430 Runden: Feuerwehrmann aus Dillenburg läuft Halbmarathon...

aus Coronavirus-Pandemie

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Florian Brandenburger aus Dillenburg läuft rund um sein Haus einen Halbmarathon, also 21,1 Kilometer. Foto: Florian Brandenburger

Auch in Corona-Zeiten ist Sport möglich: Der Dillenburger Florian Brandenburger ist einen Halbmarathon, also 21,1 Kilometer, in seinem Garten gelaufen. Dazu drehte er auf einer...

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. DILLENBURG. Florian Brandenburger aus Dillenburg ist am Samstag einen Halbmarathon, also 21,1 Kilometer, in seinem Garten gelaufen. Und da er nicht nur leidenschaftlicher Läufer ist, sondern auch Feuerwehrmann, hat er die Strecke in Feuerwehrmontur absolviert. Er will zeigen, dass man auch trotz Beschränkungen während der Corona-Krise weiter Sport machen kann, und er will mit seinem Beispiel dazu motivieren.

Die Strecke rund ums Haus ist 50 Meter lang, er hat es mit dem Zollstock ausgemessen. 430 Runden ist er gelaufen. 430 Mal um die Hausecken, abbremsen, wieder beschleunigen, 430 Mal über ein kleines Mäuerchen springen, 430 Mal zwei kleine Treppen hoch. Damit die Belastung nicht zu einseitig wird, wechselt er zwischendurch immer mal wieder die Richtung, mal links ums Haus herum, mal rechts herum.

Zwei Stunden und 45 Minuten braucht er für die Strecke im Garten. Zuletzt bei einem Halbmarathon in Barcelona sei er etwa eine Stunde schneller gewesen. Da gab es keine Treppen, Mauern und Ecken.

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Als Feuerwehrmann rennt er in Brandschutzkleidung

Wie ist der Dillenburger auf diese Idee gekommen? "In Frankreich ist letztens jemand wegen der Ausgangssperre auf seinem Balkon einen Marathon gelaufen", erzählt er. Und er habe wahrgenommen, dass sich viele Sportler auf Instagram beschwerten, weil Laufwettbewerbe abgesagt wurden. Er versuche gegenzuhalten; natürlich seien derzeit in der Corona-Krise Sportler eingeschränkt und viele verlören die Motivation ohne Veranstaltungen. Aber als Einzelsportler, als Läufer, könne man seinen Sport nach wie vor ausüben, wo man möchte. Darauf wolle er mit seiner Aktion aufmerksam machen- und andere zum Sporttreiben motivieren.

Da er auch leidenschaftlicher Feuerwehrmann bei der Dillenburger Wehr ist und allen danken wolle, "die in dieser Zeit Unglaubliches leisten", lief er den Halbmarathon in Brandschutzkleidung. Allerdings räumt er ein: "Zwischendurch habe ich die Jacke ausgezogen, weil es so warm war."

Außerdem will er mit seinem Lauf einen kleinen Beitrag für soziale Projekte leisten. Im Internet gibt es die Seite crowdlauf.de, dort habe er sich eine Medaille für seinen Halbmarathonlauf gekauft und das Geld für ehrenamtliche Projekte gespendet. "So habe ich noch etwas Gutes getan, auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist."

Reaktionen auf den Lauf? "Sie sind verrückt"

Und wie waren die Reaktionen auf seinen Lauf im Garten? Florian Brandenburger lacht. Viele hätten ihn für verrückt erklärt - aber für positiv verrückt. Die Postbotin habe ihn beim Laufen gesehen, verdutzt geguckt und gefragt, was er da mache. Nachdem er berichtet hatte, habe auch sie nur lachend gesagt: "Sie sind verrückt."