Driedorf: Freizeitheim wird Ankunftszentrum für Geflüchtete

aus Krieg in der Ukraine

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Das Jugendfreizeitheim Heisterberg wird ab Mitte September als neues Ankunftszentrum für den Lahn-Dill-Kreis hergerichtet. Bis zu 110 Menschen finden in den bestehenden Gebäuden Platz. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Die Einrichtung in Heisterberg soll laut Mitteilung des Kreises ab 30. September bis zu 110 Ukraine-Flüchtlingen Platz bieten. Jugend-Freizeiten sind dann dort nicht mehr möglich.

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WETZLAR/DILLENBURG/HERBORN/DRIEDORF-HEISTERBERG. Geflüchtete Menschen aus der Ukraine sollen ab 30. September im Jugendfreizeitheim Heisterberg untergebracht werden, das künftig als Ankunftszentrum im Lahn-Dill-Kreis fungiert. Damit löst die Einrichtung am Heisterberger Weiher die Kestnerschule in Wetzlar als Ankunftszentrum ab. Das hat am Dienstag der Lahn-Dill-Kreis mitgeteilt.

Die Kestnerschule ihrerseits werde ab Oktober für die Schüler der Friedrich-Fröbel-Schule vorbereitet. Der aktuelle Standort dieser Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und einer Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung wird modernisiert, sodass ein Ausweichquartier nötig ist.

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Förderschüler ziehen in die Kestnerschule

Das Ankunftszentrum in der Kestnerschule wurde kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges eingerichtet. Es bietet seit März Platz für 220 Menschen. Betreut werden die Geflüchteten dort von Sozialarbeitern des Kreises sowie des DRK-Kreisverbandes Wetzlar.

Der Lahn-Dill-Kreis hatte den Betreibervertrag mit dem DRK bis Ende September verlängert. Wer Betreiber des neuen Ankunftszentrums in Heisterberg sein wird, werde derzeit noch geklärt. Fest steht aber: Ab 15. September wird das Jugendfreizeitheim als Ankunftszentrum hergerichtet. 110 Menschen, so der Kreis, könnten dort Platz finden. Sollten zusätzliche Plätze benötigt werden, könnte eine Containerlösung geschaffen werden.

Mit Einzug der Geflüchteten in Heisterberg stehe das Jugendfreizeitheim nicht mehr für Freizeiten zur Verfügung. Gruppen, die das Gelände ab 15. September gebucht haben, würden derzeit einzeln kontaktiert und über die erforderliche Stornierung informiert.

Freizeiten ab 15. September nicht mehr möglich

30 Anfragen seien bereits für den Herbst und Winter eingegangen. Betroffen seien auch kreiseigene Angebote der Jugendförderung ab Herbst. Über das dann gültige Programm informiert die Jugendförderung auf ihrer Website.

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"Wir schaffen mit dem Ankunftszentrum Heisterberg ein alternatives Angebot, um möglichst viele Menschen aus der Ukraine weiter in einer kreiseigenen Immobilie unterzubringen", sagte Landrat Wolfgang Schuster (SPD). Man wolle den Menschen einen möglichst guten Start im Lahn-Dill-Kreis ermöglichen.

Der Kreis habe die Gemeinde Driedorf bereits über das neue Ankunftszentrum am Heisterberger Weiher informiert. Denn dort, wo die geflüchteten Menschen ankommen, würden sie zunächst beim Einwohnermeldeamt vor Ort registriert. Die Menschen, die aufgenommen werden, würden dem Kreis von der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung zugewiesen. Sie kämen jeden Montag an und blieben für mindestens eine Woche.