Was tun, wenn die Luft ausgeht?

Patientenseminar über die Lungenkrankheit COPD: Über 100 Besucher nahmen teil. Foto: Dill-Kliniken

(w). Husten, Auswurf und Atemnot - das sind typische Symptome einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz: COPD. Was kann man tun, wenn man daran erkrankt ist? Darüber...

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DILLENBURG. Husten, Auswurf und Atemnot - das sind typische Symptome einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz: COPD. Was kann man tun, wenn man daran erkrankt ist? Darüber haben sich am Samstag über 100 Besucher in den Dill-Kliniken in Dillenburg informiert.

Rauchen, Umweltverschmutzung und Berufserkrankungen sind die häufigsten Ursachen, die bei einer COPD in Frage kommen. In Deutschland sind mehrere Millionen Menschen betroffen. "Die Erkrankung ist verhinderbar, aber auch behandelbar", sagte Dr. Beate Enke, Leitende Oberärztin der Klinik für Innere Medizin.

Impfung gegen Grippe und Pneumokokken ratsam

Sie informierte in ihren Vorträgen über Entstehung und Symptome, die Diagnostik der Erkrankung und stellte Behandlungsmöglichkeiten vor. Hierzulande sei das Rauchen eine der häufigsten Ursachen von COPD. Die Ärztin riet darum allen Besuchern, mit dem Rauchen aufzuhören.

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"Die E-Zigarette ist keine Alternative", sagte sie. "Denn die Langzeitfolgen sind noch nicht absehbar. Ein kompletter Rauchstopp ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie." Um Infektionen und damit eine Verschlechterung des Zustandes zu vermeiden, riet die Ärztin, sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen.

Bei COPD sei der Innenraum der Bronchien dauerhaft verengt und mit zähem Schleim bedeckt. Defekte Lungenbläschen führten dazu, dass es zu kaum einem Austausch zwischen ein- und ausgeatmeter Luft kommen könne. "2020 wird die COPD nach der Koronaren Herzkrankheit und Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache weltweit sein", sagte Enke.

Je nach Stadium würden verschiedene Therapien eingesetzt, bei Bedarf kombiniert. "Die Inhalation ist momentan die wichtigste Therapieform. Die Medikamente haben den Zweck, Entzündungsprozesse zu stoppen, Schleimhautschwellungen zu reduzieren und die Atemwege zu erweitern", erklärte Enke. Kortisonhaltige Medikamente würden seltener eingesetzt. Sie seien angezeigt bei einer fortgeschrittenen COPD.

Wie man richtig inhaliert, zeigte Atmungstherapeutin Ursula Krieger. Das Wissen darum sei wichtig, "damit die gesamte Medikamentendosis auch im Bronchialsystem ankommt", sagte sie.

Oberarzt Daniel Pfeifer informierte in seinem Vortrag über die nicht-invasive Beatmungstherapie, die sogenannte Heimbeatmung. "Die Patienten bleiben dadurch selbstbestimmt und haben mehr Lebensqualität und Sicherheit in ihrem Leben mit COPD." Zudem könne man sogenannte Co-Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Stoffwechselstörungen vermeiden.

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Alle Referenten betonten, dass körperliches Training das Fortschreiten der COPD verlangsame. Studien zeigten, dass angemessene Bewegung die Ausdauer und körperliche Belastbarkeit verbessere, die Symptome lindere und Krankenhausaufenthalte verringere. "Aus diesem Grund sind wir froh, dass der Reha- und Sportverein Wetzlar ab März eine Rehasportgruppe in den Dill-Kliniken in Dillenburg anbietet", sagte Dr. Beate Enke.

Daniela Seelhof, Vorsitzende des Reha- und Sportvereins, und dessen Übungsleiter Tobias Wendt, stellten die Gruppe vor. Patienten benötigten für eine Teilnahme eine Rehasportverordnung, sagte sie.