758 Unterschriften fürs Runkeler Blättchen

Übergabe der Unterschriften vor dem Rathaus: Jürgen Broghammer überreicht Bürgermeister Michel Kremer die Liste im Beisein weiterer Mitglieder des Vereinsrings. © Klaus-Dieter Häring

Die Bürger wollen ihr Mitteilungsblatt behalten und kämpfen dafür. Eine Umfrage, die gerade läuft, soll mehr Klarheit bringen.

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RUNKEL. Die Runkeler kämpfen für das Weiterbestehen des "Runkeler Blättchens". Jetzt sind 758 Unterschriften für den Erhalt des Mitteilungsblattes vor dem Rathaus an Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) übergeben worden.

Der Protest in der Burgenstadt ist groß, seitdem die Stadtverordneten im September das neue Konzept für das Runkeler Blättchen abgelehnt hatten. Banner wurden aufgehängt, eine Bürgerinitiative gegründet und Unterschriften für das Fortbestehen gesammelt. Zudem gab es einen offenen Brief an die Mandatsträger.

In der September-Sitzung hatte das Parlament aber auch beschlossen, dass es noch eine Umfrage geben soll, um zu sehen, wie die Bevölkerung zum Blättchen steht. Bevor die 758 gesammelten Unterschriften dem Runkeler Bürgermeister übergeben wurden, querte eine junge Austrägerin den Platz vor dem Rathaus. In ihrer Tasche war die aktuelle Ausgabe des Blättchens. Darin liegt ein Abstimmungszettel, auf dem die Haushalte in Runkel und seinen Stadtteilen nach ihrer Meinung zu dem Mitteilungsblatt gefragt werden.

Damit niemand hingeht und den Zettel kopiert, wurde dieser mit einer fortlaufenden Nummer versehen. "Mehrfachnummern werden dann aussortiert", sagte Bürgermeister Michel Kremer. Das Ergebnis werde im nächsten Blättchen bekannt gegeben. Erst einmal wird es das Stadtmagazin weiter geben, weil der Vereinsring die nächsten beiden Ausgaben übernimmt, erklärte Jürgen Broghammer. "Die älteren Leute warten doch darauf", sagte der Vorsitzende der Runkeler Feuerwehr. Er könne sowieso nicht nachvollziehen, dass es an 10 000 Euro Herstellungskosten hängen solle und "solch eine wichtige Einrichtung" eingestellt werde und es "darüber solch einen Zirkus" gebe. Auch die anderen Vertreter von den 16 Vereinen aus dem Vereinsring kämpfen um das Weiterbestehen des Blättchens und weisen auf die 758 Unterschriften hin, die "nicht progressiv gesammelt wurden". Dazu käme noch eine Onlineumfrage, die zu 90 Prozent für das Blättchen ausgegangen wäre.

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Überlegungen zu Einsparmöglichkeiten

Laut Bürgermeister Michel Kremer wird das Ergebnis der aktuellen Umfrage im Dezember in der Stadtverordnetenversammlung besprochen.

Den Widerstand gegen die Einstellung gebe es schon seit sechs Wochen, sagte der Runkeler Ortsvorsteher René Langrock (SPD). "Passiert ist aber nichts", fügte er an. Das neue Ergebnis, wenn es denn positiv ausfalle, sei "ein Entscheidungsbild für die Kommunalpolitiker". Der Ortsbeirat von Runkel setze sich für eine Fortführung des Blättchens ein, da dort wertvolle Daten und Mitteilungen für die Bürger zu finden seien.

Einfach macht man sich das Ganze aber auch beim Vereinsring nicht. Auch dort gibt es Überlegungen zu eventuellen Einsparmöglichkeiten. Unter anderem wird daran gedacht, die Blättchen ehrenamtlich auszutragen.

Das Runkeler Blättchen wurde vor 13 Jahren aus der Taufe gehoben und seither vom "ipunkt Studio für Werbung" von Gaby Heide umgesetzt. Herausgeber des Magazins war die Stadt. Da dies nach einem Gerichtsurteil nicht mehr sein darf, steht das Stadtmagazin auf dem Prüfstand. Hinzu kommen finanzielle Gründe.