Rekord: Schon über 47.000 Besucher im Tierpark in Herborn

Die Erdmännchen kuscheln unter der Wärmelampe. Foto: Tierpark Herborn

Die Einrichtung in Uckersdorf bleibt auch im Winter geöffnet. An der Kasse aber gilt ab sofort eine neue Regelung, die so manchen Gast erfreuen wird.

Anzeige

Herborn-Uckersdorf. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und der Herborner Tierpark hat weiterhin auch den ganzen Winter geöffnet – solange die Mitarbeiter die Wege eis- und schneefrei halten können. Derweil blickt das Team zufrieden auf die ablaufende Saison, in der es trotz des heißen Sommers einen Rekord gibt: Schon jetzt sind mehr als 47.000 Besucher in den Park gekommen – mehr als je zuvor.

Das lässt die Beschäftigten ein wenig aufatmen, müssen mit diesen Einnahmen doch auch die gestiegenen Energiekosten abgedeckt werden.

Der Energiebedarf eines Tierparks mit vielen Exoten ist hoch.

BL
Britta Löbig Leiterin, Tierpark Herborn
Anzeige

„Wie hoch die Rechnungen sein werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, sagt Parkleiterin Britta Löbig, gibt aber zu ´bedenken: „Der Energiebedarf eines Tierparks mit vielen Exoten ist hoch. Einige Tierarten, wie zum Beispiel die empfindlichen Lisztaffen brauchen es mit mindestens 22 Grad Celsius besonders warm.“ Den beliebten „Stars“ der Einrichtung im Beilsbach, den Erdmännchen, reichten dank ihres dicken Pelzes die in ihrem Gehege verteilten und mit Bewegungsmeldern ausgestatteten Wärmestrahler, um sich hin und wieder darunter aufzuwärmen. „Ansonsten kuscheln sie sich gerne zusammen“, weiß Löbig.

Oftmals schätzten Außenstehende es falsch ein, welche Tierarten es besonders warm brauchen, wer auch mit wenig Wärme zurechtkommt und wer es gar nicht warm mag, sagt die Parkleiterin: „Etliche Exoten wie zum Beispiel die australischen Trauerschwäne, die Bennettkängurus oder die Flamingos kommen ohne jegliche Wärmequelle aus. Sie sind bestens angepasst an kälteres Klima.“ Bei Reptilien sei das dagegen sehr unterschiedlich: „Unsere Europäischen Sumpfschildkröten fahren ihren Stoffwechsel runter und überwintern am Grund des Naturteichs, wohingegen die im Herbst neu im Tierpark eingezogene, vier Monate alte und sehr niedliche Spaltenschildkröte gerne auch mal über 30 Grad im Terrarium hat.“

Die Trauerschwäne im Tierpark Herborn lassen sich von der Kälte nicht beeindrucken. Foto: Tierpark Herborn
Aus dem heißen Australien und dennoch keine „Frostbeulen“: Die Trauerschwäne lassen sich von der Kälte nicht beeindrucken. (© Tierpark Herborn)

Einige der empfindlicheren Tierarten wie die Abdimstörche, Afrikanischen Löffler und einige Enten seien schon vor den ersten stärkeren Frostnächten in ihr frostsicheres Winterquartier hinter den Kulissen gezogen. Die allermeisten Tiere im Uckersdorfer Park seien aber nach wie vor für Besucher zu sehen. Allerdings finden über den Winter die kommentierten Fütterungen nicht statt. Andere Touren seien aber weiterhin buchbar.

Ungeachtet dessen gelte an der Tierpark-Kasse ab sofort: „Pay what you want“ –Besucher könnten also selbst entscheiden, wie viel Eintritt sie bezahlen möchten. „Wir brauchen zwar dringend jeden Euro, möchten aber nicht, dass Gäste nach dem Besuch unzufrieden nach Hause gehen, weil nicht alle Tiere zu sehen waren“, sagt Löbig. „Vielen geht es aufgrund der teureren Energiepreise und der Inflation im Moment finanziell nicht so gut. Jeder weiß ja selbst am besten, wie viel er an der Kasse erübrigen kann und will, und wir freuen uns natürlich über jeden Euro und jede Spende.“

Anzeige

Zum Glück gebe es viele Besucher, die den Eintritt regulär zahlen oder sogar noch ein bisschen mehr. „Insgesamt gleicht sich das meist aus“, sagt die Parkleiterin.

Sie und ihre Mitarbeiter bieten auch Tierpatenschaften, Jahreskarten und Gutscheine für eine Führung inklusive Erdmännchenfütterung an. Alle Informationen dazu sind auf der Internetseite www.tierpark-herborn.de zu finden. Die Mitarbeiter sind per E-Mail an die Adresse info@tierpark-herborn.de, am Telefon unter 02772-42522 oder direkt vor Ort erreichbar.

Der Tierpark ist weiterhin täglich bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Das gilt, solange die Wege verkehrssicher – sprich: schnee- und eisfrei – gehalten werden können. Letzter Einlass ist eine Stunde zuvor. Hunde dürfen mit den Park, allerdings nur angeleint.