"Nacht der Finessen" in Weilmünster

Seit 20 Jahren gibt es die "Nacht der Finessen" in Weilmünster: Die Partnerakrobatik des "Theatro Artistico" paart Kraft und Eleganz zu artistischen Körperfiguren. © Ekkehart Voigt

Varietékunst konnten 250 Zuschauer bei der "Nacht der Finessen" im Bürgerhaus von Weilmünster erleben.

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WEILMÜNSTER. Weilmünster (red). Ein wahres Feuerwerk der Varietékunst erlebten 250 Zuschauerinnen und Zuschauer im ausverkauften Bürgerhaus in Weilmünster.

Seit 20 Jahren gibt es die "Nacht der Finessen" in Weilmünster: Die Partnerakrobatik des "Theatro Artistico" paart Kraft und Eleganz zu artistischen Körperfiguren. Foto: Ekkehart Voigt
An einem Bündel dreht sich die Künstlerin Antje Pode unter dem Dach des Saals im Bürgerhaus. Foto: Ekkehart Voigt
Gezeichnet, verändert und weiterentwickelt: Die Künstlerin Iryna Chaplin malt Gemälde aus Sand; ihr Tun wird per Kamera und Projektor auf einer großen Leinwand gezeigt. Foto: Ekkehart Voigt

Seit 20 Jahren gibt es die "Nacht der Finessen" im Flecken auf einem Niveau, das sich vor bekannten Großstadtvarietés nicht verstecken braucht. Moderator Kai Ahnung führte ins Programm, welches gleich mit einem echten Kracher aufwartete: Was Antje Pode bei ihrer Antipoden-Jonglage zelebrierte, war allererste Sahne. Mehrere Koffer und Gepäckstücke ließ sie auf dem Rücken liegend auf ihren Füßen tanzen und zum Abschluss wirbelte sie noch eine als Schaffner verkleidete Schaufensterpuppe durch den Bahnhof, an dem die Szenerie angesiedelt war.

Immer auf dem Boden, und doch scheint sie zu fliegen: Was die amtierende Weltmeisterin am Cyr Wheel, Carmen Lück, auf die Bühne brachte, war atemberaubend: Das Gerät ist ein stählerner Ring, in welchem die Künstlerin ihre Pirouetten drehte, tänzerisch und dynamisch, elegant und leicht, als sei sie mit dem schweren Eisen verwachsen. Eine wirklich meisterliche Performance.

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Die folgende Partnerakrobatik des "Theatro Artistico" paarte Kraft und Eleganz zu artistischen Körperfiguren. Vor der Pause präsentierte Arthur, ein Berliner Straßenkünstler, eine echte Pflasternummer - nunmehr nicht auf der Bühne, sondern mitten im Publikum. Ein Zuschauer musste als Helfer herhalten, er wurde mittels gleichem Trainingsanzug und Perücke in einen Doppelgänger verwandelt und als des Artisten Bruder Horst vorgestellt, musste dem Jongleur bei verschiedenen Tricks assistieren und machte seine Sache so überzeugend, daß einige Zuschauer mutmaßten, hier sei etwas abgesprochen worden.

Ein begeistertes Publikum konnte sich auf die Fortsetzung freuen, die eine einzigartige bildnerische Kunstfertigkeit vorführte. Sich verändernde Bilder, von den flinken und geschickten Händen der Künstlerin Iryna Chaplin in den Sand geworfen, gezeichnet, verändert und weiterentwickelt und dabei auf Großleinwand projiziert, erzählten die Geschichte zweier Weilmünsterer Menschen mit Stationen ihres Lebens.

Feurig und schwungvoll unterm Dach des Saals

Ein absoluter Höhepunkt des Programms war die Luftartistik von Antje Pode. An einem Bündel dreht sich die Künstlerin unter dem Saaldach, feurig, schwungvoll mit ihrem jederzeit strahlenden Lachen.

Die Schlussnummer war eine LED-Lichtperformance in gleißend-bunten Farben, bevor die Künstlerinnen und Künstler sich beim Finale den hochverdienten Applaus abholen durften. Am Ende waren sich alle einig, einen einmaligen Abend erlebt zu haben, denn diese Show war eigens zum Jubiläum zusammengestellt und wird so nicht wieder aufgeführt.

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Von Ekkehart Voigt