Ukraine: Loh-Gruppe holt Familien ihrer Mitarbeiter nach Haiger

aus Krieg in der Ukraine

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Menschen aus der Ukraine kommen am Freitagabend am Bahnhof in Haiger an. Die Rittal Foundation hat für die Unterkunft im Hotel "Tannenhof" gesorgt und wird den Menschen auch weiter im Alltag helfen.  Foto: Friedhelm Loh Group

38 Menschen haben im Hotel "Tannenhof" Zuflucht gefunden.

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HAIGER-FLAMMERSBACH. Das Leid ist unermesslich, die Hilfsbereitschaft groß. Immer mehr Menschen aus der Ukraine kommen in Deutschland und Hessen an. Am späten Freitagabend haben 38 Menschen im Hotel "Tannenhof" in Flammersbach Zuflucht gefunden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Haiger und der Rittal Foundation hat die Friedhelm Loh Group die Familien ihrer Mitarbeiter der zwei Standorte in der Ukraine nach Haiger geholt.

Viele haben nur das Nötigste dabei. Ihr altes Leben tragen sie in Rucksäcken auf dem Rücken oder ziehen es in Taschen hinter sich her. Männer sind nur wenige dabei. Die meisten mussten bleiben. An diesem Freitagabend steigen in Haiger aus einem Bus Menschen aus, denen der Krieg ihre Heimat genommen hat.

Unter Zusammenwirken des Rittal Vertriebs, der Mitarbeiter von Rittal Polen, der Rittal Foundation und der Stadt Haiger hat die Loh-Gruppe 38 Menschen aus dem Kriegsgebiet nach Haiger geholt.

Es sind Angehörige von insgesamt 16 ukrainischen FLG-Mitarbeiten. Ihre ehemalige Arbeitsstätte - Rittal Ukraine und das Softwarehaus Digital Technology Poland - sind aktuell aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Mitarbeiter selbst, alles Männer, mussten größtenteils in der Ukraine bleiben. Die Zimmer haben Cornelius Nimmesgern und sein Team vom Hotel "Tannenhof" deshalb für ihre Familien vorbereitet. Hier werden die Menschen nun erst einmal für die nächsten Wochen bleiben.

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"Mein Herz blutet, wenn ich Sie hier so sehe", wird Deborah Loh mithilfe der Übersetzung von Sergey Lakhno, Geschäftsführer Rittal Ukraine, später am Abend zu den Menschen sagen, für die nach über 14 Stunden Fahrt im Hotel ein Buffet aufgebaut wurde. "Ich wünsche mir, dass Sie hier in diesem Hause innehalten und Kraft schöpfen können." Debora Loh, die Frau von Friedhelm Loh, war aus Ewersbach gekommen, um den geflüchteten Menschen Unterstützung und Solidarität zu versichern.

Rückschau: Die Menschen waren in kleinen Gruppen bis zur polnischen Grenze geflohen und wurden dort von Mitarbeitenden von Rittal Polen in Empfang genommen, bevor es weiter nach Warschau ging. Von dort organisierte die Rittal Foundation den unbürokratischen Transfer nach Deutschland - eine der Antworten auf ein Versprechen, dass Friedhelm Loh vor wenigen Tagen gegeben hatte: "Wir müssen und wir werden den vom Krieg betroffenen Menschen helfen, wo wir können."

Darüber hinaus sind weitere Hilfs- und Spendenaktionen geplant. "Die Evakuierung ist das Eine, aber wir werden die Menschen auch danach eng begleiten", sagt Reiner Reissner, Geschäftsführer der Rittal Foundation.

Zusätzlich werden die Menschen von Ehrenamtlern um Piero Scarfalloto, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Haiger, in ihrem Alltag unterstützt. "Wir versuchen zu begleiten, einfach da zu sein, zu sehen und zu verstehen, was diese Menschen jetzt brauchen."