Coronavirus: Weilburger Schüler sollen freiwillig in Quarantäne

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Berge, Schnee und Sonne ganz im Norden Italiens: So sieht für viele der perfekte Skitrip aus. Weilburger Schüler, die vom Skifahren in Südtirol zurückkommen, sollen nun freiwillig zu Hause bleiben. Foto: flyupmike/Pixabay

28 Schüler und fünf Lehrer der Jakob-Mankel-Schule in Weilburg sollen zwei Wochen lang nicht in die Schule gehen. Sie kommen direkt von einer Skifreizeit in Südtirol.

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. Weilburg28 Schüler und fünf Lehrer der Weilburger Jakob-Mankel-Schule sollen freiwillig zwei Wochen zu Hause bleiben. Sie sind am Freitag von einer einwöchigen Skifreizeit aus Südtirol zurückgekommen. Die norditalienische Region war am Donnerstagabend vom Robert-Koch-Institut (RKI) in die Liste der Corona-Risikogebiete aufgenommen worden.

Das Gesundheitsamt lege es den Familien nahe, die Jugendlichen für 14 Tage in häuslicher Quarantäne zu lassen, sagte der Sprecher des Landkreises, Jan Kieserg. Er betonte, dass es sich dabei um keine behördliche Anordnung handele, sondern die Quarantäne auf Freiwilligkeit basiere. Denn die Schüler und Lehrer gelten derzeit nicht als infiziert oder als Kontaktperson ersten Grades (Kontakt zu einem Corona-Patienten).

Ministerium verbietet Schulfahrten in Risikogebiete

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Laut Kieserg sind mit Stand Freitagnachmittag alle im Bus befindlichen Schüler und Lehrer symptomfrei gewesen. Deswegen würden zunächst keine Tests angeordnet. "Solange sie symptomfrei sind und es ihnen gut geht, wird das Gesundheitsamt sporadisch mit ihnen in Kontakt bleiben", sagte Kieserg.

Am Ende der zwei Wochen werde der Gesundheitszustand bei allen Schülern und Lehrern abgefragt. Gehe es ihnen gut, könne die freiwillige Quarantäne beendet werden. Die Weilburger Schüler waren Teil einer größeren Reisegruppe, zu der auch 15 Schüler und zwei Lehrer der Goldbachschule in Dillenburg-Frohnhausen gehörten.

An der Mankel-Schule seien keine Vorsichtsmaßnahmen nötig, weil die Schüler, die aus Südtirol zurückkommen, keinen Kontakt zu anderen Schülern hatten, erklärt Dirk Fredl, Sprecher des Staatlichen Schulamtes in Weilburg. Der Unterricht gehe für alle anderen weiter. Die Schüler, die freiwillig in Quarantäne bleiben, sollen über die Aufgaben informiert werden, sodass sie zu Hause lernen könnten. Nach ihrer Rückkehr an die Schule sei es Aufgabe der Lehrer, sicherzustellen, dass die Schüler den Anschluss im Unterricht finden, so Fredl.

Das Schulamt hatte zusammen mit dem Landkreis den Schulen in der vergangenen Woche empfohlen, die Reisen nicht anzutreten. "Aber wir können nur empfehlen", sagte Fredl. Die Schulleitungen hätten dies auch "sehr ernst genommen". Solange aber keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die Zielregion vorliege, sei es an den Auftraggebern der Reise - in diesem Fall den Eltern, die dafür bezahlen - zu entscheiden, ob die Fahrt stattfinden soll oder nicht, erklärte der Schulamtssprecher.

Ergebnisse für isolierte Fußballfans stehen noch aus

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Die Mankel-Schule habe kurz vor der Fahrt einen Elternabend organisiert, um die Eltern über mögliche Konsequenzen, wie eine drohende Quarantäne, zu informieren, sagte Fredl. Die anwesenden Eltern hätten sich an dem Abend klar für die Fahrt nach Südtirol ausgesprochen.

Ein Votum, das auch Eltern von Schülern der Weiltalschule fällten. Die Jugendlichen aus Weilmünster sollen an diesem Wochenende zur Skifreizeit nach Österreich aufbrechen.

Am Freitagnachmittag hat das hessische Kultusministerium derweil entschieden, dass alle geplanten Schülerfahrten in Corona-Risikogebiete nicht mehr gestattet sind. Das teilte Schulamtssprecher Fredl mit. Für alle anderen Ziele außerhalb Deutschlands müsse eine Rücksprache mit dem Gesundheitsamt erfolgen. Unterdessen befinden sich im Kreis weiterhin nur drei Personen in Quarantäne, die vom Gesundheitsamt angeordnet wurde, teilte Kreissprecher Kieserg mit. Dabei handelt es sich um drei Fußballfans, die als Teil einer fünfköpfigen Gruppe beim Europa-League-Spiel von Eintracht Frankfurt in Salzburg waren.

Einer der Mitreisenden hatte sich zuvor mit dem Coronavirus angesteckt und wurde in Frankfurt stationär isoliert. Die drei Kontaktpersonen aus dem Kreis wurden ebenfalls getestet. In einem Fall liegt ein negatives Ergebnis vor. Auf die Ergebnisse der beiden anderen Personen warte man noch, sagte Kieserg am Freitagmittag.

Darüber hinaus haben sich zwischenzeitlich auch Menschen im Kreis über ihren Hausarzt freiwillig testen lassen. Dabei sei bisher ebenfalls keine Infektion festgestellt worden.

Der Landkreis hat ein Bürgertelefon für alle Fragen rund um das Coronavirus geschaltet, das auch am Wochenende rund um die Uhr besetzt ist. Es ist erreichbar unter 0 64 31-2 96 96 66.

Von Olivia Heß