Herborner Neubaugebiet: Die Bagger rollen in der Alsbach

Momentan noch leer, ab 2023 aber das Zuhause vieler Herborner: das Neubaugebiet in der Alsbach.  Foto: Stadt Herborn

An diesem Montag beginnen die Arbeiten, um das Neubaugebiet in Herborn zu erschließen. Das ist geplant - und so geht es weiter.

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HERBORN. Es geht voran: Im Herborner Neubaugebiet Alsbach sollen 68 Bauplätze entstehen. Ab Montag, 7. März, starten nun die Arbeiten zur Erschließung des Bereichs.

Zuvor war das Verfahren zur Baulandumlegung abgehakt worden. Nun rücken, wie die Stadtverwaltung berichtet, erste Baustellenfahrzeuge für den Vorstufenausbau an. Das Neubaugebiet Alsbach grenzt nordöstlich an das Baugebiet "Im oberen Alsbach" an. Die 68 Bauplätze sollen eine Größe von etwa 500 Quadratmetern haben.

Rund 15 000 Kubikmeter Erde werden bewegt

"Herborn und seine Stadtteile sind beliebt bei jungen Familien mit Kindern. Für sie schaffen wir mit dem Neubaugebiet Alsbach eine bezahlbare Perspektive für ein Eigenheim", sagt Bürgermeisterin Katja Gronau (parteilos). "Die Stadt Herborn sucht aber auch immer nach Möglichkeiten, Baulücken zu schließen sowie weitere Flächen für Baugebiete zu erschließen.".

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Bis ab Mitte 2023 erste Häuser gebaut werden, sind noch Erschließungsarbeiten nötig. Laut Stadtverwaltung soll der Baustellenverkehr über einen Wirtschaftsweg zur Anschlussstelle Herbornseelbach-Mitte der B 255 führen.

Wenn am Montag die Tiefbauarbeiten starten, werden über 2,5 Kilometer Entsorgungsleitungen für Abwasser errichtet - und zehn Kilometer für Wasser, Strom und Wärmeenergie. Dazu müssen etwa 15 000 Kubikmeter Erde bewegt werden. Die Aarbücke im Dernbachtal kann nicht für den Baustellenverkehr genutzt werden. Deshalb ist eine Baustraße in den Aarwiesen als temporäre Überfahrt oberhalb der Brücke vorgesehen.

Im Winter 2021 fanden am Rande des künftigen Baugebiets Rodungen statt. Ziel war es, auf den Ausgleichsflächen "Offenbiotope" wiederherzustellen. Die von Büschen befreiten Bereiche würden offengehalten und reptilienfreundlich gepflegt, heißt es von den Fachdiensten Tiefbau sowie Klima und Umwelt. Dazu würden Steinriegel und Totholzhaufen errichtet. Reptilien und Kleintiere sollen diese als Eiablageplätze oder Winterquartiere nutzen können. Tests eines Ingenieurbüros ergaben, dass das Regenwasser wegen der Bodenverhältnisse nicht ausreichend versickert. Deshalb verlegt der Abwasserverband Mittlere Dill die Kanäle in einem Trennsystem.

Ab Mitte 2023 könnten erste Häuser gebaut werden

So kann das im Baugebiet anfallende Regenwasser vom Schmutzwasser getrennt abgeleitet werden. Das Regenwasser versickert sowohl in das Regenrückhaltebecken, das unterhalb des Baugebietes liegt als auch in ein benachbartes Naturschutzgebiet in den Aarwiesen.

Die Stadtwerke schließen das Neubaugebiet an eine eigene Trafostation an, die auch den künftigen Strombedarf deckt. Internet erhalten die Hauseigentümer über das Glasfasernetz der Deutschen Telekom. Noch nicht klar ist, mit welcher Art der Wärme die neuen Häuser versorgt werden. Die Stadtwerke prüfen acht Szenarien. Denkbar sei, so Geschäftsführer Jürgen Bepperling, eine Mischung aus Wärmepumpe, Photovoltaik und Biomassekessel.

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Ein anderer Ansatz sei, Erdwärme über ein zentrales Sondenfeld zu nutzen. Dabei werde zentral warmes Wasser erzeugt, das über die hauseigene Wärmepumpe in das Einfamilienhaus gelangt. Dies könnte Erdwärme für alle Haushalte verfügbar machen, ohne dass jeder Eigentümer eine eigene Erdbohrung vornehmen müsste. Egal, welche Wärmeart: Damit es rentabel wird, sei es notwendig, möglichst viele Häuser an das neue Netz anzuschließen, meint der Stadtwerke-Geschäftsführer. Fest steht derweil schon etwas anderes: Ab 2023 wird eine Stadtbuslinie in diesen Bereich der Alsbach fahren. Zuvor soll hinter dem Neubaugebiet bereits ein Buswendeplatz eingerichtet werden.