Schüler sind "Umwelthelden"

Was macht eine Naturparkschule im Winter? Apfelgelee, -muffins, Schlehensaft und Holundergelee, sagen die Kinder der Klasse 5r2. Die Hoilderbergschule wurde jetzt in das Umwelthelden-Team von HR3 aufgenommen. Ob die Schule auch noch 500 Euro gewinnt, entscheidet das Los.  Foto: Katrin Weber

Für die Holderbergschule Eibelshausen hat es vor wenigen Tagen eine weitere Urkunde gegeben: Der Radiosender HR3 hat die Naturparkschule für das Streuobstwiesenprojekt als...

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ESCHENBURG-EIBELSHAUSEN. Für die Holderbergschule Eibelshausen hat es vor wenigen Tagen eine weitere Urkunde gegeben: Der Radiosender HR3 hat die Naturparkschule für das Streuobstwiesenprojekt als "Umwelthelden" ausgezeichnet. Doch was steht für eine Naturparkschule eigentlich im Winter auf dem Stundenplan?

Zwar läuft die Natur im Winter (vermeintlich) auf Sparflamme, für die Holderbergschüler bedeutet dies aber nicht, dass es nichts zu tun gibt: Die Klasse 5r2 von Janine Strycker erzählt, was sie seit November alles im Rahmen des Streubobstwiesenprojekts getan hat.

"Wir haben aus den Äpfeln, die noch an den Bäumen hingen und von uns gepflückt wurden, Bratäpfel, Apfelkuchen im Glas und Apfelmuffins gemacht", sagt Max Hommel. Nachmittags seien sie in der Schulküche gewesen und hätten die Äpfel geschält und verarbeitet, ergänzt Shakil Srikah.

Holundergelee und Schlehensaft haben die jungen Leute gekocht, die Wiese gesäubert und für den Winter vorbereitet. "In Erdkunde stand das Thema Schutzzonen für Natur und Tiere auf dem Lehrplan", erzählen Matteo Luca Gotschlich, Benjamin Räder und Paul Dietrich. So ganz verlieren die Schüler in den Wintermonaten ihren Schwerpunkt als Naturparkschule also nicht aus den Augen.

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Was haben die Schüler mit den Säften, dem Gelee, den Muffins und Co. gemacht? Selbst gegessen? Von wegen. "Am Elternsprechtag, am Tag der offenen Tür und beim Weihnachtsmarkt haben die jungen Leute die Produkte von der Streuobstwiese angeboten", springt Janine Strycker dem Elfjährigen in der Pause bei. Sie ist die Initiatorin und der Motor der ersten Lahn-Dill-Bergland-Naturparkschule.

Naturparkschule auf der Suche nach Sponsoren

Sie war es auch, die sich, nach einem Hinweis einer Freundin, für die "Umwelthelden" bei HR3 angemeldet hat. Die Holderbergschule wurde ausgewählt, Strycker per Telefon interviewt und das Los mit dem Namen der Schule in den großen Topf für die 500 Euro Gewinn geworfen.

Dass ihre Klassenlehrerin im Radio zu hören war, haben die Kinder nicht live mitbekommen - das Gespräch war spät am Abend. Die Aufnahme wurde ihnen aber im Unterricht abgespielt, sodass die Fünftklässler wissen, warum vor wenigen Tagen eine große Urkunde aus Frankfurt ins Haus flatterte. Für das Projekt Streuobstwiese wurden die Schüler von dem Radiosender zu "Umwelthelden" gekürt.

Sie kümmern sich nicht nur um die Obstbäume. "In allen Klassenräumen wurden zwei verschiedene Mülleimer aufgestellt. "Bisher wurde der Müll in einem Eimer gesammelt, jetzt wird der Müll getrennt", berichtet Johannes Roth. "Im November und im Dezember ist noch einiges zu tun, dann wird es ruhiger", fasst Strycker zusammen.

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Mit der Ruhe ist es aber bald vorbei, denn die Apfelbäume müssen geschnitten werden. Bei dieser Arbeit können die Schüler auf Dieter Karle als Experten bauen. Er bringt den jungen Leuten die richtige Technik in Theorie und Praxis bei.

Wie sieht es mit weiteren Projekten der Naturparkschule aus? "Ideen und Projekte gibt es genug", sagt Strycker. Für sie steht derzeit allerdings etwas anderes auf der Liste der zu erledigenden Aufgaben: "Derzeit findet die Suche nach Geldgebern für die Naturparkschule statt. Kontakte müssen geknüpft und Termine vereinbart werden." Interessenten gebe es, schließlich sei der Naturpark ein Aushängeschild.

Von Katrin Weber