Negativrekord: Mit 245 statt 100 km/h am Aartalsee erwischt

Mit sage und schreibe 245 Kilometern pro Stunde war ein Motorradfahrer in Mittelhessen unterwegs. Im Gegensatz zu diesem Symbolfoto hatten die Reifen des 26-Jährigen kein Profil mehr. Symbolfoto: dpa

Satte 145 Stundenkilometer über dem erlaubten Tempolimit - das hat in Mittelhessen ein 26-jähriger Motorradfahrer vollbracht. Und das auch noch mit abgefahrenen Reifen.

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BISCHOFFEN. Dass die Straßen rund um den Aartalsee bei Bikern beliebt sind, ist nicht neu. Neu hingegen ist der Rekord, den die Polizei bei ihrer jüngsten Geschwindigkeitskontrolle gemessen hat. So weit über dem vorgeschriebenen Tempolimit wie ein 26-jähriger Motorradfahrer war in Mittelhessen bisher noch niemand. Ein weiterer Temposünder versuchte, zu flüchten.

Mit sage und schreibe 245 Kilometern pro Stunde haben Beamte der Regionalen Verkehrsdienste Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf sowie der Polizeistation Herborn am Freitag den Motorradfahrer auf der B255 in Höhe von Oberweidbach gemessen. Erlaubt ist dort Tempo 100. "Damit stellt er den bisherigen jemals gemessenen Höchstwert in Mittelhessen ein, der bei 232 km/h lag", schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Doch damit nicht genug, bei der anschließenden Kontrolle seiner Honda stellten die Polizisten fest, dass die Reifen nicht mal mehr die Mindestprofiltiefe hatten. Drei Monate Fahrverbot und Punkte sowie ein voraussichtlich vierstelliges Bußgeld dürften auf den Stadtallendorfer zukommen.

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"Damit stellt er den bisherigen jemals gemessenen Höchstwert in Mittelhessen ein, der bei 232 km/h lag."

Polizei Mittelhessen

Auf Platz zwei des fragwürdigen Temposünder-Treppchens schaffte es ebenfalls ein Motorradfahrer. Er wurde mit 170 statt erlaubter 100 Kilometern pro Stunde erwischt und angehalten. Ganz im Gegensatz zum "Drittplatzierte" an diesem Tag.

Tüv-Plakette selbst ausgedruckt

Zwar lag dieser "nur" bei Tempo 151, allerdings ignorierte der Biker die Anhaltezeichen der Polizei, machte ein Wendemanöver und wollten den Beamten davonfahren. Allerdings sichert sich die Polizei in den meisten Fällen gegen genau diese Ausweichmanöver ab, wie eine Polizei-Pressesprecherin auf Nachfrage erklärte, und versperrte den Fluchtweg mit einem weiteren Polizeimotorrad. "Die mutmaßlichen Gründe seines Verhaltens deckten die Ermittler schnell auf: Die dilettantisch aufgeklebte ,Zulassungsplakette' auf seinem Kennzeichen war wohl selbst ausgedruckt und einen Führerschein hatte der Mann auch nicht", teilt die Polizei weiter mit. Die Fahrt endete an Ort und Stelle, "allem Anschein nach auch die Freundschaft mit seiner Beifahrerin, die sich nicht sonderlich begeistert über die Offenbarungen zeigte", erklärt sie weiter.

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Insgesamt hatten die Beamten an diesem Tag zwischen 13 und 20 Uhr 28 Motorräder und 21 Autos im Bereich des Aartalsees kontrolliert. 18 Geschwindigkeitsverstöße stellte sie fest, wovon die genannten drei so erheblich waren, dass die jeweiligen Motorradfahrer mit einem Fahrverbot rechnen müssen. Außerdem gab es 19 weitere Knöllchen, meist wegen Gurtverstößen und der Missachtung von Durchfahrtsverboten. In acht Fällen stellten die Beamten technische Mängel fest, die die Fahrzeughalter in einer vorgegebenen Frist beheben müssen.