Große Resonanz auf Bilderausstellung in Wolfenhausen

Vor den Stellwänden mit Fotos vergangener Jahrzehnte wird eifrig diskutiert und gerätselt, oftmals aber auch herzlich gelacht.  Foto: Dorothee Henche

Die Ausstellung "Wolfenhausen früher und heute" zum 825-jährigen Dorfjubiläum hat Hunderte Besucher mit auf eine Zeitreise ins vergangene Jahrhundert genommen.

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WEILMÜNSTER-WOLFENHAUSEN. "Toll! Großartig! So schön hab ich mir das nicht vorgestellt!" Diese begeisterten Ausrufe sind am Wochenende im Dorfgemeinschaftshaus Wolfenhausen immer wieder zu hören gewesen. Die Ausstellung "Wolfenhausen früher und heute" hat Hunderte Besucher mit auf eine Zeitreise ins vergangene Jahrhundert genommen.

Jedes Foto erzählt eine Geschichte. In Wolfenhausen haben sie zum 825-Jahr-Jubiläum gleich 1000 Fotos zusammengetragen und damit die Geschichte ihres Ortes lebendig werden lassen. Die Resonanz hat alle Erwartungen übertroffen. "Schon zur Eröffnung am frühen Samstagnachmittag sind etwa 100 Menschen gekommen", freute sich Monika Christ vom Organisationsteam der Ausstellung. Der Besucherstrom sollte auch in den folgenden Stunden nicht abreißen.

Es wurde voll in den Gängen und vor den einzelnen Fotostellwänden entwickelten sich angeregte Gespräche über Generationen hinweg. Fotos von Schulklassen und Konfirmandenjahrgängen zeigen die Menschen, die früher im Ort lebten oder heute noch leben. "Das Schulkind ist dein Vater. Hättest du ihn erkannt?", fragte eine Frau eine Jugendliche, die sich nah vor das Bild beugte, einen Moment lang überlegte und dann zustimmend nickte.

Die Bilder von der Kirmes und anderen Festen weckten vor allem bei der älteren Generation viele Erinnerungen. Es wurde herzhaft gelacht und oftmals gerätselt, wer oder was auf dem Foto alles zu sehen ist. Die Ausstellung bot Raum für Gespräche, denn über den Fotos waren lediglich thematische Schlagworte angebracht. Einzig bei den Wolfenhäuser Straßen mit historischen und aktuellen Ansichten lieferten kleine Texte die Erklärungen zur Namensherkunft.

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Vor den Fotowänden verging die Zeit wie im Flug. Wer zwischendrin eine Pause einlegen wollte, konnte das im historischen Café der Vielharmonierer und der Harmony-Girls tun. Tische und Fensterbänke waren liebevoll dekoriert mit altem Porzellan, einer Kaffeemühle und anderen Utensilien vergangener Tage. Die fleißigen Helfer trugen wunderschöne Gewänder, die sie für die 800-Jahr-Feier vor 25 Jahren angeschafft hatten, und servierten einer alten Tradition folgend Rührkuchen und Blechkuchen.

Viele Gäste machten sich nach der Kaffeepause noch einmal auf einen zweiten Rundgang durch die Bilderausstellung, zu entdecken gab es schließlich mehr als genug. "Das ist wirklich klasse. Ich glaube, ich komme morgen noch einmal her", sagte Brigitte Höpp lachend. Wie nahezu alle Besucher war sie voll des Lobes für die tolle Arbeit des Teams, das die Ausstellung organisiert hat.

"Wir sind unglaublich stolz", entgegnete Monika Christ. Es bereite ihr sichtlich Spaß, wie die Menschen die monatelangen Vorbereitungen der Ausstellung würdigten.

Ergänzend zu den Fotos an den Stellwänden warteten auch eine Dia-Show und Filmausschnitte vom 800-Jahr-Jubiläum auf die Besucher.

Historisch aufschlussreiche Informationen lieferte der Vortrag der stellvertretenden Landesarchäologin Sabine Schade-Lindig zum Thema "Wolfenhausen - mitten im Eisenland Hintertaunus", dem viele interessierte Zuhörer zum Abschluss am Samstagabend lauschten.

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Am Sonntag kürte die Arbeitsgruppe "Bilderausstellung" dann noch die Gewinner des Fotowettbewerbs "Wolfenhausen früher und heute". Die Teilnehmer hatten eine alte Aufnahme als Grundlage genommen, um die aktuelle Ortsansicht zu fotografieren. Als Siegerin ging Beate Schmidt aus dem Wettbewerb hervor, gefolgt von Christine Cäsar und Barbara Schmidt auf den Plätzen zwei und drei. Ihre Fotos zieren die Monate August und September sowie das Titelblatt des Kalenders "Wolfenhausen früher & heute 2020", den es an beiden Ausstellungstagen zu kaufen gab. Die reizvollen Gegenüberstellungen von einst und heute finden sich auch auf verschiedenen Klappkarten wieder, die mit einem Umschlag als Briefpost genutzt werden können. Mit Kalender und Karten bleibt die Fotoausstellung auch über das Jubiläumsjahr hinaus in Wolfenhausen lebendig.