Meinung

Kommentar: Zentrales Denken ignoriert Haigerer Stadtteile

Christoph Weber
Christoph Weber über Haigers Kernstadt und die Stadtteile.

Wenn es um die Kernstadt geht, dann überschlägt man sich im Haigerer Rathaus. Wenn es um die Dörfer geht, dann herrscht Schweigen. Unser Reporter Christoph Weber kommentiert.

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Die Haigerer CDU legt die Finger in eine Wunde, die auch 45 Jahre nach der abgeschlossenen Gebietsreform in vielen Stadtteilen blutet. Wenn es um die Kernstadt mit gerade einmal einem Drittel aller Haigerer Einwohner geht, dann überschlägt man sich im Haigerer Rathaus, wenn es in die Dörfer geht, dann herrscht Schweigen.

Dabei hört man aus dem Rathaus gebetsmühlenartig, dass man ein großes Augenmerk auf die Vereine legt. Aber auf welche? Bei „Freitags live in Haiger“ sollten die Vereine mit ins Boot genommen werden, allerdings warf man ihnen nur die Brotkrumen hin, die der Eventmanager übrig ließ. Der sicher lohnende Verkauf von Bratwurst und Pommes war nämlich verboten.

Und wenn man an die Absage der Seniorenfeier in der Kernstadt denkt, die natürlich wegen der Beteiligung städtischer Mitarbeiter donnerstags um 14.30 Uhr beginnt und über die vor Corona Jahr für Jahr im Mitteilungsblatt hingebungsvoll berichtet wurde, während die ehrenamtlich an Samstagen organisierten Seniorentreffen in den Stadtteilen kaum Beachtung finden, dann muss man sich fragen, ob es in der Kernstadt keine Vereine gibt, die eine solche Veranstaltung stemmen können. Dies wäre zudem sicher billiger als der Einsatz von städtischen Bediensteten.

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Wenn man alle von der CDU aufgelisteten Mängel betrachtet, dann muss man froh sein, dass Haiger den Hessentag 2022 abgesagt hat, und hoffen, dass niemand mehr auf die Idee einer neuen Bewerbung kommt. Denn auch hier wurden die Stadtteile nicht mitgenommen, was nur bedingt an Corona lag.

Auf jeden Fall sollte eine Bewerbung den Arbeitstitel „Hessentag Kernstadt Haiger 20xx“ tragen.