Kein höheres Risiko im Lahn-Dill-Kreis trotz Spitzeninzidenz

Die Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis ist eine der höchstens in Deutschland. Dass Risiko an Covid zu erkranken, sei hier aber nicht höher als anderswo, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Symbolfoto: Robert Michael/dpa

Nach Platz 1 am Donnerstag liegt der Landkreis am Freitag bundesweit auf Platz 2 der Corona-Inzidenzen. Das Gesundheitsamt sieht aber keinen Grund zur Sorge.

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WETZLAR/DILLENBURG/HERBORN. Nachdem der Lahn-Dill-Kreis am Donnerstag deutschlandweit die höchste 7-Tage-Fall-Inzidenz hatte, belegt er am Freitag trotz erneut gestiegener Inzidenz auf 956,3 und 110 neuer Fälle (2423 Stand Freitag) den zweiten Rang. Im Vergleich zur Vorwoche hatten sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt.

Die steigenden Zahlen beobachte man, die Inzidenz sei allerdings nur bedingt aussagekräftig und ein größeres Risiko an Corona zu erkranken, gäbe es im Landkreis auch nicht, heißt es am Freitag aus dem Gesundheitsamt. Dass die Fallzahlen zunehmen würden, sei nicht überraschend. Zum Herbst sei - wie in den vergangenen Jahren - mit einem Anstieg zu rechnen gewesen.

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Die Kontaktpersonennachverfolgung sei laut Gesundheitsamt seit dem Auftauchen der Omikron-Variante obsolet geworden. Ermittelt werden die Infizierten, die sich nach der Landesverordnung in die fünftägige Isolation begeben müssen, größtenteils automatisiert.

Positiv-Getestete erhalten nach ihrem Besuch im Testzentrum eine SMS oder E-Mail und einen Fragebogen vom Gesundheitsamt. "Daher sollten an den Teststellen unbedingt die Mobilfunknummer und E-Mail-Adresse angegeben werden. Wir ermitteln und beraten jedoch auch weiterhin telefonisch", erklärt Gesundheitsamtsleiter Christian Müller. Die Daten aus der automatisierten und telefonischen Ermittlung würden zur Weitermeldung an das RKI benötigt.

Inzidenz allein reicht nicht zur Lagebeurteilung

Weiterhin direkten Kontakt halte man zu Mitarbeitern, die insbesondere sensible Einrichtungen wie Altenheime in Hygienefragen beraten würden. "Hier ist der Anstieg der Fallzahlen aktuell ebenfalls auffällig. Letzte Woche waren zwei Pflegeheime betroffen, nun sind es elf", berichtet Müller.

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Grundsätzlich sei die Inzidenz für sich allein zur Einschätzung der Lage ungeeignet. "(...) unser Blick richtet sich unter anderem auch auf die Hospitalisierungsinzidenz und vor allem auf die Intensivbettenbelegung", sagt Müller. Dort sei hessenweit ebenfalls eine Zunahme spürbar.

Einfluss auf die Inzidenz hat unter anderem natürlich auch das Testverhalten der Bevölkerung oder beispielsweise, wie viele Teststellen es überhaupt gibt. An Lahn und Dill sind es laut Gesundheitsamt derzeit 74. Allerdings sei auch hier die Inzidenz von derart vielen verschiedenen Parametern abhängig, dass selbst ein Blick darauf nicht ausreichend wäre.

Müllers Fazit: "Aktuell zeigen sich aus unseren Erfahrungen während der Pandemie keine Indizien, dass das Risiko im Lahn-Dill-Kreis höher ist als beispielsweise in anderen Kreisen des Landes Hessen. Dies würde auch ein falsches Bild von der Verbreitung des Virus vermitteln. Das Virus macht bekanntlich nicht an Kreisgrenzen Halt."