Raub und Körperverletzung: Teenager in Marburg in U-Haft

Marburg hat ein Gewalt-Problem in der Innenstadt. Verantwortlich dafür sollen 50 Teenager und Jugendliche sein, die „enthemmt und skrupellos” vorgehen. Einige sind nun in U-Haft.

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Marburg. Schwerer Raub, Körperverletzung, räuberische Erpressung, versuchter Raub – und das alles im Alter von gerade einmal 14 Jahren. Das wirft die Staatsanwaltschaft Marburg einem Teenager vor, der nun in Untersuchungshaft sitzt. Er ist einer von einem Dutzend Teenager und Jugendlicher, die in den vergangenen Monaten wegen verschiedener Gewalttaten in Marburg verhaftet worden sind.

Seit Sommer 2022 waren die Marburger Innenstadt und das Areal rund um das Marktdreieck zum Schauplatz zahlreicher Gewalttaten geworden. Die Polizei reagierte mit zusätzlichen Streifen und Kontrollen. Teilweise waren Zivilbeamte im Einsatz. In der Folge wurden gegen elf Teenager und Jugendliche sowie gegen zwei Erwachsene Haftbefehle erlassen – einige mutmaßliche Gewalttäter waren erst 14 Jahre alt.

Nachdem sich die Situation zwischenzeitlich beruhigt hatte, kam es im Februar erneut zu Gewalttaten. Es waren laut Polizei vor allem Kinder und Jugendliche, die „enthemmt, rücksichtslos und skrupellos” auf Gleichaltrige oder nur unwesentliche ältere Personen losgingen. Sechs weibliche und 42 männliche Personen im Alter zwischen 13 und 21 Jahren sollen dahinterstecken.

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Seit Mitte Februar wurden deshalb drei Haftbefehle gegen Teenager und Jugendliche erlassen – nun kommt ein weiterer dazu. Zusätzlich wurden einige 13 Jahre alte Kinder, die noch nicht strafmündig sind, auf Initiative der zuständigen Jugendämter zwangsweise in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Sie sollen dort auf psychische Störungen und pädagogische Probleme untersucht werden.