarrerin Anke Stöppler. Die Predigt hielt Propst Matthias Schmidt. Der "allerwichtigsten Person" für den Orgelwettbewerb, Dekanatskantorin Anja Martine, dankte sie mit einem Geschenk und vielen lobenden Worten: Dank ihrer Organisation und den vielen Helfenden in der Laubacher Kirchgengemeinde gelinge es immer wieder aus der Jury und den Teilnehmenden für die Dauer des Wettbewerbs ein "Familientreffen" zu machen - nicht zuletzt durch die gute Betreuung und die hervorragende kulinarische Versorgung.