Kameraden packen in Mayschoß an

Einen Tag lang hat die Feuerwehr Steinperf die Kameraden in Mayschoß unterstützt und dort ein Dach abgerissen und eine Wohnung entkernt. Foto: Feuerwehr Steinperf
© Feuerwehr Steinperf

Die Steinperfer Feuerwehr übergibt ihre Spenden im Ahrtal persönlich und hilft bei Abrissarbeiten. Und sie haben noch etwas nach Mayschoß mitgebracht.

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STEFFENBERG-STEINPERF. Wie sehr Feuerwehren Werte wie Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit prägen, haben die Brandschützer aus Steinperf nun bei einem "Einsatz" weit außerhalb ihres eigentlichen Zuständigkeitsbereiches gezeigt. Sie haben die Kameraden in Mayschoß einen Tag lang bei deren Aufräumarbeiten in den Flutgebieten unterstützt und das Ergebnis einer Spendensammlung übergeben.

Nach den schrecklichen Bildern der tödlichen Flut Mitte Juli im Ahrtal hatte Volker Achenbach, stellvertretender Wehrführer in Steinperf, eine Spendensammlung unter den Wehrleuten gestartet.

Dabei sei es aber nicht geblieben, berichtet er. Schnell hätten sich auch Angehörige der Feuerwehrleute und auch andere Privatpersonen beteiligt.

"Der Inhaber der Mühle Klein in Quotshausen hat an einem Sonntag sogar einen Trödelmarkt durchgeführt, bei dem über 2300 Euro zusammengekommen sind", erzählt Achenbach. Am Ende seien so stolze 4500 Euro zusammengekommen, die den Betroffenen in dem Flutgebiet übergeben werden sollten. "Uns war von Anfang an klar, dass wir die Spenden nicht einfach in einen Hilfsfonds einbezahlen, sondern sie persönlich übergeben wollten, dort, wo sie auch wirklich benötigt werden", sagte Achenbach. Jörg Kauer, der in den Wochen nach der Flut Hilfsgüter mit dem Lkw in das Katastrophengebiet fuhr, stellte schließlich den Kontakt mit dem Wehrführer in Mayschoß her, der den Steinperfer Kameraden eine Einsatzstelle zuwies.

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Mit drei Fahrzeugen, elf Helfern und zwei Anhängern mit Werkzeugen und Sachspenden wie Kaminöfen, Kochplatten, Mikrowellengeräten sowie Gitterboxen mit Brennholz traten sie schließlich ihren Weg Richtung Mayschoß an, wo sie den Abriss eines Daches und die Entkernung der darunter liegenden Wohnung durchführen sollten, die durch das Hochwasser zerstört worden war. Über neun Stunden lang waren die Steinperfer vor Ort im Einsatz und haben nicht nur abgerissen, sondern auch ihre Spenden an Bedürftige verteilt. "Während der Fahrt zu den Abladepunkten bekommt man den Eindruck, dass man durch ein Kriegsgebiet fährt. Das Leid dieser Menschen zu sehen, die völlig unverschuldet in diese missliche Lage geraten sind, das prägt sehr", sagt Volker Achenbach. Ebenso bewegend sei aber auch die Dankbarkeit der Menschen vor Ort, die den Helfern überall entgegengebracht werde.

"Ihnen ist bewusst, dass sie ohne die vielen freiwilligen Helfer keine Chance hätten", so Achenbach. Aber auch für die Kameraden in Mayschoß hatten die Steinperfer ein kleines Geschenk im Gepäck: Ihnen überreichten sie eine Holzbank mit einer Gravur, deren Pendant in Steinperf steht - ein Zeichen der Verbundenheit und Hilfsbereitschaft zwischen den Feuerwehren auch über Hunderte Kilometer Entfernung hinweg.