Wetterbilanz 2022: Sonne satt im Lahn-Dill-Kreis

Mehr Sonnenschein als je zuvor: Der Deutsche Wetterdienst registriert im Lahn-Dill-Kreis einen neuen Rekord.

Der Deutsche Wetterdienst hat eine Jahresbilanz gezogen. Eine Übersicht mit den amtlichen Messwerten aus dem Lahn-Dill-Kreis.

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Dillenburg/Wetzlar. So viel Sonne hat im Lahn-Dill-Kreis noch nie geschienen: insgesamt 1978 Stunden im Jahr 2022. Das ist laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein neuer Rekord. Die Bundesbehörde erfasst seit mittlerweile 75 Jahren Messwerte an seiner Klimastation in Dillenburg, seiner einzigen im Kreisgebiet. Eine Wetterbilanz.

Das rekordwarme Jahr 2022 sollte für uns alle ein erneuter Ansporn sein, beim Klimaschutz endlich vom Reden zum Handeln zu kommen. Die Erderwärmung schreite nahezu ungebremst voran.

DW
Deutscher Wetterdienst

Die Kurzfassung: Es war im Lahn-Dill-Kreis sonniger, feuchter und wärmer als noch im Vorjahr. Das Fazit des Wetterdienstes für Deutschland: Nach Auswertung der Daten an seinen insgesamt rund 2000 Messstationen stellte die Behörde ebenfalls einen neuen Rekord bei der Sonnenscheindauer fest (2025 Stunden im bundesweiten Mittel – etwa 30 Prozent über dem Referenzwert von 1544 Stunden aus der Periode 1961 bis 1990). Zudem sei das Jahr sehr trocken gewesen, und der Durchschnittstemperatur-Rekord des Jahres 2018 von 10,5 Grad Celsius sei eingestellt worden.

Der DWD teilte am Freitag mit: „Das rekordwarme Jahr 2022 sollte für uns alle ein erneuter Ansporn sein, beim Klimaschutz endlich vom Reden zum Handeln zu kommen. Die Erderwärmung schreite nahezu ungebremst voran.”

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Durchschnittstemperatur

9,8 Grad betrug die Durchschnittstemperatur in den vergangenen zwölf Monaten im Lahn-Dill-Kreis. Damit ist es hier nach 2018 und 2020 das drittwärmste Jahr.

Hitzetage

An 25 Tagen lag die Temperatur im Lahn-Dill-Kreis über 30 Grad, Meteorologen bezeichnen sie als Hitzetage oder heiße Tage. Voriges Jahr waren es nur drei Tage. An 69 Tagen lag die Temperatur über 25 Grad – sogenannte Sommertage. 38 waren es im vergangenen Jahr.

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Eistage

An neun Tagen herrschte Dauerfrost und die Temperatur lag ganztags unter 0 Grad; es sind sogenannte Eistage. Voriges Jahr gab es elf Eistage. Der Rekord: 58 Eistage 1963. An 77 Tagen in diesem Jahr lag die Temperatur zeitweise unter 0 Grad, es sind sogenannte Frosttage (111 im vergangenen Jahr).

So war das Wetter 2022 im Lahn-Dill-Kreis: die Werte des Deutschen Wetterdienstes, gemessen an seiner Klimastation in Dillenburg.
So war das Wetter 2022 im Lahn-Dill-Kreis: die Werte des Deutschen Wetterdienstes, gemessen an seiner Klimastation in Dillenburg. (© Saskia Sonneborn-Stahl)

Höchsttemperatur

Der Wetterdienst registrierte am 4. August in Dillenburg die diesjährige Höchsttemperatur von 37,8 Grad. Damit wurde der Rekord von 39,0 Grad aus dem Jahr 2019 nicht erreicht. Der deutschlandweite Höchstwert dieses Jahres stammt mit 40,1 Grad aus Hamburg-Neuwiedenthal. In Hessen betrug der Maximalwert 39,2 Grad, gemessen in Eschwege. Der offizielle deutsche Rekord: 41,2 Grad, gemessen im Sommer 2019 in den beiden nordrhein-westfälischen Orten Duisburg und Tönisvorst.

Tiefsttemperatur

Der kälteste Tag im Lahn-Dill-Kreis war der 18. Dezember: -14,1 Grad. Deutschlandweit lag die Tiefsttemperatur bei -22 Grad (am 11. Dezember auf der Zugspitze), hessenweit bei -15,5 Grad (am 18. Dezember in Sontra). Kälterekord an der Station in Dillenburg sind minus 24 Grad im Januar 1963 sowie im Februar 1956.

Sonnenschein

Neuer Rekord beim Sonnenschein im Lahn-Dill-Kreis: Insgesamt 1978 Stunden schien die Sonne, also durchschnittlich etwa fünfeinhalb Stunden pro Tag. Im Jahr davor waren es insgesamt nur 1545 Stunden. Der bisherige Rekordwert waren 1912 Sonnenscheinstunden im Jahr 2018. Bundes- und hessenweit gab es ebenfalls neue Rekorde: jeweils 2025 Sonnenschein-Stunden im Mittel. Der Wetterdienst berichtet für Hessen vom „sonnigsten und trockensten Sommer seit 1881.”

Regen

Der Wetterdienst registrierte in Dillenburg insgesamt 832 Liter Regen pro Quadratmeter und damit mehr als im Vorjahr (777 Liter). An weiteren Messstationen im Lahn-Dill-Kreis waren es: 796 Liter in Eisemroth, 878 Liter in Eibelshausen, 650 Liter in Hohenahr (Leiterhof), 818 Liter in Greifenstein, 642 Liter in Klein-Altenstädten und 1065 Liter in Driedorf – die größte Menge in ganz Hessen. Bundesweiter Höchstwert: 2130 Liter in Balderschwang im Allgäu. Der regenreichste Tag, gemessen in Dillenburg, war der 6. Februar mit insgesamt 27,8 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter.

Schnee

Die höchsten im Lahn-Dill-Kreis gemessenen Schneehöhen in den vergangenen zwölf Monaten: 19 Zentimeter am 9. Januar in Greifenstein, zehn Zentimeter am selben Tag in Hohenahr, acht Zentimeter am 2. April in Eisemroth und sechs Zentimeter am 9. Januar in Dillenburg. 60 Zentimeter Schnee lagen am 7. Februar auf der Wasserkuppe, in Mittelhessen erzielte Grebenhain am Fuße des Hoherodskopfs mit 25 Zentimetern den Höchstwert. Größte Schneehöhe bundesweit im abgelaufenen Jahr: 315 Zentimeter auf der Zugspitze, dann 112 Zentimeter auf dem Feldberg im Schwarzwald.