Informatik schon im Kindergarten lernen

Schüler der achten bis elften Klassen aus sechs europäischen Ländern gehen in einem Erasmus-Projekt der Frage nach, wie Bildung in ihren Heimatländern funktioniert. Foto: Sascha Valentin

Wie wird Bildung in anderen Ländern Europas vermittelt? Darum geht es in einem Erasmus-Projekt, an dem neben der Europaschule Gladenbach fünf weitere Schulen aus Österreich,...

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GLADENBACH. Wie wird Bildung in anderen Ländern Europas vermittelt? Darum geht es in einem Erasmus-Projekt, an dem neben der Europaschule Gladenbach fünf weitere Schulen aus Österreich, der Türkei, Bulgarien, Kroatien und Griechenland teilnehmen.

Beim ersten Projekttreffen in Gladenbach ging es nun um die Frage nach der frühkindlichen Erziehung in den Kindergärten. Wie diese hierzulande aussieht, wissen die heimischen Schüler noch aus der eigenen Kindheit. Aber gibt es auch in der Türkei oder Bulgarien Kindergärten nach dem deutschen Vorbild?

Sehr wohl, wie die Schüler aus den dortigen Schulen in ihren Referaten deutlich machten. Dicht dran am Beispiel Deutschland sind etwa die Türken. Ebenso wie hier, können auch dort schon Kinder unter drei Jahren eine Krippe besuchen. Einen Unterschied bildet hingegen eine spezielle Vorbereitungsklasse, die die Kinder mit sechs Jahren besuchen und die noch dem Kindergarten zugeordnet wird. Hier werden sie auf den Wechsel in die Schule vorbereitet. Staunen ließen hingegen die Schilderungen der Griechen und Bulgaren über ihre Kindergärten. In Griechenland etwa lernen die Kinder in den Kindergärten bereits mit fünf Jahren die Grundzüge der Mathematik oder Informatik, die sie anschließend in der Grundschule benötigen.

Bulgarien bietet seinen Kindern sogar an, im Alter zwischen zwei und sieben Jahren einen Kindergarten zu besuchen. Dort werden vor allem soziale Kompetenzen vermittelt, dank derer die Kinder kommunikativer werden sollen. Außerdem gibt es hier neben den öffentlichen Kindergärten auch private, die jeweils einen besonderen Förderschwerpunkt haben.

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Von der Vorstellung der verschiedenen Modelle durch die Schüler, die ihre Vorträge jeweils auf Deutsch hielten, zeigte sich auch Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) beeindruckt. Durch Projekte wie dieses bereite die Europaschule ihre Schüler auf ein Leben in Europa vor und verbessere das Verständnis der Nationen füreinander, betonte er. Diesem Beispiel würden demnächst auch Gladenbach und seine Partnerstädte folgen. "Derzeit laufen Planungen für ein Treffen, bei dem die Vertreter aus den jeweiligen Ländern einmal erzählen sollen, wie Politik und Verwaltung bei ihnen ablaufen", erklärte Kremer. Dieses Treffen werde voraussichtlich in Brüssel stattfinden.

Das nächste Projekttreffen der Schüler ist für kommenden Februar in Kroatien geplant. Im weiteren Verlauf des Projekts werden noch andere Formen der Bildung bis hin zur beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung in den jeweiligen Ländern beleuchtet.