Guten Mutes befreit leben

Gestalteten den Gottesdienst zur Verabschiedung des ehemaligen Superintendenten und Gemeindepfarrers Roland Rust und sprachen Grußworte (v.l.): Cornelia Heynen-Rust, Eberhard Peter, Dieter Leidecker, Roland Rust, Alfred van Niekerk, Jörg Süß, Regine Siekmann, Roland Hedrich, Wolfgang Schuster, Martin Weber, Matthias Rein, Horst Henrich und Manfred Rekowski. Foto: Barnikol-Lübeck

(bkl). „Du hast das Herz der Menschen für Gott und sein Wort geöffnet, den Auftrag der Kirche wahrgenommen und in Wort und Sakrament den Menschen das Evangelium Jesu...

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LEUN-BISKIRCHEN. (bkl). „Du hast das Herz der Menschen für Gott und sein Wort geöffnet, den Auftrag der Kirche wahrgenommen und in Wort und Sakrament den Menschen das Evangelium Jesu Christi nahegebracht.“ Das hat Pfarrer Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in der Kirche in Biskirchen zu Pfarrer Roland Rust gesagt, der im Rahmen eines Festgottesdienstes in sehr herzlicher Atmosphäre aus seinem vielfältigen Dienst verabschiedet wurde.

Bei allem Strukturdenken das Eigentliche nicht vergessen

Mehr als 20 Jahre war Rust Superintendent des Kirchenkreises Braunfels, anderthalb Jahre leitender Pfarrer des Kirchenkreises an Lahn und Dill und nahezu 34 Jahre Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Kölschhausen, zu der die Dörfer Dreisbach, Niederlemp, Bechlingen, Breitenbach und Kölschhausen gehören. Am 1. Juli dieses Jahres ging Rust in den Ruhestand. Bei der Verabschiedung konnten coronabedingt nur rund 40 Personen, vorwiegend aus dem Bevollmächtigtenausschuss, der derzeit den Kirchenkreis leitet, und dem Presbyterium Kölschhausen teilnehmen.

In seiner Predigt über den 1. Vers aus dem 5. Kapitel des Galaterbriefes („Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“) beschrieb Roland Rust eindrücklich, was mit der Freiheit gemeint ist, die im Leben und Sterben trägt. „Jesus Christus holt uns heraus aus dem vielfältigen Krampf unseres Lebens“, erklärte der Theologe und fuhr fort: „Er verleiht unserem Leben Würde und Bedeutung und wir sind vom Zwang befreit, uns aufzublasen und zu zeigen, wie toll wir sind.“ Freiheit in diesem Sinne bedeute, im Kraftfeld Christi bedingungslos geborgen zu sein. So könnten Menschen als Einzelne und als Gemeinde guten Mutes befreit leben, allein aus Gnade.

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Präses Rekowski ergänzte: „Gottes Wort lässt sich nicht fesseln an Normen und Formen der Verkündigung, an Organisationsstrukturen oder bestimmte Frömmigkeitsprägungen, an Menschen, nicht einmal an Buchstaben der Heiligen Schrift.“ „Du hast deinen Dienst auch in dem Wissen getan, dass Gott sich nicht bindet in seinem Wort, dass es immer abhängig ist von der Kraft des Heiligen Geistes“, sagte der Präses und dankte Roland Rust für sein Engagement in Gemeinde und Kirchenkreis sehr herzlich und auch für „manch offenes Wort“ auf landeskirchlicher Ebene.

Pfarrer Jörg Süß, der für den Kirchenkreis an Lahn und Dill sprach, dankte für Rusts Kooperationsbereitschaft, seine Kollegialität und seine Mahnung, bei allen Strukturüberlegungen das Eigentliche nicht zu vergessen. Landrat Wolfgang Schuster (SPD) dankte Rust für den Kreis und vertretend für die Stadt Wetzlar.

Horst Henrich, Vertreter der Kirchengemeinde Kölschhausen, ließ viele Erinnerungen an Rusts Wirken in der Gemeinde aufleben.

Mit modernen Bearbeitungen zu Chorälen, deren Texte auf den Predigtinhalt abgestimmt waren, und einer Prélude von Matthias van den Gheyn gestaltete Kreiskantor Dietrich Bräutigam den Gottesdienst musikalisch auf ansprechende Weise.