Umweltzentrum statt Jugendherberge in Weilburg?

Ein Umweltbildungszentrum in der leer stehenden Jugendherberge - das schwebt den Weilburger Grünen vor.  Foto: Olivia Heß

Aus Sicht der Weilburger Grünen ist der Klimaschutz in Weilburg zu lange vernachlässigt worden. Das wollen sie ändern und sehen darin eine Chance für die Jugendherberge.

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WEILBURG. Klimaschutz, Artenschutz und Sozialpolitik - das haben sich Bündnis 90/Die Grünen in Weilburg für die neue Legislaturperiode vorgenommen.

Seit 2014 ist Weilburg eine Klimakommune in Hessen. Das vorhandene Klimaschutzkonzept sei kaum beachtet worden und in Teilen nicht mehr umsetzbar, sollten doch bis 2020 schon 33 Prozent des Stromes aus erneuerbaren Energien stammen, meinen die Grünen. Sie wollen, dass die Stadt nun beim Klimaschutz ernst macht und sich Ziele setzt: Weilburg wird klimaneutral bis 2030, Stromgewinnung vor Ort, Energieberatung der Bürger.

Außerdem soll das Bauen in den Ortskernen gefördert und Flächen-Ressourcen am Ortsrand geschont werden. Wenn es neue Baugebiete gibt, dann sollten sie nach der Vorstellung der Grünen energieautark angelegt sein. Erneuerbare Energien müssten ausgebaut werden. Für Photovoltaik will die Partei auch Freiflächen nutzen. Von Baustoffen mit guter Kohlendioxid-Bilanz bis hin zu Niedrig-Energiehäusern: Die Palette möglicher Projekte sei breit und müsse genutzt und gefördert werden. Beim Artenschutz plädieren die Weilburger Grünen für das Anlegen von Bio-Inseln, die Vergabe von Blühpatenschaften sowie den Schutz von Ausgleichsflächen. Ein Artenschutzkonzept solle erstellt werden. Die Stadt solle als gutes Beispiel vorangehen. Dazu gehöre auch die Einbindung der Bürger, wenn sie ihre Gärten gestalten. Wenn es gelänge, die Odersbacher Jugendherberge unter Zusammenarbeit aller wichtigen Gruppen zu einem Umweltbildungszentrum auszubauen, hätte das Strahlkraft, glauben die Grünen. Dabei könnten die Themen Wald, nachhaltige Forstbewirtschaftung und Ausweisung naturnaher Waldflächen aufgegriffen werden.

In Sachen Sozialpolitik "brauchen wir innerhalb Weilburgs Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, sich außerhalb der Familie treffen zu können", so die Grünen. Diese Treffs sollten Begleitung bieten. Neben den Vereinen mit ihrer Jugendarbeit seien städtische Jugendräume in allen Stadtteilen wichtig.

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Zudem wollen sich die Grünen für die Integration von Menschen, die aus anderen Ländern kommen, einsetzen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt gelinge über den Erwerb der Sprache. Die bestehenden Sprachangebote müssten erhalten werden. Dazu sei es notwendig, dass Förderanträge gestellt beziehungsweise die ehrenamtlichen Kräfte unterstützt werden. Ehrenamtliche sollen zu Begleitern, sogenannten Integrationslotsen, ausgebildet werden.

Zudem gebe es in Weilburg Mitbürger, die obdachlos sind. Diese Menschen gelte es, mit den Ansätzen der sozialen Arbeit zu begleiten. Die Grünen verweisen auf das in Berlin erfolgreiche Konzept der "Obdachlotsen".

Neue Wohnkonzepte für ältere Menschen

Aus Sicht der Grünen braucht es innovative Lebens- und Wohnkonzepte für ältere Menschen. Gerade in der Pandemie habe sich gezeigt, welche Nachteile es hat, wenn Bewohner in großen Pflegeeinrichtungen leben. Es sei notwendig, dezentrale Angebote zu schaffen und zu koordinieren. Auch Wohnkonzepte, die mehrere Generationen vereinen, seien in den Stadtteilen wünschenswert, ebenso wie eine Beratung von Senioren im Zuge des Projekts "Gemeindeschwester 2.0".