Museumsverein Dillenburg verzichtet auf Salutschüsse

Besuchersaison startet: Ab Freitag sind die Anlagen auf dem Dillenburger Schlossberg wieder für Besucher geöffnet, darunter die Museen in Villa Grün (links) und Wilhelmsturm. Archivfoto: Dominik Kretz

Zum Saisonstart kommen die Kanonen nun nicht zum Einsatz. Das hat der Vorstand entschieden - ebenso, dass Geflüchtete aus der Ukraine zum kostenlosen Besuch eingeladen sind.

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DILLENBURG. Die Ankündigung des Dillenburger Museumsvereins, am Wochenende die Besuchersaison auf dem Schlossberg mit Salutschüssen aus Kanonennachbauten zu begrüßen, ist angesichts des Kriegs in der Ukraine bei vielen auf Kritik gestoßen. Nun korrigiert der Vorstand das Programm und verzichtet auf die Böller.

Erst am Montagabend hat der Museumsverein dies auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt. Dort heißt es: "Da wir ,alle' zusammen eine schöne Saisoneröffnung begehen wollen, verzichten wir dieses Jahr auf unser Salutschießen."

Projektgruppe stellt das Leben im 18. Jahrhundert dar

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Die Pressemitteilung von der Stadt Dillenburg zum Saisonstart auf dem Schlossberg war unter anderem aufgeführt, dass die Projektgruppe "Leben im 18. Jahrhundert" des Dillenburger Museumsvereins in historischer Uniform den Saisonbeginn der Museumsanlagen mit Salutschüssen einleite. Auf der Homepage der Stadt Dillenburg ist mittlerweile eine andere Fassung veröffentlicht. Darin fehlt dieser Passus. Am Ende ist ein Screenshot des Facebook-Beitrags des Museumsvereins von Montagabend angehängt.

Geflüchtete aus der Ukraine sind kostenlos eingeladen

Vereinsvorsitzender Peter Patzwaldt erläuterte am Dienstag, dass die Planungen für die Saisoneröffnung seit Wochen fest gewesen seien: "Zu diesem Zeitpunkt war noch kein Flüchtling aus der Ukraine in Dillenburg."

Den Vorstand hätten in den vergangenen Tagen Berichte über traumatisierte Ukrainer, vor allem über Kinder, erreicht, sodass man sich entschieden habe, auf die Salutschüsse zu verzichten. Hinzu kam, dass der Magistrat darum gebeten habe. "Zu diesem Zeitpunkt war aber schon alles klar", sagte Patzwaldt. Das Votum im Vorstand sei einstimmig gewesen.

Außerdem sind alle Menschen aus der Ukraine, die derzeit in Dillenburg und Umgebung untergebracht sind, zu den Aktionen vom 1. bis zum 3. April eingeladen. Der Eintritt zu den Anlagen ist für sie kostenlos.

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Von Katrin Weber