Meinung

Kommentar zur Biedenkopfer Bürgermeisterwahl: Durchmarsch

VR
VRM Redaktion
Susan Abbe kommentiert den Ausgang der Biedenkopfer Bürgermeisterwahl. Fotos: Kopp/Weber

Jochen Achenbach hat sich bei der Biedenkopfer Bürgermeisterwahl direkt durchgesetzt. Mit fast 80 Prozent der Stimmen ließ er seine beiden Mitbewerber klar hinter sich.

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Klarer Sieg im ersten Anlauf. CDU-Kandidat Jochen Achenbach ist bei der Biedenkopfer Bürgermeisterwahl der Durchmarsch gelungen - und das, obwohl er mit Markus Plitt (ZfB) und Musadir Basak (parteilos) zwei engagierte Gegenkandidaten hatte.

Dass Musadir Basak nur wenige Stimmen holte, mag daran gelegen haben, dass ihm letztlich doch bei vielen Themen das Detailwissen und die politische Erfahrung fehlte. Dass Jochen Achenbach aber auch Markus Plitt so weit hinter sich lassen würde, das hatten wohl die wenigsten erwartet.

Sowohl Jochen Achenbach als auch Markus Plitt hatten in den vergangenen Jahren als ehrenamtliche Parlamentarier bereits Verantwortung für Biedenkopf übernommen, Zeit und Arbeit investiert und sich in die Themen der Stadt eingearbeitet. Die Wahlprogramme beider Kandidaten waren ähnlich.

Am Ende hat Jochen Achenbach dann aber offenbar mit seinem politischen Profil, seinem beruflichen Hintergrund und seiner Persönlichkeit mehr Wähler von sich überzeugen können. Zum Erfolg beigetragen hat womöglich auch, wie sich der 47-Jährige in den Wahlkampf reingehängt hat. Mit professionell gemachten Online-Videos und Broschüren, aber auch mit seinem zeitaufwendigen Haustürwahlkampf hat Achenbach gezeigt, wie ernst es ihm mit dieser Kandidatur ist. Überzeugt hat er dabei auch Vertreter der politischen Konkurrenz: Sogar einige Sozialdemokraten haben für den CDU-Kandidaten geworben.

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Am Ende haben die Wähler Achenbach mit einem großen Vertrauensvorschuss belohnt. Groß sind indes auch die Aufgaben, vor denen der neue Bürgermeister steht. Biedenkopf hat viele Baustellen: kaputte Straßen, die Sackpfeife, das Kernstadt-Bürgerhaus, die Feuerwehrgerätehäuser - um nur einige zu nennen. Zugleich ist das Geld knapp. Es wird in den kommenden Jahren sicher einige schwierige politische Entscheidungen geben, die zu Enttäuschungen bei den Bürgern führen. Der Bürgermeister wird derjenige sein müssen, der der Öffentlichkeit diese Entscheidungen erklärt. Die Menschen auch in Krisenzeiten mitzunehmen - das könnte also die größte Herausforderung für Jochen Achenbach werden.

Von Susan Abbe