Großes Interesse am Grünlandtag in Biedenkopf

Beim Grünlandtag können die Teilnehmenden die Funktionsweise und Vorzüge eines Bandschwaders kennenlernen, einem landwirtschaftlichen Gerät, das Erntegut wie Heu oder Stroh bündelt.
© Landkreis Marburg-Biedenkopf

Rund 100 Interessierte sind der Einladung des Landkreises Marburg-Biedenkopf und des Vereins der Mutterkuhhalter zum Grünlandtag gefolgt.

Anzeige

Biedenkopf. Im Fokus der Veranstaltung auf dem Angushof Weber in stand der Austausch über die Bewirtschaftung von Grünland, also Wiesen und Weiden. Dabei wurde deutlich, dass die heimische Landwirtschaft großes Interesse am Erhalt von artenreichen Grünlandflächen zeigt.

Grünland und Futterflächen dienen in erster Linie der Bereitstellung von Futter für Pferde und Wiederkäuer wie Kühe und Rinder sowie der Erzeugung von Biomasse für die energetische Verwertung. Darüber hinaus trägt vor allem das Dauergrünland, also Flächen, die mindestens fünf Jahre als Wiese oder Weide genutzt werden, zum Schutz von Boden und Grundwasser bei. Außerdem dient es der biologischen Vielfalt und schafft ästhetische Landschaften mit hohem Erholungswert.

Der Grünlandtag richtete den Fokus auf die Bedeutung dieser speziellen Agrarflächen und informierte Landwirte über neue Herausforderungen und Entwicklungen sowie moderne landwirtschaftlichen Techniken.

Welche Gräser und Kräuter sind sinnvoll

Dr. Anna Marie Techow vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) referierte zum Thema „Königsdisziplin extensive Grünlandbewirtschaftung – standortangepasste Nutzung und Pflege von artenreichen Futterbeständen“. Außerdem konnten sich die Teilnehmenden über Grünlandthemen in fünf unterschiedlichen Stationen informieren. Die erste Station zum Thema „Arten- und Sortenwahl“ betreute Techow. Sie zeigte die Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Gräser- und Kräutersorten bei Weide, Mähweide- und Wiesennutzung auf.

Anzeige

Das Natura-2000-Team des Fachdienstes Agrarförderung und Agrarumwelt der Kreisverwaltung betreute die zweite Station. Natura 2000 ist ein länderübergreifendes Schutzgebietssystem innerhalb der Europäischen Union (EU). Ziel der Natura 2000 ist es, ein System von zusammenhängenden Schutzgebieten zu schaffen, um die Artenvielfalt innerhalb der EU nach einheitlichen Kriterien dauerhaft zu schützen und zu erhalten. Die Mitarbeitenden gaben einen Überblick über ihre Aufgabenbereiche wie die Betreuung der Natura-2000-Gebiete und über das Programm. Zudem stellten sie das neue Kennartenprogramm vor, das über den Nachweis von bestimmten Pflanzenarten auf Weiden und Wiesen ökologisch wertvolles Grünland fördert.

Bei verschiedenen Stationen können sich Interessierte während des Grünlandtages über die Bewirtschaftung von Grünland informieren.
Bei verschiedenen Stationen können sich Interessierte während des Grünlandtages über die Bewirtschaftung von Grünland informieren.
© Landkreis Marburg-Biedenkopf

Die dritte und vierte Station thematisierte Schad- und Giftpflanzen. Katharina Weihrauch vom LLH sowie Klaus Trümner vom Fachdienst Landwirtschaft gaben einen Einblick über Ursachen und Bekämpfungsmöglichkeiten für sich im Landkreis ausbreitende Schad- und Giftpflanzen im Grünland. Dazu gehört beispielsweise die Herbstzeitlose. Die Herbstzeitlose breitet sich deswegen vermehrt aus, da sie sich sehr gut an trockene Sommer und winterkalte Bedingungen anpassen kann. Die Pflanze kann deshalb beispielsweise im Frühjahr herausgerissen werden, bevor die Samenkapseln reif sind und sie sich weiter vermehren kann.

Bei der fünften Station zeigte Markus Riehl vom Wasser- und Bodenverband Marburger Land mit einem GPS-gestützten Messsystem, wie Grenzkoordinaten gefunden und landwirtschaftliche Flächen präzise vermessen werden können.

Anzeige

Zusätzlich zu den Stationen konnten sich die Teilnehmenden über moderne Grünland-Technik informieren. Die Jägervereinigung Lahn-Ohm präsentierte beispielsweise Drohnentechnik, mit der landwirtschaftliche Flächen auf Rehkitze abgesucht werden können, um zu verhindern, dass die Tiere den Maschinen zum Opfer fallen.