Restaurant-Idee als Haigerer Stadthallen-Anbau kommt gut an

So könnte der Anbau mit einem Restaurant im Untergeschoss und einer Panoramaterrasse im Erdgeschoss in den Bestand der vor der Grundsanierung stehenden Haigerer Stadthalle eingebunden werden. Die Präsentation des Kölner Architektenbüros "hmp" soll als Basis dienen, Gastronome für dieses Projekt zu begeistern.  Quelle: hmp-Architekten

Ein multifunktioneller Anbau an die sanierte "gute Stubb" kostet rund 2,7 Millionen Euro. Mit der Präsentation soll jetzt bei interessierten Gastronomen geworben werden.

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HAIGER. Mit einem flexiblen Konzept hat der Kölner Architekt Klaus Allnoch der Haigerer Politik Lust auf einen Restaurant-Anbau an die sanierte Haigerer Stadthalle gemacht. Dieses Gebäude hat aber auch seinen Preis, der nach derzeitigen Kalkulationen bei rund 2,7 Millionen Euro liegt.

Die Präsentation des Kölner Architektenbüros "hmp", das das komplette Gebäude dreidimensional erfasst hat, wurden am Mittwoch im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Stadtentwicklung und am Donnerstag im Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales und Kultur vorgestellt und besprochen. Beide Ausschüsse befürworteten die Projektstudie einstimmig.

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Haigers Bürgermeister Mario Schramm (parteilos) eröffnete das Thema mit dem Hinweis: "Wenn wir Gastronomen einbinden wollen, müssen wir denen ja was zeigen." Mit der Präsentation soll Werbung gemacht werden für das Pachten des Restaurants. Die Präsentation sei "so plastisch dargestellt, dass das Bier schon schmeckt". "Wenn man keinen Gastronomen findet, muss man auch nicht bauen", stellte der Bürgermeister weiterhin klar.

Allnoch berichtete, dass in dem Konzept die separat über einen Lichthof erreichbare Kegelbahn, das Foyer und das Restaurant kombinierbar, aber auch allein genutzt werden können. Dadurch sei ein "Höchstmaß an Flexibilität" gegeben. Der interessierte Betreiber müsste an die Hand bekommen: Was kann ich? Deshalb gibt es zu der Präsentation auch einen Imagefilm mit einem Gang durch die Gastronomie bis hinauf auf die Terrasse. Die Stadthalle würde auch ein modernes Niveau gehoben, beschreibt der Kölner die vorgestellte Vision.

"Es ist nicht teurer geworden, wir halten den Preis weiter für realistisch", nannte Allnoch zunächst 2,5 Millionen Euro für den Restaurantanbau, die er auf Basis eines Baukostenindexes auf rund 2,7 Millionen Euro erhöhte. Dazu kommen die Kosten für die Kücheneinrichtung, die bei einem gastronomischen Betrieb nicht im Möbelhaus von der Stange gekauft werden kann.

Klar wurde bei der Präsentation aber auch, dass sich der Neubau finanziell nicht tragen wird. "Es wird sich mit einer Pacht nicht rechnen lassen. Es wird immer ein Zuschussgeschäft sein, denn kein Pächter kann die horrende Miete zahlen", machte Schramm klar. Der Bürgermeister sprach auch davon, dass man bei der Suche nach einem Betreiber "weiter ausholen muss als in den Lahn-Dill-Kreis und nach Siegen-Wittgenstein".

Der Restaurantbereich soll in zwei Räume (163 und 149 Quadratmeter) aufgeteilt werden, sodass dort zwei Veranstaltungen parallel stattfinden können. Dabei soll es auch möglich gemacht werden, dass ein externer Caterer gebucht werden kann.

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"Ohne Restaurant ist die Stadthalle ein totes Gebäude."

Dieter Peter (FWG) und Mitglied der BI "Saniert unsere Stadthalle"

Derzeit finden im Restaurant 70 bis 80 Gäste Platz. Die Vorlage kommt in der Addition der Sitzplätze auf 253. Diese Zahl relativierte der Architekt auf "120 geschlossene Plätze", wobei er mitteilte, dass die Pläne sowohl zu einem größeren als auch kleineren Anbau umgestaltet werden könnten. Die teilweise überdachte untere Terrasse (63 und 91 m²) vor dem Gebäude in Richtung Parkplätze und die obere, ebenfalls teilbare Panoramaterrasse, die per Treppe oder Aufzug erreichbar ist und somit auch vom Restaurant aus bedient werden kann, seien für die Verpachtung "on top" zu sehen. "Die kann man aber nicht verkaufen", machte der Architekt klar.

Der Bauausschuss-Vorsitzende Attila Hartmann (SPD) sieht die obere Terrasse mit einer Gesamtfläche von etwas über 500 Quadratmeter sogar "eher für den Saalbereich gedacht". Manuel Hennings (CDU) eröffnete die Runde der Statements der Ausschussmitglieder: "Wir sind das der Industrie schuldig - ein klares Ja." Auch Lars Strömann (FWG) "will diesen positiven Effekt haben." Und für Strömanns Fraktionskollegen Dieter Peter ist "die Stadthalle ohne Restaurant ein totes Gebäude". Katrin Meißner (SPD), die am Donnerstag in Vertretung die Sitzung leitete, war von der Präsentation "schon beeindruckt".

Von 253 Sitzplätzen sind nur rund 120 vermietbar

Die übrigen Sanierungsplanungen mit beispielsweise einem neuen Eingang über den derzeitigen Gastronomiebereich sowie ein größeres Foyer rund um den Saal wurden von dem Bauexperten nur kurz angeschnitten.

Wenn am 20. Juli die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht für den Restaurant-Anbau gibt, kann die Stadtverwaltung auf die Suche nach einem Pächter gehen. Wenn diese erfolglos ist, dann kann die Haigerer Politik diesen Plan in einem nächsten Schritt immer noch verwerfen.