Die "Waldkönner" von der Walderbachschule Weilburg

Hier geht es um das Erkennen von Kräutern - anhand des Duftes gelingt es ganz gut.  Fotos: Margit Bach

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald würdigt das Engagement von Kindern und Jugendlichen für die Natur

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WEILBURG. "Summ, summ, summ, wo Blumen und Kinder sind, ist die Biene zu Hause", ist auf einem Plakat zu lesen. "Und wenn schon der Schmetterlingsflieder direkt hinter dem Insektenhotel wächst, dann kann man es besser nicht machen", sagte Werner Wernecke, der Kreisvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), in der Walderbachschule in Weilburg. Denn die Schule wurde an diesem Tag als "Waldkönner-Schule" ausgezeichnet. Das Zertifikat überreichte Andrea Joost, die dreieinhalb Jahre die "Klimakönner" in Hessen betreut und zertifiziert hat und nun auch für die "Waldkönner"-Projekte zuständig ist. Wernecke betonte, dass die Auszeichnung auch eine gute Gelegenheit sei, das Engagement der Schule nach außen zu tragen und nicht nur die Kinder und Eltern, sondern auch die Öffentlichkeit auf die wichtige Bedeutung des Waldes aufmerksam zu machen. Er sagte: "Die aktuelle Bedrohung durch den Klimawandel und ein globales Artensterben machen eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortlichkeit zur Pflicht." Intensive Naturkontakte und ein tieferes Verständnis für die Umwelt seien Basis für einen verantwortlichen Umgang mit der Natur und damit auch mit der Zukunft. Jung und Alt könnten einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten. Das Projekt Waldkönner vermittle wichtiges Grundlagenwissen dafür.

Hier geht es um das Erkennen von Kräutern - anhand des Duftes gelingt es ganz gut.  Fotos: Margit Bach
Freude über das Zertifikat: (v.l.) Andrea Joost, Sean de Jesus, Oliver Stöhr, Leo Peter, Werner Wernecke,  Jessica Legner, Jorune Belanaite, Melina Grauberger, Marosh Raja und Dragana Juric.

Die Walderbachschule ist eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und einer Abteilung körperliche und motorische Entwicklung. Leitungsbeauftrager ist Oliver Stöhr, im aktuellen Schuljahr sind 40 Schülerinnen und Schüler in sechs Lerngruppen ganztags in der Schule. An jedem Dienstag besucht die Waldgruppe zusammen mit der Waldpädagogin, Förderschullehrerin und Projektleiterin Jessica Legner den Wildpark "Tiergarten". Dort lernen die Kinder und Jugendlichen viel über Natur und Tiere. Vor zwei Jahren wurde daher ein Antrag auf Anerkennung bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) als "Waldkönner-Schule" gestellt.

Vielfältige Dokumentationen haben die Mädchen und Jungen zusammen mit Jessica Legner erarbeitet: "Wir bauen ein Insektenhotel", "Ein Bienenhotel für unsere Bienchen", Plakate, die sich mit Igeln, Fröschen, Käfern, Wildtieren im Winter und weiteren Themen befassen, konnten am Dienstag auch besichtigt werden. Und die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen war deutlich zu spüren. Auch dass die Schule nun offiziell als "Waldkönner-Einrichtung" bezeichnet werden darf, hat alle sehr gefreut.

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Kinder stellen ihr Kräuterprojekt vor

Auch ein kleines Kräuterprojekt wurde vorgestellt. Die Schülerinnen und Schülern hatten die verschiedensten Kräuter an ihrem Aussehen und Duft bestimmt und zugeordnet: Lavendel, Pfefferminze, Majoran, Rosmarin oder auch Zitronenmelisse galt es zu erkennen.

Die SDW hatte Anfang 2021 ein Auszeichnungsverfahren für Bildungseinrichtungen jeglicher Art ins Leben gerufen. So auch an Schulen, die eine langfristige und regelmäßige Einbindung von wald- und naturpädagogischen Inhalten in ihrem Bildungsalltag vorweisen. Die Waldkönner-Auszeichnung ist Teil des größten Bildungsprojektes der SDW, "Bildungsnetzwerk Wald und Klima - Die Klimakönner". Es wird gefördert vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung und dem Bundesumweltministerium.