Diese Spiele eignen sich für den Video-Chat

aus Coronavirus-Pandemie

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Kniffeln am Videotelefon funktioniert schon für Vorschulkinder prima: Janno und Jorik (beide sechs Jahre alt) verbringen so jeden Tag eine halbe Stunde oder mehr mit Oma und Opa.  Foto: Susan Abbe

Würfel, Zettel und Stift hat fast jeder zu Hause: Redakteurin Susan Abbe und ihre Familie testen Spiele, die auch über Entfernung gut funktionieren ...

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MARBURG-BIEDENKOPF. In Corona-Zeiten heißt es Abstand halten: zu Großeltern, aber auch zu Freunden. Kontakt halten viele Menschen per Videochat. Doch das Bildtelefon eignet sich nicht nur zum Telefonieren, sondern auch zum Spielen. Wir haben vier Spiele-Klassiker getestet: Ob sie per Videotelefon funktionieren und ob sie auch schon für Vorschul- und Grundschulkinder geeignet sind.

Unsere Testpersonen sind die neunjährige Marla und die sechsjährigen Vorschulkinder Janno und Jorik auf der einen Seite und ihre 70-jährigen Großeltern auf der anderen Seite des Videotelefons. Ausgewählt haben wir vier Spiele, für die man keine großen Spielesammlungen, sondern nur Stift, Papier und Würfel braucht. Das ist wichtig. Denn die Materialien müssen auf beiden Seiten des Videotelefons vorhanden sein.

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"Tic Tac Toe" macht Grundschülern Spaß, ist für Vorschulkinder aber schwierig.

Vorbereitung: Beide Seiten zeichnen ein 3x3 Kästchen großes Feld auf. Der obere Rand wird mit A, B, C, der Seitenrand mit 1, 2, 3 beschriftet.

Spielablauf: Die beiden Spieler setzen abwechselnd ihr Zeichen - Kreuze und Kreise - in freie Felder. Damit es per Videochat funktioniert, benennen die Spieler die Koordinaten des jeweiligen Feldes dabei auch. Zum Beispiel: "Kreuz in A1" oder "Kreis in C1". Beide Spieler notieren die eigenen und die gegnerischen Spielzüge, um den Überblick zu behalten. Wer drei Symbole in eine Zeile, Spalte oder Diagonalen hat, gewinnt.

"Vier gewinnt"funktioniert ähnlich wie "Tic Tac Toe", ist prima für Grundschüler, für Vorschulkinder schwierig.

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Vorbereitung: Jede Partei zeichnet sich einen Spielplan mit sieben Feldern waagerecht und sechs Feldern senkrecht. Der Seitenrand wird mit den Zahlen 1 bis 6, der obere Rand mit den Buchstaben A bis G versehen.

Spielablauf: Ähnlich wie bei "Tic Tac Toe" setzt ein Spieler Kreuze, der andere Kreise. Anders als bei "Tic Tac Toe" dürfen Symbole aber nicht irgendwo in freie Felder gesetzt werden. Stattdessen "fallen" die Symbole nach unten. Das Spiel beginnt also in der untersten Reihe (Koordinaten A6 bis G 6). Beispiel: Erst wenn das Feld C 6 mit einem Symbol gefüllt ist, darf im darüber liegenden Feld C 5 ein Symbol gesetzt werden. Und erst danach im Feld C 4. Wer als erster vier Symbole nebeneinander in einer Zeile, Spalte oder Diagonalen platziert, gewinnt.

"Schiffe versenken" findet die Neunjährige großartig. Die beiden Sechsjährigen probieren das Spiel in einer Vorschulvariante aus und spielen nach mehreren Übungsrunden (fast) selbstständig und mit großer Begeisterung.

Vorbereitung: Zwei Teams spielen gegeneinander. Jede Seite zeichnet sich zwei 10×10 Kästchen große Pläne auf. An den oberen Rändern werden die Pläne mit den Buchstaben A bis J, an den Seiten mit den Zahlen 1 bis 10 versehen. Ein Plan stellt das eigene, der andere das gegnerische Meer dar. In das eigene Meer trägt jedes Team seine Schiffe ein: ein "Fünfer"-Schiff, das aus fünf nebeneinander oder übereinander liegenden Kästchen besteht, zwei "Vierer"-, drei "Dreier"- und vier "Zweier"-Schiffe. Die Schiffe dürfen sich nicht berühren.

Spielablauf: Abwechselnd tippen die Teams, bei welchen Koordinaten - zum Beispiel "C 5" - sie gegnerische Schiffe vermuten. Das "beschossene" Team antwortet mit "Wasser", "Treffer" oder - wenn alle Felder eines Schiffes getroffen sind - "versenkt". Das angreifende Team notiert die Antwort in seinem zweiten Plan, der anfangs leer ist und sich nach und nach mit den Positionen der gegnerischen Schiffe füllt. Wer einen Treffer gelandet hat, ist nochmal dran. Wer zuerst alle Schiffe des Gegners versenkt, gewinnt.

Praxistipp: Für Vorschulkinder wird der Spielplan angepasst: Zahlen können auch Sechsjährige meist schon lesen; anstelle der Buchstaben verwendet man aber Symbole wie "Viereck", "Blume" oder "Sonne". Die Koordinaten gibt man entsprechend mit "Sonne 3" oder "Viereck 5" an.

"Kniffel" ist für alle drei Kinder ein echter Hit.

Vorbereitung: An jedem Ende des Videochats sind fünf Würfel und ein Becher nötig. Mindestens eine Seite braucht Papier und Stift, um die Ergebnisse zu notieren.

Spielablauf: Es gelten die klassischen Kniffel-Regeln. Reihum wird über mehrere Runden gewürfelt. Pro Runde würfelt jeder Spieler dreimal und versucht, beispielsweise möglichst viele "Einsen" oder "Fünfen" zu sammeln. Nach jedem Wurf dürfen beliebig viele Würfel, die die gewünschte Augenzahl zeigen, beiseitegelegt und so gesammelt werden. Nach drei Würfen wird das Ergebnis notiert und der nächste ist dran.

Praxistipp: Das klassische Kniffel geht über 13 Runden. Neben den "Einsen" bis "Sechsen" müssen auch Kombinationen wie "Full House" oder "Straße" gewürfelt werden. Kniffelt man mit jüngeren Kindern, reichen aber die ersten sechs Kategorien - also "Einsen", "Zweien", "Dreien", "Vieren", "Fünfen" und Sechsen" aus. Das Spiel wird dadurch einfacher und dauert nicht so lange. Mit etwas Übung schaffen so auch Sechsjährige das Spiel locker.