47 Eisemrother geben sich wehrhaft

Vor vier Jahren: die Freiwillige Feuerwehr Eisemroth 2015. Foto: Feuerwehr Eisemroth

Eisemroths Freiwillige Feuerwehr besteht seit 125 Jahren. Dazu gibt es vom 16. bis 18. August ein großes Festwochenende.

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SIEGBACH-EISEMROTH. "125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Eisemroth" - dieses Jubiläum will die Löschtruppe mit einem Festwochenende gebührend feiern. Das Besondere aber, sagt Sebastian Ax vom Festausschuss, sei das Miteinander zwischen Alt und Jung über die Jahre hinweg. "Wir sind eine harmonische Truppe. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Vereinsgeschichte", sagt er.

Der Vereinschronik ist zu entnehmen, dass sich am 11. November 1894 auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Heinrich Peter 50 Eisemrother Bürger bei dem Kaufmann Heinrich Ortmann eingefunden hatten. Ferdinand Nicodemus, damals stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrbezirks Herborn, warb mit Unterstützung des Bürgermeisters für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Dem kamen spontan 47 Personen nach.

Als erster Kommandant wurde Brandmeister Wilhelm Heinrich Weil gewählt. Bereits in der nächsten Versammlung am 25. November zählte die neue Wehr 59 Mitglieder. Bei diesem Treffen wurde beschlossen, eine Mustersendung von Helmen, Beilen, Gürteln und Seilen durch Ferdinand Nicodemus zu beschaffen, der auch im darauf folgenden Frühjahr die ersten Übungen leitete.

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Nach der Jahrhundertwende wurde die Wehr weiter ausgerüstet und ausgebildet und über den Ortsbereich hinaus auch zu Einsätzen in Herborn, Offenbach und Bicken gerufen. Vielfältige Aufgaben hatte die Wehr in den Folgejahren bei Flächen-, Scheunen- und Hausbränden zu bewältigen.

Die Chronik erzählt weiter: "Ende 1979 begann eine Serie von Brandstiftungen, die das Dorf in Atem hielt." Hinzu kamen Hilfeleistungen nach Unfällen, Überflutungen und die Sicherstellung des Brandschutzes bei Veranstaltungen. Die Geschichte habe gezeigt, dass eine schlagkräftige Wehr notwendig sei, steht in der Chronik.

Die Brandmeister und Wehrführer in der 125-jährigen Geschichte werden angeführt von Wilhelm Heinrich Weil. Ihm folgten Heinrich Karl Martin, Louis Schmidt, Gustav Hermann Martin, Karl Julius Walter, Wilhelm Thielmann, Karl Adolf Thielmann, Gottfried Heinz, Wolfgang Arnold, Wolfram Ax und seit März 2015 Jonas Debus. Als bemerkenswert kann herausgestellt werden, dass Karl Adolf Thielmann die Wehr 41 Jahre lang geführt hat.

Der von Pferden gezogene Handpumpe der Eisemrother Löschtruppe aus dem Jahre 1906 steht heute ein Hilfslöschfahrzeug HLF 20/16 mit einer Pumpleistung von 2000 Litern Wasser in der Minute entgegen.

Waren es vormals die Spritzenhäuser, die der Unterbringung der Ausrüstung dienten, so ist das Feuerwehrgerätehaus heute im Bürgerhauskomplex integriert. In den Anfängen riefen der Hornist und später die Sirene zum Einsatz. Heute geschieht dies über Digitalfunk.

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1981 ist die Jugendfeuerwehr entstanden, aus der die Einsatzabteilung über die Jahre hinweg ihre Kräfte rekrutieren konnte. 2013 wurde eine Bambinigruppe ins Leben gerufen. Die Einsatzabteilung der Eisemrother Wehr zählt heute 27, die Alters- und Ehrenabteilung acht und die Jugendfeuerwehr neun Mitglieder.