Blitzermarathon: Raser im Lahn-Dill-Kreis fällt auf

aus Blaulicht

Thema folgen
Ein Polizist schaut während des sogenannten Blitzermarathons durch ein Laserhandmessgerät.
© Daniel Karmann/dpa

Beim „Speedmarathon” am vergangenen Freitag hat die Polizei in Mittelhessen elf Raser erwischt. Den Tempo-Negativrekord stellte ein Autofahrer auf der B255 auf.

Anzeige

Mittelhessen. Bei dem europaweit angelegten „Speedmarathon” am vergangenen Freitag hat die Polizei in Mittelhessen elf Raser erwischt. Sie müssen für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten.

Insgesamt passierten in dem Zeitraum zwischen 6 und 22 Uhr laut Polizei mehr als 33.000 Fahrzeuge die mittelhessischen Messstellen. Davon waren 1893 – das entspricht etwa 5,7 Prozent – schneller, als die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten es zuließen.

1417 Fahrzeugführer wurden mit einer geringen Überschreitung erwischt. Ihre Geschwindigkeiten lagen bis zu 20 Kilometer pro Stunde (km/h) über dem Erlaubten. Mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg müssen 472 Fahrer rechnen.

Anzeige

Die knapp 40 Stellen, an denen beim „Speedmarathon” geblitzt wurde, hatte die Polizei im Vorfeld der Aktion veröffentlicht. Diese sind oder waren laut Polizei in der Vergangenheit Gefahren- oder sogenannte Unfallhäufungspunkte. Etwa 110 Polizisten sowie Mitarbeiter der Kommunen kamen dort zum Einsatz.

Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis passierten 2680 Fahrzeuge die acht Messstellen. Davon waren 160 Fahrzeuge zu schnell. 111 Autofahrer müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 70 Euro rechnen. 49 Fahrer waren so schnell, dass auf sie eine Bußgeldzahlung sowie ein Punkt in Flensburg zukommen. Von diesen müssen drei zusätzlich für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten. Das trifft auch auf einen der auffälligsten Raser in ganz Hessen zu, den die Polizei im Lahn-Dill-Kreis erwischte. Auf der B255, auf der abschüssigen Strecke vom Westerwald in Richtung Herborn, wurde ein Autofahrer mit 167 km/h geblitzt. Erlaubt sind 100.

Landkreis Marburg-Biedenkopf:

Anzeige

Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf waren Polizei und Kommunen an acht Messstellen im Einsatz. Hier registrierten die Verkehrsüberwacher 3263 Fahrzeuge, die die Technik passierten. Insgesamt waren 106 Fahrzeuge zu schnell. 97 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 70 Euro rechnen. Neun Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie ein Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg zukommen. Keiner der Gemessenen war so flott unterwegs, dass ein Fahrverbot droht.

Landkreis Gießen:

An den neun Blitzstellen im Landkreis Gießen fuhren 4455 Fahrzeuge durch die Messtechnik von Polizei und Kommunen. Insgesamt waren 134 Fahrzeuge zu schnell. 96 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 70 Euro rechnen. Lediglich 34 Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie eine Bußgeldzahlungen sowie ein Punkt in Flensburg zukommen. Von diesen müssen vier zusätzlich für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten.

Polizeiautobahnstation Mittelhessen:

Auf den von der Polizeiautobahnstation in Butzbach zu betreuenden Autobahnabschnitten der A5, A45, A480 und A485 betrieben die Polizisten zwei Blitzstellen und setzten zusätzlich ihre mobile Provida-Technik zur Geschwindigkeitsüberwachung ein. 12.139 Fahrzeuge durchfuhren die Messstellen beziehungsweise wurden von Polizisten ins Visier genommen. Insgesamt waren 1.273 Fahrzeuge zu schnell. 929 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 70 Euro rechnen. 344 Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie ein Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg zukommen. Von diesen müssen vier zusätzlich für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten.

Auf der A480 am Reiskirchener Dreieck stellten Mitarbeiter der Polizeiautobahnstation Mittelhessen ein Messgerät in einem Tempo-80-Bereich auf. Polizisten lotsten die geblitzten Schnellfahrer mit Funkwagen auf die Tank- und Rastanlage "Reinhardshain-Süd" und kontrollierten sie dort. Zwischen 9 und 14 Uhr durchfuhren über 4000 Fahrzeuge die Messtechnik, davon überschritten knapp 600 Fahrzeugführer das Tempolimit. Der Schnellfahrer des Tages beschleunigte seinen Wagen auf 123 km/h.

Polizei Westhessen:

Mehr als 2.000 Schnellfahrer hat die westhessische Polizei, die unter anderem für den Landkreis Limburg-Weilburg zuständig ist, beim „Roadpol-Speedmarathon” 2023 erwischt. Zwischen 6 und 22 Uhr nahmen über 60 Polizisten 21 Blitzstellen in Westhessen in Betrieb. Insgesamt passierten in Westessen über 100.000 Fahrzeuge die im Vorfeld über die Medien bekannt gegebenen Messstellen. Mehr als 2000 Fahrzeuge waren zu schnell. Dies entspricht einer Beanstandungsquote von zwei Prozent.

Auf den Autobahnen wurden natürlich die meisten Verstöße festgestellt, da dort aufgrund der Verkehrsmenge die meisten Fahrzeuge die Messstellen passierten. Am Elzer Berg hielt die Polizei zu schnelle Fahrzeuge direkt an. Der Schnellste war dort mit 148 km/h anstelle der erlaubten 100 km/h unterwegs. Ein Fahrer musste festgenommen werden, da er mit drei Haftbefehlen gesucht wurde und keinen Führerschein besaß.