Herborn bleibt Corona-Warnstufe erspart

Symbolbild: Dirk Waem/dpa

Die Zahl der Infektionen ist laut Gesundheitsamt in der Stadt zuletzt gestiegen. Auf Einschränkungen müssen sich die Einwohner vorerst aber nicht gefasst machen.

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. HERBORN. Aktuell gibt es im Lahn-Dill-Kreis 41 Coronafälle, zwölf davon in Herborn. Stammen die Fälle in der 20 000-Einwohner-Stadt aus der vergangenen Woche, wäre ein Grenzwert überschritten. Die Sieben-Tage-Inzidenz läge über dem Wert von 50 Infizierten pro 100 000 Einwohner. Das würde bedeuten: Warnstufe rot. Die Herborner müssten sich auf Einschränkungen einstellen, damit sich das Virus in der Stadt nicht weiter ausbreiten könnte. Allerdings erwägt das Kreis-Gesundheitsamt mit Sitz in Herborn derzeit keine solchen Anordnungen, denn es bestehe keine Gefahr und keine Notwendigkeit.

Kreisverwaltung: Nur eine Einrichtung betroffen

Die Kreisverwaltung erklärte auf Anfrage, in den vergangenen drei Tagen habe sich die Zahl der Corona-Infektionen in Herborn gehäuft. Am Freitagmittag meldete die Behörde dort zwölf Fälle. Allerdings sei nur eine - nicht öffentliche - Einrichtung betroffen, berichtete Pressesprecherin Nicole Zey. Das Gesundheitsamt ermittle noch Kontaktketten, dies sei jedoch fast abgeschlossen, und die Sache somit unter Kontrolle. "Wenn eine Gefahr für die Bevölkerung bestünde, würden wir etwas tun", sagte Zey. "Es besteht keine Notwendigkeit für Einschränkungen, die die gesamte Bevölkerung betreffen." Das Gesundheitsamt rate aber unabhängig davon dringend, weiter die AHA-Regeln zu befolgen: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen.

Vor einer Woche war in Wetzlar die Zahl der Coronafälle ebenfalls gestiegen, die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 33, es galt Warnstufe gelb. Der Landkreis hatte daraufhin, wie im Konzept vorgesehen, das Sozialministerium informiert.

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Warum diese unterschiedliche Betrachtung der Inzidenzen in Herborn und Wetzlar durch das Gesundheitsamt? Nicole Zey: "Die Situation in Herborn ist nicht mit der in Wetzlar vergleichbar. In Wetzlar gab es mehrere Cluster, in Herborn nur einen." In Wetzlar hatten sich bei zwei privaten Feiern 21 Menschen infiziert, in der Folge waren mehrere Schulen betroffen, und das Gesundheitsamt musste rund 300 Kontaktpersonen ermitteln. Dagegen seien in Herborn nur eine Einrichtung und ein viel kleinerer Personenkreis betroffen. Dort sei das Cluster in sich geschlossen.

Von den 41 aktuellen Coronafällen im Lahn-Dill-Kreis gibt es neben den zwölf in Herborn, zwölf weitere in Wetzlar, vier in Haiger, drei in Dillenburg, je zwei in Aßlar, Sinn und Siegbach sowie je einen in Schöffengrund, Braunfels, Breitscheid und Hüttenberg.