Herborns kommunale Kitas betreuen nun wieder mehr Kinder

Das "Kinderhaus Kunterbunt" in Herbornseelbacher: Es ist eine der vier kommunalen Kindertagesstätten, die nun wieder mehr Kinder betreuen. Archivfoto: Jörg Weirich

Die Ausgestaltung des eingeschränkten Regelbetriebs weicht von Kita zu Kita ab. Der Grund: Unterschiede in den räumlichen Gegebenheiten und beim Personal.

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. Herborn (red). Die vier städtischen Kindertagesstätten in Herborn haben am Dienstag den in Hessen geltenden, eingeschränkten Regelbetrieb gestartet. Nach kräftezehrenden Zeiten hoffen viele Eltern ebenso wie die Angestellten der Kitas auf eine schrittweise Rückkehr zu mehr Normalität in der Betreuung.

"Alle Eltern haben in den vergangenen Monaten eine Doppelbelastung tragen müssen. Ihnen gebührt ein hohes Maß an Respekt für diese Leistung", schreibt Bürgermeisterin Katja Gronau (parteilos) in einem Brief an die Eltern.

"Trotz deutlich kleinerer Gruppengrößen und vieler Hygienevorgaben möchten wir gemeinsam mit den Eltern gute Lösungen für die Kinder finden. Seien Sie versichert, den Erzieherinnen und Erziehern sowie uns als Träger ist es ein Anliegen, möglichst vielen Kindern vor den Sommerferien und vor dem Übergang in die Schule die Gelegenheit zu geben, ihre Kita zu besuchen. Eine Schließungszeit in den Sommerferien wird es daher im Jahr 2020 in unseren Einrichtungen nicht geben."

Kommunale Kitas bleiben in den Sommerferien geöffnet

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Der eingeschränkte Regelbetrieb fuße auf Empfehlungen, die sich je nach Sachlage ändern könnten. Die normalen Gruppengrößen sollten mindestens halbiert werden. Empfohlen seien Gruppengrößen von 10 bis 14 Kindern.

Per Verordnung gelte weiterhin ein Betretungsverbot für die Einrichtungen. Ausnahmen gebe es, wenn:

... beide Erziehungsberechtigten berufstätig seien und einer von beiden zur Gruppe der sogenannten systemrelevanten Berufe gehöre.

... es sich um ein Kind eines Schülers oder Studenten handele, der Präsenzunterricht erhalte, oder um ein Kind eines berufstätigen oder studierenden Alleinerziehenden im Sinne von § 21 Abs. 3 des SGB II (Sozialgesetzbuch II, Zweites Buch).

... die Betreuung eines Kindes in einer Kita aufgrund einer Entscheidung des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls dringend erforderlich sei.

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... für ein Kind der Bescheid des Sozialhilfeträgers über die Gewährung einer Maßnahmenpauschale nach der Vereinbarung zur Integration von Kindern mit Behinderung vom vollendeten ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt in Tageseinrichtungen für Kinder vom 1. August 2014 in der jeweils geltenden Fassung vorliege.

... durch das Betretungsverbot im Einzelfall für Eltern und Kinder eine vom Jugendamt bescheinigte besondere Härte entstehe, die sich durch außergewöhnliche, schwerwiegende Umstände von den durch den Wegfall der regelhaften Betreuung allgemein entstehenden Härten abhebe.

... es sich um Kinder handele, die der Träger im Rahmen der Betreuungskapazitäten der Kindertageseinrichtung zusätzlich aufnimmt.

Da der Träger einer Kita darüber hinaus über die weitere Platzvergabe entscheiden könne, orientiere sich die Stadt Herborn an den Empfehlungen des hessischen Landkreistages und des hessischen Städtetages.

Betreuungsplätze würden an folgende Gruppen vergeben:

Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung.

,Kinder psychisch kranker Eltern (Nachweis per Attest),

Kinder mit geringer Sprachkompetenz (gemäß § 32 hessisches Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch),

Kinder aus Familien mit erzieherischen Hilfen (Nachweis per Bescheid).

In den Kitas läuft die Betreuung unterschiedlich

Die Verwaltung weist darauf hin, dass es aufgrund neuer Voraussetzungen kurzfristig zu Änderungen kommen könne, etwa auch bei den Betreuungszeiten. Da in den kommunalen Kitas sowohl die räumlichen Gegebenheiten als auch der jeweilige Anteil des Personals, der zur Risikogruppe gehöre, verschieden seien, variiere auch die Ausgestaltung des eingeschränkten Regelbetriebs von Kita zu Kita.