Lasterunfall auf A45 legt Verkehr lange lahm

Auf der A45 in Richtung Dortmund ist in der Nacht zu Mittwoch ein mit Medikamenten beladener Lastwagen ausgebrannt. Die Fahrbahnen in Richtung Norden waren anschließend lange voll gesperrt.  Foto: VRM

In der Nacht zu Mittwoch ist ein Lkw im Baustellenbereich am Wetzlarer Kreuz in Flammen aufgegangen. Seit dem späten Mittwochabend ist die Vollsperrung aufgehoben.

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WETZLAR. Nach einem Lkw-Brand in einer Baustelle auf der A45 haben Autofahrer am Mittwoch starke Nerven gebraucht. Nach dem Unfall waren die Fahrbahnen zwischen dem Wetzlarer Kreuz und Ehringshausen in nördlicher Richtung zunächst aufgrund der Lösch- und Bergungsarbeiten voll gesperrt worden.

Straße muss erneuert werden

Am Nachmittag stellte sich dann heraus, dass der abgebrannte Laster die Straße dermaßen beschädigt hatte, dass sie erneuert werden musste. Laut Polizeipressesprecher Guido Rehr sei damit eine Straßenbaufirma beauftragt worden. Er schätzte, dass die Arbeiten frühestens am späten Mittwochabend abgeschlossen sein könnten. Im Anschluss sollte die Vollsperrung aufgehoben werden. Und so kam es dann auch: Seit 23.30 Uhr ist die A45 wieder befahrbar. Bis der Verkehr wieder flüssig rollen konnte, hat es aber noch gedauert.

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Was war passiert: Gegen 1 Uhr in der Nacht auf Mittwoch haben Verkehrsteilnehmer einen brennenden Laster auf der A45 zwischen dem Wetzlarer Kreuz und der Anschlussstelle Ehringshausen in Fahrtrichtung Dortmund gemeldet. Wie die Polizei mitteilt, versuchte der Fahrer zunächst noch den Brand zu löschen, scheiterte jedoch. Er zog sich eine leichte Rauchgasvergiftung zu, die nun in einem Krankenhaus behandelt wird. Momentan geht die Polizei davon aus, dass der Brand durch einen Reifenplatzer verursacht wurde. Der Lastwagen war danach in die Baustellenbegrenzung gekracht. Das Fahrzeug hatte Medikamente geladen.

Bedingt durch die Baustelle gestaltete sich die Anfahrt schwierig, so die Feuerwehr. Sie musste teilweise über die Gegenspur an die Brandstelle heranfahren, wodurch die A45 zeitweise sogar in beide Richtungen voll gesperrt werden musste. Erst ab 5.20 Uhr konnte die Vollsperrung in Richtung Hanau aufgehoben werden.

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Während die Aufräumarbeiten auf den Fahrbahnen in Richtung Dortmund andauerten, stand der Verkehr auf der B277 in Ehringshausen und Aßlar kurz vor dem Kollaps. "In Aßlar werden die Kollegen dazu übergehen, den Verkehr manuell zu regeln", erklärte Polizeipressesprecherin Kerstin Müller. Nadelöhr sei dort eine Baustelle in der Ortsdurchfahrt, an der nur eine der beiden Fahrspuren befahrbar ist.

Am späten Nachmittag staute sich der Verkehr in Richtung Dortmund bis zur Anschlussstelle Wetzlar Süd zurück. Zudem waren die Ausweich- und Umleitungsstrecken rund um Wetzlar, Aßlar und Ehringshausen überlastet. Die Polizei riet dazu, die Sperrung weiträumig zu umfahren.

Die Zugmaschine brannte komplett aus, der Auflieger zum Teil, berichtete die Feuerwehr. Mehrere Trupps unter Atemschutz bekämpften das Feuer. Vor Ort war die Feuerwehr Wetzlar mit den Wehren aus Büblingshausen, Garbenheim, Niedergirmes, Hermannstein und aus der Innenstadt. Aus Wetzlar waren 40 Einsatzkräfte vor Ort, aus Aßlar und Werdorf 30. Wie die Feuerwehr Aßlar um 12.35 Uhr mitteilte, war zumindest deren Einsatz um die Mittagszeit beendet.

Kraftstoff und Löschschaum drohen in Dill zu fließen

Die Feuerwehr Aßlar, die um 1.18 Uhr alarmiert worden war und an der Unfallstelle von der zuerst eingetroffenen Feuerwehr Wetzlar übernommen hatte, war laut eigener Aussage bis 9.30 Uhr mit Lösch-, Nachlösch- und Bergungsarbeiten beschäftigt. Ein kritischer Punkt: "Ausgetretener Kraftstoff und ausgebrachter Löschschaum gelangten durch einen Ablauf im Bereich der Talbrücke Bechlingen in den Bechlinger Bach und drohten über diesen in die Dill abzufließen", teilte ein Sprecher der Feuerwehr Aßlar mit.

Der Ablauf sei daraufhin abgedichtet und eine Ölsperre an der Mündung des Bechlinger Bachs in die Dill installiert worden. Die Flüssigkeiten wurden dort aufgefangen und von einem Spezialunternehmen abgepumpt.

Zugmaschine auf Asphalt "angebacken"

Bis 22 Uhr hatten die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle bei Aßlar angedauert, erklärt Polizeipressesprecher Guido Rehr im Gespräch am Donnerstagmorgen. Die gestalteten sich aber nicht einfach, denn durch die enorme Hitze, die bei dem Lkw-Brand entstanden war, hatte sich die Zugmaschine quasi auf dem Asphalt "angebacken", wie Thomas Hergeth vom zuständigen Abschleppunternehmen noch an der Unfallstelle am Mittwoch erklärte.

Freigegeben konnte die Fahrspur Richtung Dortmund am späten Abend dann aber erst gegen 23.30 Uhr. Um 22 Uhr waren zwar alle Unfallteile laut Guido Rehr wieder beseitigt und auch der Asphalt abgefräst und neu geteert, allerdings musste der dann erst noch abkühlen. Nach Absprache zwischen Hessen Mobil, dem Bauunternehmen und der Polizei konnte dann um 23.30 Uhr, also fast 24 Stunden nach dem eigentlich Unfall, die Fahrspur wieder freigegeben werden.

Auch die eingerichteten Um- und Ableitungen unter anderem südlich der Unfallstelle wurden noch in der Nacht wieder abgeräumt. Allerdings: "Bis sich ein Rückstau dieser Größe auflöst, kann es Stunden dauern", erklärte Rehr. Bis zu 15 Kilometer standen Brummis und Autos dicht an dicht auf der Autobahn am Mittwoch. Und so dauerte es bis Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr, bis der Verkehr wieder flüssig gen Norden fließen konnte.