Passende Mitarbeiter in der Region

Werksleiter Jochen Ertl (r.) und Hauptbereichsleiter Tom Stachel sind zufrieden mit der Entwicklung im ersten Jahr. Foto: Hartmut Bünger

Vor einem Jahr hat die Firma Multivac die Slicer-Sparte der VC999 Verpackungssysteme AG in Buchenau übernommen. Hauptbereichsleiter Tom Stachel und Werksleiter Jochen Ertl...

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DAUTPHETAL-BUCHENAU. Vor einem Jahr hat die Firma Multivac die Slicer-Sparte der VC999 Verpackungssysteme AG in Buchenau übernommen. Hauptbereichsleiter Tom Stachel und Werksleiter Jochen Ertl ziehen nach den ersten zwölf Monaten eine positive Bilanz.

Werksleiter Jochen Ertl (r.) und Hauptbereichsleiter Tom Stachel sind zufrieden mit der Entwicklung im ersten Jahr. Foto: Hartmut Bünger
Die 2300 Kilogramm schwere S800 der Firma Multivac. Foto: Multivac

„Wir sind sehr stark gewachsen“, berichtet Tom Stachel im Gespräch mit dem Hinterländer Anzeiger. Als das weltweit agierende Allgäuer Unternehmen (siehe Infokasten) im Dezember 2017 einstieg, arbeiteten in Buchenau 21 Mitarbeiter. Die Zahl hat sich mittlerweile verdoppelt, ist auf 38 Angestellte gestiegen. Diese Entwicklung soll sich im kommenden Jahr fortsetzen. Geplant ist derzeit, bis Ende 2019 weitere 20 Arbeitsplätze in dem Dautphetaler Ortsteil zu schaffen.

Das rasante Wachstum, das sich in den Mitarbeiterzahlen widerspiegelt, führt Tom Stachel auf den guten Ruf der neuen Muttergesellschaft zurück. Multivac sei im gleichen Segment tätig wie VC999, den Kunden also als Marke bekannt. „Und das Wissen um den Qualitätsanspruch von Multivac führt dazu, dass sie uns einen Vertrauensvorschuss geben“, erklärt der Hauptbereichsleiter.

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Das Unternehmen stellt in Buchenau sogenannte Slicer her, das sind spezielle Maschinen für die Lebensmittelindustrie. Sie schneiden (englisch: to slice) stangenlange Lebensmittel wie Wurst und Käse in Scheiben – und das in hohem Tempo. Acht bis zehn Tonnen können laut Tom Stachel von den Maschinen pro Schicht verarbeitet werden. Multivac bietet den Kunden dabei Komplettlösungen an: Die Ware wird geschnitten, portioniert, gewogen und verpackt.

Das Unternehmen aus Süddeutschland ist damit im gleichen Bereich tätig wie die Breidenbacher Firma Weber Maschinenbau. Bis 2017 haben die beiden Firmen laut Stachel miteinander kooperiert. Während Multivac sich in der Vergangenheit vor allem als Weltmarktführer dem Thema Verpackungen widmete, bietet Weber Maschinenbau eine breite Palette an Slicern an – ebenfalls als Weltmarktführer. „Jetzt machen wir beide beides“, beschreibt der Leiter der Geschäftsbereichs Slicer die neue Konkurrenzsituation.

Dass sich die Allgäuer Firma im Hinterland engagiert, hat damit zu tun, dass VC999 vor fünf Jahren eben in Buchenau seine Slicer-Sparte angesiedelt hat. Das wiederum liegt daran, dass viele Firmen in der Region im Maschinenbau für den Lebensmittelbereich tätig sind. „Hier finden wir deshalb auch die richtigen Mitarbeiter für unsere Arbeit“, erläutert Werksleiter Jochen Ertl. Gefragt sind Ingenieure für den Maschinenbau sowie Monteure für die mechanische und elektrische Montage. Aber auch Industrieschlosser, Software-Programmierer und Automatisierungstechniker sucht das Unternehmen. Nicht zuletzt die Nähe zur Technischen Hochschule in Biedenkopf kommt Multivac entgegen: Dort gibt es seit einigen Jahren im Ingenieurwesen die Fachrichtung Hygiene Design. „Wir wollen hier in Buchenau mit StudiumPlus starten“, kündigt Tom Stachel im Gespräch mit den HA an.

Kunden des Unternehmens sind Großbetriebe, die Lebensmittel herstellen. Dem Endverbraucher seien die Namen meist weniger vertraut, weiß Stachel. „Sie produzieren die Waren, die man im Supermarkt in der Kühltheke findet“, erklärt er. Gemessen am Umsatz, ist Multivac am stärksten in Europa und in Nordamerika vertreten. Die Marktdurchdringung in Asien und Südamerika bewege sich zwar in einer ähnlichen Größenordnung, dort seien die Märkte aber deutlich kleiner. Warum? „Es gibt dort viel weniger verpacktes Essen als bei uns“, liefert Tom Stachel die Erklärung. Afrika und China hat das Allgäuer Unternehmen ebenfalls im Blick. Dort sind die Herausforderungen aber nochmals andere als in den westlichen Ländern: Zum einen sind es kulturelle Besonderheiten, zum anderen das Problem, die Kühlkette für verpackte Lebensmittel aufrechtzuerhalten.

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Aus der Erwartungshaltung der Geschäftsführung, dass sich das bisherige Wachstum der Sparte in den kommenden Jahren fortsetzen soll, macht Tom Stachel keinen Hehl. Vielleicht nicht sofort, wohl aber in zwei bis fünf Jahren wolle Multivac mit den Slicern auf dem Weltmarkt eine führende Rolle spielen, kündigt er an. Dabei setzt er auf den Namen und die Präsenz des Allgäuer Herstellers von Verpackungsmaschinen: „Mit Multivac haben wir eine ganz andere Marktdurchdringung mit unseren 85 Tochtergesellschaften.“

Keinen Zweifel lässt der Leiter des Geschäftsbereichs Slicer daran, dass Multivac sein Engagement im Hinterland langfristig betreiben will. Das müsse nicht zwingend in den jetzigen Räumen an der Hauptstraße sein, stoße man aufgrund des Wachstums doch jetzt schon an Grenzen. Durchaus denkbar sei – vor einem Neubau – der Umzug in ein zentral gelegenes Objekt im Umkreis von zehn oder 15 Kilometern, das genügend Entwicklungspotential für die nächsten fünf bis zehn Jahre bietet. „Eins ist aber klar“, sagt Stachel, „wir bleiben in der Region“.